Die geplante Programmreform beim Deutschlandfunk stößt auf wachsenden Widerstand. Eine Online-Petition, die sich direkt an Intendant Stefan Raue richtet, hat bis zum 22. Juni 2026 bereits mehr als 1.300 Unterstützerinnen und Unterstützer gewonnen.

Initiator der Petition ist der Berliner Mediennutzer Dr. Michael G. Gromotka. In einem offenen Brief kritisiert er zentrale Eckpunkte der geplanten Reform, die zum 30. November 2026 umgesetzt werden soll. Dazu zählen unter anderem die Verschiebung der „Informationen am Morgen“, mögliche Einschnitte bei etablierten Formaten wie „Europa heute“ sowie die Auflösung klassischer Fachsendungen zugunsten neuer Sammelstrecken.
Konkret sollen Inhalte künftig verstärkt in Formaten wie „Wissen nach 2“ und „Kultur nach 3“ gebündelt werden. Zudem ist vorgesehen, dass Redaktionen ihre Beiträge intern „pitchen“ müssen. Auch längere Call-in-Sendungen und ein neues 90-minütiges „Drive Time“-Format am Nachmittag sind Teil der Überlegungen.
Die Petition kritisiert diese Pläne als Abkehr von der bisherigen Programmstruktur, die einen „360-Grad-Blick“ auf Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ermögliche. Besonders die Abschaffung klar profilierter Fachsendungen wird als Risiko für inhaltliche Tiefe und Orientierung im linearen Programm gesehen.
In der Begründung wird der Deutschlandfunk als „einer der letzten Informationssender mit hoher inhaltlicher Tiefe“ hervorgehoben. Gerade in Zeiten fragmentierter Öffentlichkeit erfülle das Programm eine wichtige demokratische Funktion. Die Unterzeichnenden befürchten, dass die Reform zu einer stärkeren Mainstream-Ausrichtung führen könnte.
Gefordert wird stattdessen eine behutsame Weiterentwicklung des Programms. Unter dem Leitmotiv „Evolution statt Revolution“ sprechen sich die Initiatoren für den Erhalt der Fachredaktionen, der etablierten Sendestruktur sowie eines klar gegliederten linearen Angebots aus.
Die Petition ist weiterhin online abrufbar und kann hier unterzeichnet werden.











