Radio bleibt stabil meistgenutzes Musikmedium in Deutschland

Trotz eines leichten Rückgangs blieb das Radio über alle Verbreitungswege hinweg 2025 das meistgenutzte Musikmedium im Alltag der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren. Während im Jahr zuvor der Wert um 3,4 Prozentpunkte auf 28,9 Prozent gestiegen war, verzeichnete das Radio bei einem geringen Minus von 0,3 Prozentpunkten nun einen Anteil von 28,6 Prozent an der wöchentlichen Musiknutzungszeit. Diese Erkenntnis sowie weitere lesenswerte Zahlen rund um die Musikwirtschaft sind in der Publikation „Musikindustrie in Zahlen 2025“ hinterlegt, die im Auftrag des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) in diesen Tagen veröffentlicht wurde.

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Auf Platz 2 stand 2025 weiterhin das bezahlte Audio-Streaming, das zudem das dritte Mal in Folge zulegen konnte – um 2,4 Prozentpunkte auf 27,3 Prozent. Damit übertraf es erstmals den Wert aus dem Jahr 2021 (26,7 %), als Premium-Audio-Streaming das Radio in der wöchentlichen Musiknutzungszeit das erste und bisher einzige Mal überholt hatte.

Video-Streaming, vor allem auf YouTube, blieb 2025 zwar das drittgrößte Segment, fiel jedoch von 16,5 Prozent auf 14,5 Prozent und entsprach damit in etwa wieder den Werten der Jahre 2022 (14,4 %) und 2023 (14,3 %). 2021 waren noch rund 20 Prozent der wöchentlichen Musiknutzungszeit auf Video-Streaming entfallen.

Physische Produkte wie CDs, Vinyl und Downloads, die in die Kategorie „Gekaufte Tonträger“ fallen, konnten einen marginalen Anstieg von 0,1 Prozentpunkten erzielen. Auf sie entfielen 6 Prozent der wöchentlichen Musiknutzungszeit, jedoch lag der Wert weit unter dem letzten Höchstwert von 2022 mit doppelt so viel Musiknutzungszeit (12 %).

Kurzvideo-Apps, darunter TikTok, konnten 2025 – anders als Video-Streaming – mit insgesamt 6,2 Prozent der Musiknutzungszeit einen leichten Anstieg um 1,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Dennoch blieb der Anteil geringer als der des kostenlosen Audio-Streamings (14,5 %) und von Musikangeboten aus der Kategorie „Sonstiges“, worunter Fernsehen oder Video-Streaming-Dienste wie Netflix fallen (7,3 %). Der Anteil ist im Vergleich zu 2024 um 1 Prozentpunkt gestiegen, während er bei Live-Musik von 3,7 auf 3,3 Prozent gesunken ist.

Hörgewohnheiten in Deutschland (Bild: © BVMI)

Kostenloses Audio-Streaming verlor mit 6,7 Prozent Anteil 2 Prozentpunkte gegenüber 2024. Durch den zugleich deutlich gestiegenen Anteil des Premium-Audio-Streamings vergrößerte sich der Abstand zwischen beiden Kategorien erstmals seit 2021 wieder: 2025 wurde Premium-Audio-Streaming mehr als viermal so häufig genutzt wie kostenloses Audio-Streaming.

Frauen hörten mehr Radio, Männer streamten häufiger

Im Vergleich zu 2024 haben sich die Gesamtanteile des Musikhörens bei den beiden größten Segmenten Radio (29 %) und Audio-Streaming (34 %) sowie bei den gekauften Tonträgern (6 %) nicht verändert. Das Musikhören über Video-Streaming ging um 3 Prozentpunkte auf 14 Prozent zurück. Die Nutzungsanteile von Kurzvideo-Apps und Social Media (6 %) und von Angeboten der Kategorie „Sonstiges“ (11 %) für den Musikkonsum blieben 2025 mit jeweils 1 Prozentpunkt Anstieg im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Ähnlich wie 2024 gab es hinsichtlich des Nutzungsanteils der verschiedenen Musikmedien 2025 wenig signifikante Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Nur beim Radio vergrößerte sich der Abstand zwischen den Geschlechtern deutlicher. Durch die Abnahme um 1 Prozentpunkt bei den Männern und gleichzeitiger Zunahme um 1 Prozentpunkt bei den Frauen wuchs er um 6 Prozentpunkte. Bei der Streaming-Nutzung hat sich der Abstand gegenüber dem Vorjahr von 1 auf 4 Prozentpunkte vergrößert, da ihr Anteil bei den Männern um 3 Prozentpunkte auf 36 Prozent zulegte und bei den Frauen um 2 Prozentpunkte auf 32 Prozent fiel. Hingegen hat sich der Anteil in der Kategorie „Sonstiges“ nach einem Abstand von noch 4 Prozentpunkten im Jahr 2024 nun mit jeweils 11 Prozent im Jahr 2025 ausgeglichen.

Gekaufte Tonträger und Kurzvideo-Apps nutzten beide Geschlechter in etwa in gleichem Maß wie 2024. Beim Video-Streaming nahm die Nutzungsdauer um 1 Prozentpunkt bei den Männern (16 %) und um 3 Prozentpunkte bei den Frauen (13 %) ab.

Hörgewohnheiten in Deutschland (Bild: © BVMI)

Radio als Musikmedium bei den jüngeren Altersgruppen beliebter als im Jahr zuvor

Beim Radio hat sich der Nutzungsanteil in den Altersgruppen 2025 im Vergleich zum Vorjahr ungleichmäßig verändert: So stieg er bei den 16- bis 19-Jährigen um 5 Prozentpunkte auf 7 Prozent an. Bei den 20- bis 29-Jährigen und den 30- bis 39-Jährigen ist der Anteil von 9 auf 12 Prozent beziehungsweise von 19 auf 20 Prozent ebenfalls gestiegen.

Gleichzeitig ging die Radionutzung bei den 40- bis 49-Jährigen von 30 Prozent im Jahr 2024 auf 26 Prozent im Jahr 2025 zurück. In der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen wiederum ist der Nutzungsanteil um 8 Prozentpunkte auf 46 Prozent gestiegen. Bei den über 60-Jährigen war ein marginaler Rückgang um 1 Prozentpunkt zu verzeichnen. Insgesamt galt aber wie im Vorjahr: Je älter die Menschen, desto höher ist der Anteil der Radionutzung beim Musikkonsum.

Auch beim Audio-Streaming galt wie 2024: Je jünger die Menschen, desto mehr wird gestreamt. Darüber hinaus lassen sich in den Altersgruppen unterschiedliche Veränderungen feststellen. Während bei den 16- bis 19-Jährigen (50 %), den 20- bis 29-Jährigen (41 %) und den 50- bis 59-Jährigen (26 %) jeweils ein Rückgang des Nutzungsanteils um 5 Prozentpunkte zu verzeichnen war, gab es einen Anstieg bei den 30- bis 39-Jährigen (+5 Prozentpunkte auf 39 %), den 40- bis 49-Jährigen (+2 Prozentpunkte auf 32 %) und den über 60-Jährigen (+1 Prozentpunkt auf 26 %).

Bei den gekauften Tonträgern blieb der Nutzungsanteil wie auch im Vorjahr jeweils einstellig. Bei den 16- bis 19-Jährigen und den 20- bis 29-Jährigen ist er um 1 Prozentpunkt gesunken, während er in den älteren Altersgruppen leicht gestiegen ist.

Kurzvideo-Apps machten 2025 rund ein Fünftel (19 %) der wöchentlichen Musiknutzungszeit bei den 16- bis 19-Jährigen aus, 2024 war es noch rund ein Viertel (26 %). In den älteren Altersgruppen nahm der Nutzungsanteil für das Format jeweils nur marginal ab.

Angebote der Kategorie „Sonstiges“ wurden von den 20- bis 29-Jährigen und den 40- bis 49-Jährigen am stärksten genutzt (13 %). Deutlich zugelegt hat auch der Anteil in der jüngsten Altersgruppe der 16- bis 19-Jährigen auf 10 Prozent. Der 2024 noch höchste Wert bei den 30- bis 39-Jährigen ist von 16 auf 12 Prozent gesunken. Bei den zwei ältesten Altersgruppen blieb der Anteil mit jeweils 7 Prozent unverändert.

Beim Video-Streaming ist die Nutzungsdauer in allen Altersgruppen außer in der jüngsten und der ältesten zurückgegangen. Den höchsten Anteil erreichten die 20- bis 29-Jährigen mit gut einem Fünftel (19 %). Bei den über 60-Jährigen ist der Wert mit 12 Prozent gleichgeblieben.

Die beliebtesten Genres der verschiedenen Altersgruppen

In den meisten Lebensbereichen gibt es generationelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede – so auch bei den beliebtesten Musikgenres.

Ähnlich wie 2024 war Internationaler Pop in allen Altersgruppen unter 70 im Jahr 2025 das beliebteste Genre. Mit 77 Prozent hörten die 50- bis 59-Jährigen diese Musikrichtung am liebsten, gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen und den 60- bis 69-Jährigen (je 69 %). Auch jeweils über zwei Drittel innerhalb der anderen Altersgruppen hörten gerne Internationalen Pop. Bei den über 70-Jährigen waren es 37 Prozent, womit das Genre dort erst Platz 4 belegte.

Deutscher Pop blieb für die 16- bis 19-Jährigen und die 20- bis 29-Jährigen das zweitbeliebteste Genre, während es zwar auch in allen anderen Altersgruppen vertreten ist, sich jedoch zwischen 35 und 61 Prozent und damit zwischen Platz 3 und 5 bewegt.

Im Gegensatz zu 2024, in dem bei allen Altersgruppen über 30 die Musik der 80er/90er auf Platz 2 rangierte, war es bei den 30- bis 39-Jährigen nun Internationaler Rock, der sich zweitgrößter Beliebtheit erfreute. 

Alle anderen Altersgruppen ab 40 fanden die Musik der 80er/90er nach wie vor am zweitbesten, aber auch Jüngere hörten diese Musik­richtung weiterhin gerne, allerdings weniger als zuvor.

Bei den 20- bis 29-Jährigen kam sie auf Platz 4, bei den 10- bis 19-Jährigen erst auf Platz 6 nach Internationalem Hip-Hop/Rap und Deutschem Rap. Internationaler Hip-Hop/Rap gehört bei allen Altersgruppen unter 40 zu den beliebtesten Musikrichtungen. Während 35 Prozent der 10- bis 19-Jährigen dieses Genre gerne hörten, waren es bei den 20- bis 29-Jährigen 33 Prozent und bei den 30- bis 39-Jährigen 27 Prozent.

Genrebeliebtheit nach Altersgruppen in Deutschland (Bild: © BVMI)

Electronic Dance Music (EDM) schaffte es 2025 erneut in den vier jüngeren Altersgruppen in die Liste der beliebtesten Genres, wenngleich es bei den 20- bis 29-Jährigen und den 30- bis 39-Jährigen jeweils etwas weniger beliebt war als 2024 und sich nun auf Platz 8 bzw. 7 findet. Hardrock/Heavy Metal wurde vor allem bei den 30- bis 69-Jährigen gerne gehört, in den Altersgruppen darunter und darüber war das Genre nicht unter den beliebtesten acht Musikrichtungen vertreten.

Schlager schaffte es bei den Altersgruppen ab 50 unter die am liebsten gehörten Genres. So waren es rund ein Fünftel der 50- bis 59-Jährigen (21 %), mehr als ein Viertel der 60- bis 69-Jährigen (27 %) und zwei Fünftel der über 70-Jährigen (41 %), die das Genre gerne hörten.

Klassik war nur für 34 Prozent der über 70-Jährigen ein gerne gehörtes Genre, unter den anderen Altersgruppen war sie nicht vertreten. Anders die Oldies, die mit zunehmendem Alter und für gleich mehrere Altersgruppen zu den beliebteren Genres zählten. Bei den 40- bis 49-Jährigen waren es etwas mehr als ein Drittel (32 %), bei den 50- bis 59-Jährigen zwei Fünftel (40 %) und bei den über 70-Jährigen mehr als die Hälfte (55 %), die dieses Genre am liebsten mochten. Bei den 60- bis 69-Jährigen hatte die Musikrichtung mit 60 Prozent ihren höchsten Anteil.

Internationaler Rock hatte Fans in allen Altersgruppen. So hörten von den 30- bis 69-Jährigen jeweils mindestens die Hälfte dieses Genre gerne und bei den über 70-Jährigen knapp ein Drittel. Bei den Jüngeren fand das Genre aber auch nicht wenig Zuspruch: 37 Prozent der 10- bis 19-Jährigen und 47 Prozent der 20- bis 29-Jährigen hörten gerne Internationalen Rock.

 

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