Die deutsche Radiobranche trauert um einen ihrer prägenden Stimmen: Rainer Nitschke ist am 10. Mai 2026 im Alter von 79 Jahren gestorben. Über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg gehörte er zu den vertrauten Begleitern im Alltag vieler Hörer – mit einer unverwechselbar warmen, zurückhaltenden und zugleich präsenten Art am Mikrofon.

Nach Angaben von Schwarzwaldradio, wo Nitschke seit 2017 regelmäßig zu hören war, hinterlässt sein Tod eine spürbare Lücke. „Die Radiowelt klingt heute ein bisschen leiser“, heißt es in einem Nachruf des Senders. Neun Jahre lang habe er das Programm mitgeprägt und sei weit mehr als nur ein Kollege gewesen.
Nachruf von Schwarzwaldradio zum Tod von Rainer Nitschke
Radio war für ihn nie einfach nur ein Job. Radio war Rainer Nitschke. Über Jahrzehnte hat er die Menschen begleitet — mit dieser warmen, freundlichen Stimme, die man sofort erkannt hat. Einer, der gute Laune konnte, ohne laut zu sein. Der charmant war, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Und einer, bei dem man immer das Gefühl hatte: Der meint das genauso, wie er’s sagt.
Viele kannten ihn noch aus den Zeiten bei Radio Luxemburg, später wurde er vor allem beim SDR, SWR und auch beim WDR zu einer echten Radiostimme, die Generationen begleitet hat. Mehr als 50 Jahre hinter dem Mikrofon — das schaffen nur ganz wenige.
Jetzt ist Rainer seiner letzten großen Sendung vorausgegangen. Und ehrlich gesagt: Die Radiowelt klingt heute ein bisschen leiser.
Wir verlieren einen Kollegen, den viele nicht nur geschätzt haben, sondern wirklich gern mochten. Einen Menschen mit Humor, mit Haltung und mit echter Liebe fürs Radio.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und bei allen, die mit ihm gearbeitet, gelacht und gesendet haben.
Danke für die vielen Geschichten, die gute Laune und für ein halbes Jahrhundert Radio.
Mach’s gut, Rainer.
Seine Laufbahn begann Rainer Nitschke Ende der 1960er-Jahre bei Radio Luxemburg, nachdem ihn die Schauspielerin Ursula Herking mit Camillo Felgen bekannt gemacht hatte. Dort moderierte er unter anderem „Hallo, Nachtarbeiter“ und „Der fröhliche Wecker“. 1969 wechselte er zum damaligen Süddeutschen Rundfunk, wo er mit Formaten wie „Gut aufgelegt“ oder „Im Auto unterwegs“ schnell eine große Hörerschaft erreichte. Der Beiname „Stimme des Südens“ begleitete ihn fortan.

Über Jahrzehnte blieb Nitschke eng mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbunden, insbesondere beim Südwestrundfunk und beim Westdeutscher Rundfunk. Beim WDR moderierte er von 1985 bis 2016 zahlreiche Sendungen auf WDR4, darunter „Pavillon“, „Unser Nachmittag“ und „Mehr Sonntag“. Besonders populär waren seine Marathonmoderationen in den „Super-Wunsch-Hitparaden“, häufig gemeinsam mit Ulla Norden und Hermann Hillebrand.

Auch im Fernsehen war Nitschke präsent, etwa im ZDF-Ferienprogramm sowie in Unterhaltungssendungen des SDR und WDR. Parallel dazu arbeitete er als Sprecher und veröffentlichte gemeinsam mit Musikerkollegen eigene Aufnahmen.
Mit Rainer Nitschke verliert das Radio einen Moderator alter Schule: einen, der nicht laut sein musste, um gehört zu werden, und der über Jahrzehnte hinweg Nähe zum Publikum aufgebaut hat. Seine Stimme bleibt vielen Hörern im Gedächtnis.
Weiterführende Informationen
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- Rainer Nitschke bei Schwarzwaldradio: „Hier kann ich mich austoben“
- radioforen.de: Rainer Nitschke verstorben
- YouTube: Rainer Nitschke – Portrait
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