Der WDR wird vorbehaltlich der Gremienzustimmung¹ zum 1. April 2027 seine jungen Radiowellen strategisch neu aufstellen. Das Ziel: künftig mit drei sehr unterschiedlichen Programmprofilen mehr junge Menschen in NRW zu erreichen als bisher. Die drei jungen Programme 1LIVE, 1LIVE DIGGI und COSMO sollen zusammen mit ihren digitalen Angeboten unter dem Dach der starken WDR-Marke 1LIVE gebündelt werden: Aus COSMO soll 1LIVE STREET, aus 1LIVE DIGGI 1LIVE LOUNGE werden.

In allen drei Sendern wird kulturelle Vielfalt in NRW künftig programmlich stärker als bisher verankert sein – zudem bleibt sie ein Querschnittsthema für den ganzen WDR. COSMO soll als 1LIVE STREET zu einem jungen Programm mit Fokus auf die weltweit größte und verbindende Jugendkultur HipHop weiterentwickelt werden (Hauptzielgruppe: 20 bis 29 Jahre). Dabei soll 1LIVE STREET – genauso wie COSMO aktuell – eine kulturell diverse, urban orientierte Zielgruppe ansprechen. Passend zum im WDR-Gesetz festgelegten Auftrag zur Stärkung des interkulturellen Zusammenlebens bleibt kulturelle Vielfalt zentrales Thema des Senders – empfangbar wie bisher über UKW, online und DAB+.
Aus 1LIVE DIGGI soll 1LIVE LOUNGE werden, der erste Radiosender Deutschlands, der in Zeiten von Multikrisen das Bedürfnis junger Erwachsener nach einer unaufgeregten Medienumgebung aufgreift und ihnen in einer digital überreizten Welt eine stressfreie Alltagsbegleitung mit konstruktiven Lösungsansätzen anbietet. Mit diesem Konzept soll ein neues, innovatives Angebot entstehen, das auf die Lebenswelt und die Bedürfnisse einer großen Gruppe junger Menschen in NRW eingeht – empfangbar wie bisher online und über DAB+.

Andrea Schafarczyk, WDR-Programmdirektorin für NRW, Wissen und Kultur: „Wir denken unsere jungen Programme konsequent vom Publikum her, von den Menschen unter 30 in NRW. Unser Ziel ist es, deren Lebensrealitäten zeitgemäß abzubilden. Dafür schärfen wir unsere Angebote klarer und richten sie konsequent an den vielfältigen Bedürfnissen der jungen Menschen aus, die Radio und Audio flexibel und über unterschiedliche Plattformen hinweg nutzen.”
Schiwa Schlei, Programmchefin von 1LIVE und COSMO: „In NRW haben über 40 Prozent der unter 30-Jährigen eine internationale Biografie. Um diese Menschen zu erreichen, stellen wir uns neu und differenziert auf – mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aber vereint unter unserer starken Dachmarke 1LIVE, die bei den jungen Menschen bekannt und positiv besetzt ist. Kulturelle Vielfalt prägt unseren Alltag in NRW und ist für unser Publikum Teil der Normalität – künftig wird diese Perspektivenvielfalt noch stärker unsere Programme prägen.“
Neben der Weiterentwicklung der drei jungen Radioprogramme will der WDR seine Sprachenangebote von COSMO und WDRforyou in einer gemeinsamen Fachredaktion zusammenführen. Ziel ist es, die interkulturelle Expertise der Sprachen-Teams stärker in den deutschsprachigen Programmen des WDR zu verankern. Neben den WDRforyou-Angeboten in Arabisch und Farsi soll es – passend zur Bevölkerungsstruktur in NRW – ein weiterentwickeltes digitales Angebot in türkischer Sprache geben.
Quelle: WDR
¹) Update vom 3. Juni 2026
WDR-Rundfunkrat stimmt Neuausrichtung zu
Die im Vorfeld noch unter dem Vorbehalt der Gremienzustimmung stehenden Pläne zur Neuausrichtung der jungen WDR-Radiowellen sind inzwischen beschlossen. Der Rundfunkrat des WDR hat in seiner 679. Sitzung am 3. Juni 2026 der strategischen Neuaufstellung von COSMO und 1LIVE DIGGI zugestimmt – wenn auch mit knapper Mehrheit.
Damit ist der Weg frei für die bereits skizzierten Veränderungen: Aus 1LIVE DIGGI wird „1LIVE LOUNGE“, während COSMO im Frühjahr 2027 in „1LIVE STREET“ umbenannt werden soll. Inhaltlich setzt der WDR dabei auf eine deutlichere Profilierung der beiden Angebote. 1LIVE LOUNGE soll als ruhiges, entspannungsorientiertes Musikprogramm positioniert werden, während 1LIVE STREET den Fokus klar auf Hip-Hop-Kultur und urbane Themen legen will.
Die Entscheidung fiel jedoch nicht ohne Diskussion. Insbesondere die Zukunft von COSMO sorgte im Rundfunkrat für kontroverse Debatten. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Rolle fremdsprachiger Angebote, zum künftigen Platz von Global Pop und Weltmusik sowie zur Frage, wie der WDR seinem Auftrag zur Förderung des interkulturellen Zusammenlebens weiterhin gerecht werden will – auch mit Blick auf Zielgruppen jenseits der 30.
Der WDR kündigte an, die offenen Punkte zeitnah weiter mit dem Gremium zu erörtern. Trotz der kritischen Nachfragen billigte der Rundfunkrat die Programmschemaänderungen und bestätigte damit die strategische Neuausrichtung der jungen Wellen.
Quelle: WDR-Rundfunkrat








