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Clemens Pig wird neuer ORF-Generaldirektor

Der österreichische Rundfunk bekommt eine neue Führung: Clemens Pig wird Generaldirektor des ORF. Der Stiftungsrat wählte ihn in einer Marathonsitzung mit 21 von 35 Stimmen. Die Sitzung dauerte rund 15 Stunden und war damit die längste in der Geschichte des Gremiums. Die fünfjährige Funktionsperiode beginnt mit 1. Jänner 2027 und endet am 31. Dezember 2031.

Dr. Clemens Pig, Geschäftsführender Vorstand APA – Austria Presse Agentur (Bild: © APA)
Dr. Clemens Pig (Bild: © APA)

Neben Pig hatten sich mehrere Kandidaten beworben, darunter Medienmanager aus Österreich wie und Deutschland. Insgesamt gab es 75 Bewerbungen, von denen nur 13 die formalen Kriterien erfüllten. Neun Kandidaten wurden schließlich zu einem Hearing eingeladen. Darunter waren u.a. der frühere ServusTV-Chefredakteur Robert AltenburgerMarkus Breitenecker (Ehem. ProSieben.Sat1.Puls4 Österreich), Johannes Larcher (Hulu und HBO), Eva Schütz (Herausgeberin von Exxpress), ORF-Magazinchefredakteurin Lisa Totzauer und ORF-III-Kogeschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz.

Der Stiftungsratsvorsitzende sprach von einem „klaren Votum für das Konzept“ von Pig. Auch das Auswahlverfahren sei transparent und nachvollziehbar gewesen.

Pig selbst sagte nach der Wahl, er nehme die Aufgabe „mit Demut und Dankbarkeit“ an. Die Herausforderungen für den ORF seien „groß und vielfältig“. Als zentrale Themen nannte er Vertrauen beim Publikum, die Finanzierung und den digitalen Umbau. Ziel sei es, den ORF zur „Plattform der Gesellschaft“ weiterzuentwickeln.

Ein Schwerpunkt soll auf digitalen Angeboten liegen, vor allem im Streaming und bei jungen Zielgruppen. Gleichzeitig wolle Pig die regionale Berichterstattung stärken.

Kritik kam aus dem Stiftungsrat: Ein Mitglied bezeichnete die Wahl als „Farce“ und kündigte eine Anfechtung an. Grundsätzlich können unterlegene Bewerber die Entscheidung bei der Medienbehörde prüfen lassen.

Finanziell steht der ORF unter Druck. Staatliche Zuschüsse sollen gekürzt werden, gleichzeitig bleibt der Rundfunkbeitrag bis 2029 eingefroren. Übergangs-Chefin Ingrid Thurnher warnte zuletzt, dass Einsparungen „an den Grundfesten“ des Senders rütteln könnten.

Pig war viele Jahre Chef der Nachrichtenagentur APA und soll nun den ORF in den kommenden fünf Jahren führen.

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