Deutsche Welle schließt ausgewählte Accounts auf Plattform X

Die Deutsche Welle (DW) wird im Zuge der aktuellen Budgetkürzung etwa die Hälfte ihrer Accounts auf der Social-Media-Plattform X schließen. Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit den Einsparvorgaben und den daraus folgenden Anpassungen im digitalen Angebot.

Deutsche Welle (Bild: © DW)

Der Weiterbetrieb zahlreicher Accounts auf X ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen mit gestiegenen Kosten verbunden. Zum einen haben sich seit 2022 die Kosten für plattformspezifische Leistungen erhöht, darunter der Zugang zu Schnittstellen für die Performance‑Messung sowie die Kennzeichnung als „X Premium Organization“ (vormals „X Verified Organization“).

Zum anderen ist ein professioneller Accountbetrieb auf externe Community‑Management‑ und Monitoring‑Tools angewiesen, deren Nutzung grundsätzlich mit zusätzlichen Aufwendungen verbunden ist. Diese Werkzeuge sind erforderlich, um redaktionelle Betreuung, Moderation und Auswertung in verlässlicher Qualität sicherzustellen.

Zusammengenommen machen die gestiegenen plattformspezifischen Kosten und die erforderlichen Aufwendungen für den professionellen Betrieb einen Weiterbetrieb der betroffenen Accounts in der bisherigen Qualität nicht möglich.

Redaktionelle Erwägungen

Neben wirtschaftlichen Aspekten spielen auch redaktionelle Faktoren eine Rolle. Die Rahmenbedingungen für journalistische Inhalte auf X haben sich in den vergangenen Jahren sichtbar verändert. So erschweren unter anderem der Umgang mit Desinformation und Hate Speech, die zunehmende Präsenz extremistischer Inhalte sowie eingeschränkte Moderationsmöglichkeiten die redaktionelle Arbeit.

Gleichzeitig sind bestimmte Funktionen, die für eine sichere, datengestützte Ausspielung notwendig sind, nur noch mit zusätzlichen kostenpflichtigen Programmen möglich. Dies betrifft unter anderem Reichweitenmechanismen und Analysefunktionen, die für eine strategische Steuerung zentral sind.

Schließung bis Ende des Jahres

Die DW wird folgende Accounts auf X bis Ende des Jahres schrittweise schließen und nicht weiter redaktionell betreuen: @dw_balkan, @dw_brasil, @dw_croatian, @dw_conflictzone, @dw_europe, @dw_greek, @dw_hindi, @dwnews, @dw_politik, @dw_polski, @dw_shqip, @plus90 und @zapovednikshow. Die jeweiligen Communities werden rechtzeitig informiert und auf alternative digitale Angebote der DW hingewiesen.

Für Länder, in denen der Zugang zu unabhängigen Informationen eingeschränkt ist, bleibt die DW weiterhin auf X präsent, unter anderem mit Angeboten für den Iran und Russland. Dort leistet die digitale Präsenz der DW auch auf X einen wichtigen Beitrag zum Zugang zu verlässlichen Informationen.

Unabhängig davon bleibt die DW auf zahlreichen weiteren digitalen Plattformen aktiv und stellt die stabile und verlässliche Verfügbarkeit ihrer journalistischen Inhalte sicher. Diese Angebote sind von den aktuellen Anpassungen nicht betroffen.


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Quelle: DW

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