Pop machte im vergangenen Jahr über ein Viertel des Umsatzes aus, Soundtracks legten 2025 in den Top 100 zu, der Anteil nationaler Produktionen nahm ab.

Diese Erkenntnis sowie weitere lesenswerte Zahlen rund um die Musikwirtschaft sind in der Publikation „Musikindustrie in Zahlen 2025“ hinterlegt, die im Auftrag des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) in diesen Tagen veröffentlicht wurde.
Die Umsatzanteile der einzelnen Repertoiresegmente sind im Jahr 2025 im Vergleich zu den vorangegangenen drei Jahren weitgehend gleichgeblieben. Mit 25,1 Prozent blieb Internationaler Pop weiterhin das umsatzstärkste Genre und konnte ein Plus von 0,5 Prozentpunkten erzielen.
Auch Hip-Hop und Rock konnten die Plätze als zweit- beziehungsweise drittstärkstes Repertoiresegment behaupten, wobei Hip-Hop (18,8 %) einen leichten Umsatzrückgang (–0,2 Prozentpunkte) verzeichnete. Nachdem beim Genre Rock in den vergangenen 10 Jahren ein kontinuierlicher leichter Abwärtstrend zu beobachten war, blieb der Anteil 2025 mit 17,0 Prozent gegenüber 2024 unverändert.
Wie schon einmal im Jahr 2023 konnte sich Dance Platz 4 sichern und kam mit einem Plus von 0,5 Prozentpunkten auf 12,3 Prozent Umsatzanteil, während Family-Produkte einen leichten Rückgang von 0,5 Prozentpunkten verzeichneten und mit 11,6 Prozent auf Platz 5 zurückfielen.
Mit einem Umsatzanteil von 4,4 Prozent blieb Deutsch Pop 2025 im Vergleich zum Vorjahr unverändert und hielt den Durchschnitt der Jahre 2018, 2019 und 2020. Der Anteil von Schlager sank um 0,3 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent. Damit setzte sich der kontinuierliche Abwärtstrend der vergangenen 10 Jahre fort.
Während Jazz 2025 mit 1,6 Prozent Umsatzanteil auf dem Niveau des Vorjahres blieb, sank Klassik um 0,2 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent. Mit 0,2 Prozent gab Volksmusik noch einmal um 0,1 Prozentpunkt nach und nahm in der Rangliste weiterhin den letzten Platz ein.
TOP-100-Charts der Singles und Alben stärker international geprägt
Zum zweiten Mal in Folge in den vergangenen 10 Jahren waren weniger als die Hälfte der Longplayer in den Top-100-Charts nationale Produktionen. Nachdem der Anteil zwischen 2016 und 2020 jeweils die Zweidrittelmarke überschritten hatte, war in den letzten 5 Jahren ein Abwärtstrend zu beobachten. Mit insgesamt 45,6 Prozent im Jahr 2025 betrug der Rückgang 3 Prozentpunkte im Vergleich zu 2024. Der Anteil internationaler Produktionen stieg auf 51,4 Prozent (+0,4 Prozentpunkte). Damit vergrößerte sich zugleich der Abstand zwischen den Anteilen nationaler und internationaler Produktionen.
Bilanz der der vier zentralen Chart-Kategorien
Auch 2025 stammte mit „The Life Of A Showgirl“ der erfolgreichste Longplayer von Taylor Swift. Ihr Album „The Tortured Poets Department“, Spitzenreiter des Vorjahres, landete auf Platz 9 und schaffte damit im zweiten Jahr in Folge den Sprung in die Top 10. Ebenfalls doppelt vertreten in der Spitzengruppe waren Linkin Park mit „From Zero“ auf Platz 2 und „Meteora“ auf Platz 6. Platz 3 belegte der Soundtrack des erfolgreichen Animationsfilms „KPop Demon Hunters“, Platz 4 Billie Eilish mit „Hit Me Hard And Soft“ und Platz 7 Gracie Abrams mit „The Secret Of Us“.
Die drei übrigen Plätze unter den Top 10 gingen an deutsche Acts: Kontra K gelang mit „Augen träumen Herzen sehen“ das erfolgreichste Album auf Platz 5, Ayliva erreichte mit „In Liebe“ Platz 8 und Jazeek mit „Most Valuable Playa“ Platz 10. In die Top 25 schafften es weitere sechs deutsche Künstler:innen (und damit ins Spitzenfeld insgesamt neun): Roland Kaiser („Marathon“), Nina Chuba („Glas“), Cro („Raop“), Sarah Connor („Freigeistin“), Pashanim („Grünewürfelflow“) und Peter Fox („Stadtaffe“).
Starke Überschneidungen zwischen Single- und Streaming-Charts
Unter den 100 erfolgreichsten Singles 2025 waren insgesamt 34 nationale Produktionen, darunter 29 deutschsprachige Titel. Dem entsprachen 43,2 Prozent Umsatzanteil bei einem Rückgang um 7,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr, während der Anteil internationaler Produktionen von 49,5 auf 56,8 Prozent stieg. Seit 2019, als der Anteil an hiesigen Singles den Höchststand der letzten 10 Jahre erreichte (63,9 %), ist ein kontinuierlicher Rückgang des lokalen Repertoires in den Top-100-Charts zu beobachten.
Die auch im Jahr 2025 starken Überschneidungen zwischen Single- und Streaming-Charts verdeutlichen einmal mehr die starke Wechselwirkung beider Kategorien. Bis auf zwei Ausnahmen in der Liste der 25 meistgestreamten Songs finden sich alle Titel in der Rangliste der 25 erfolgreichsten Singles wieder, lediglich die Platzierungen unterscheiden sich marginal. Die ersten vier Plätze der Single- und Streaming-Charts sind sogar identisch: „Wackelkontakt“ von Oimara, „APT.“ von ROSÉ & Bruno Mars, „Tau mich auf“ von Zartmann und „Ordinary“ von Alex Warren.
Die Airplay-Charts hingegen weisen deutliche Unterschiede auf. So war die erfolgreichste Single der Streaming- und Single-Charts, „Wackelkontakt“ von Oimara, in den Top 100 nicht vertreten. Auf Platz 1 fand sich hier die Pop-Ballade „Ordinary“ von Alex Warren, die in den Single- und Streaming-Charts jeweils auf Platz 4 lag. Auf Platz 2 kam die mehrfach ausgezeichnete Single „APT.“ von ROSÉ und Bruno Mars, die auch in den Single- bzw. Streaming-Charts Platz 2 erreichte.
Vier deutschsprachige Titel in den Top 100 der Airplay-Charts
Auch 2025 blieben deutschsprachige Titel in den Airplay-Charts verglichen mit den Single- und Streaming-Charts weiterhin in der Minderzahl. Waren zum Beispiel in den Top-25-Single-Charts 9 von 25 Titeln deutschsprachig, fanden sich in den Top-25-Airplay-Charts lediglich 3 nationale Produktionen und kein einziger deutschsprachiger Song. In die Top 100 schafften es insgesamt 4 deutschsprachige Songs, der erfolgreichste erreichte Platz 68 („Wenn das Liebe ist“ von Nina Chuba). Englisch bleibt also die klar dominierende Sprache. Auf dieses Missverhältnis weist der BVMI immer wieder hin, insbesondere mit Blick auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der einen besonderen Auftrag zur Förderung von lokalem Repertoire hat.
Neu in 2025: Der monatliche BREAKTHROUGH-AWARD
Im Januar 2025 ist als neue gemeinsame Initiative von GfK Entertainment und Bundesverband Musikindustrie der Breakthrough-Award gestartet. Er zeichnet seitdem jeden Monat die Künstlerin bzw. den Künstler aus, die beziehungsweise der Platz 1 der Offiziellen Deutschen Breakthrough Artist-Charts erreicht und damit den Durchbruch feiert. Die neue Hitliste umfasst dabei jeden Monat drei Positionen, wobei der Spitzenreiter automatisch den Breakthrough-Award erhält. Um für die Breakthrough Artist-Charts gewertet zu werden, darf ein Act vorher noch nie in den Top 20 der Single-Charts oder Top 50 der Album-Charts platziert gewesen sein – weder Solo noch als Teil einer Band oder als erstgenannter Artist einer Kollaboration.
Die Würdigung hat sich schnell zu einer national wie international begehrten Auszeichnung entwickelt. Die Gewinner:innen des ersten Jahres sind dabei nicht nur kurzzeitig erfolgreich gewesen, sondern auf dem deutschen Musikmarkt auch nachhaltig in Erscheinung getreten: Mit ihren jeweiligen Gewinnersongs kommen sie zusammengerechnet auf 1,1 Milliarden Streams und standen schon über 400 Wochen in den Offiziellen Deutschen Single-Charts.
Viele der 2025 prämierten Songs, wie beispielsweise die Nummer-1-Hits „Golden“ (HUNTR/X), „Wackelkontakt“ (Oimara) und „Ordinary“ (Alex Warren), entwickelten sich binnen kurzer Zeit zu Mega-Hits.
Die Breakthrough Artist-Charts erweitern die Chart-bezogenen Auszeichnungen um eine wichtige und aussagekräftige Dimension, indem sie eine besondere Phase in der Partnerschaft zwischen Musiker:innen und Musikfirma sichtbar machen. Denn die Arbeit eines Labels beginnt häufig lange vor dem kommerziellen Erfolg mit dem Entdecken neuer Talente, die sie dann mit Blick auf eine langfristige und nachhaltige Etablierung im Musikmarkt aufbauen und begleiten.
Die Offiziellen Deutschen Charts werden von GfK Entertainment im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie ermittelt. Sie decken 90 Prozent aller Musikverkäufe ab und sind das zentrale Erfolgsbarometer für Industrie, Medien und Musikfans. Basis der Hitlisten sind die Verkaufs- bzw. Nutzungsdaten von ca. 2.600 Händlern/Filialen sämtlicher Absatzwege. Dazu zählen der stationäre Handel, E-Commerce-Anbieter, Download-Portale und Streaming-Plattformen.


















