MDR spart sich ab 2027 UKW-Verbreitung von SPUTNIK

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) stellt sein Programmportfolio neu auf und reagiert damit auf ausbleibende Mehreinnahmen durch den Rundfunkbeitrag. Eine der angekündigten Maßnahmen: Das Jugendradio MDR Sputnik wird ab 2027 nicht mehr über UKW verbreitet. Stattdessen setzt der Sender konsequent auf digitale Ausspielwege. Hintergrund der Entscheidung ist eine finanzielle Lücke, die durch die seit dem 1. Januar 2025 nicht umgesetzte Erhöhung des Rundfunkbeitrags entstanden ist.

MDR SPUTNIK

MDR-Intendant Ralf Ludwig machte vor dem Rundfunkrat deutlich, dass der Sender darauf strukturell reagieren müsse: „Wir haben uns die Entscheidungen beileibe nicht leicht gemacht und wir würden uns die Situation gewiss auch anders wünschen. Aber Fakt ist: wäre die aus unserer Sicht rechtmäßige moderate Anhebung des Rundfunkbeitrags seit 01.01.2025 so umgesetzt worden, wie von der KEF empfohlen und wie im Verfahren vorgesehen, müssten wir diesen nun einschneidenden Weg nicht gehen. Doch die Realität lässt uns keine andere Wahl, wir können die seit 2025 fehlenden Einnahmen als MDR nicht mehr kompensieren. Die ausgebliebene Beitragsanpassung erzeugt für uns eine erhebliche Finanzlücke, auf die wir deshalb ab 2027 mit einer Etatabsenkung verantwortungsvoll reagieren müssen, um den MDR insgesamt wirtschaftlich und publizistisch zukunftssicher aufzustellen.“

Ralf Ludwig (Bild: © MDR / Kirsten Nijhof)
Ralf Ludwig (Bild: © MDR / Kirsten Nijhof)

Im Zuge dieser Etatabsenkung richtet der MDR sein Angebot stärker auf digitale Nutzung aus, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen. MDR-Programmdirektor Boris Lochthofen erklärte dazu: „Der MDR ist angesichts der veränderten Mediennutzung wie alle Medienhäuser in permanenter Transformation. Gleichzeitig haben wir mehrere Phasen intensiver Einsparungen in allen Bereichen des Hauses durchlaufen. Weil wir den MDR nicht insgesamt schwächen und nicht unsere Aufgaben als öffentlich-rechtliches Haus gefährden wollen, haben wir uns entschieden, nicht in der Breite zu kürzen, sondern strategisch Prioritäten zu setzen. Die Entscheidungen schmerzen uns, aber wir gewinnen damit wirtschaftlich und publizistisch Handlungsspielraum, um unsere regionale Stärke und unsere Transformationsfähigkeit zu bewahren.“

Boris Lochthofen (Bild: © MDR/Christopher Schmid)
Boris Lochthofen (Bild: © MDR/Christopher Schmid)

Neben dem geplanten UKW-Ausstieg von MDR Sputnik sieht das Maßnahmenpaket weitere Einschnitte und Umstrukturierungen vor. So wird unter anderem geprüft, die Produktion des „ARD-Mittagsmagazins“ ab 2027 abzugeben. Zudem sollen Neuproduktionen von „Tatort“ und „Polizeiruf“ für drei Jahre pausieren. Das TV-Magazin „MDR um 2“ wird ab 2027 nicht mehr linear ausgestrahlt, sondern als Streamingformat weitergeführt.

Mit den Maßnahmen will der MDR nach eigenen Angaben seine regionale Berichterstattung stärken und gleichzeitig den Wandel hin zu digitalen Angeboten vorantreiben. Ziel sei es, die publizistische Leistungsfähigkeit des Senders trotz eingeschränkter finanzieller Spielräume langfristig zu sichern.

Adbnlocker erklannt

Anzeigen sind manchmal lästig – wir wissen das...

Aber der Betrieb von RADIOSZENE wird ausschließlich durch Werbung finanziert. Nur so können wir die Plattform kostenlos anbieten und die laufenden Kosten decken. Deshalb möchten wir dich darum bitten, deinen Adblocker für diese Seite zu deaktivieren. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Ich habe meinen Adblocker jetzt deaktiviert