USA: SiriusXM und iHeartMedia vor Mega-Fusion

USA: SiriusXM und iHeartMedia vor Mega-Fusion
SiriusXM und iHeartMedia führen Gespräche über eine mögliche Fusion, berichtet Variety. Die Nachricht war zunächst Gegenstand mehrerer Berichte von Bloomberg ($).

Aus Podcast-Perspektive würde ein Zusammenschluss ein Netzwerk mit 3.422 Shows schaffen, die zusammen rund 207 Millionen Downloads und Views pro Monat erzielen. Spotify bliebe laut dem Ranking von Podscribe zwar weiterhin größer – allerdings nur so lange, bis SiriusXM noch in diesem Jahr die Audiovermarktung von YouTube übernimmt. Sowohl iHeart als auch SiriusXM verfügen darüber hinaus bekanntermaßen über umfangreiche Radiogeschäfte. RadioInsight geht davon aus, dass ein fusioniertes Unternehmen ein regelrechter Branchenriese wäre.

SiriusXM verschleiert seine Podcast-Umsätze, indem das Unternehmen Pandora in die entsprechenden Zahlen einbezieht. Dennoch erzielte dieser Geschäftsbereich 2025 einen Umsatz von 2,1 Milliarden US-Dollar, was 25 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. iHeart kam 2025 im Podcasting auf 563 Millionen US-Dollar, entsprechend 14,5 Prozent des Gesamtumsatzes.

Ein solcher Deal würde auch den britischen Konzern Global (Eigentümer von DAX und Captivate) unter Zugzwang setzen. Bereits 2020 erlaubte die Federal Communications Commission (FCC), dass iHeartMedia vollständig in ausländischem Besitz sein darf; über seinen Investmentarm hält Global derzeit 32 Prozent an iHeartMedia. Am 5. März dieses Jahres genehmigte die FCC zudem einen Antrag von iHeartMedia, wonach Anteile der auf den Bahamas ansässigen Global Media & Entertainment Investments Ltd. auf die in Großbritannien ansässige Global Media Investments Limited übertragen werden können.

Satellitenradio-Empfänger im November 2009 in Washington, D.C. im Preis gesenkt. Die Unternehmen hatten ein Jahr zuvor fusioniert, doch die Hardware wirkte äußerlich noch getrennt. Es war das erste Quartal, in dem das Unternehmen einen Gewinn auswies. (Bild: © James Cridland)
Satellitenradio-Empfänger im November 2009 in Washington, D.C. im Preis gesenkt. Die Unternehmen hatten ein Jahr zuvor fusioniert, doch die Hardware wirkte äußerlich noch getrennt. Es war das erste Quartal, in dem das Unternehmen einen Gewinn auswies. (Bild: © James Cridland)

Sollte Global über freie 45 Millionen Pfund (rund 60 Millionen US-Dollar) verfügen, wäre auch eine Übernahme von ARN, dem australischen iHeart-Markenpartner, eine denkbare Option – wenngleich mögliche rechtliche Verbindlichkeiten den Kaufpreis erhöhen könnten. ARN hat seinerseits Gegenklage gegen Kyle Sandilands und Jackie O Henderson eingereicht. Mumbrella veröffentlicht die vollständigen Gerichtsunterlagen (die nach meinem Verständnis auch Transkripte von Aufnahmen enthalten, die während der Songausstrahlung entstanden sind).

Zudem wurden neue Einschaltquoten aus Australien veröffentlicht – deren Aussagekraft ist jedoch mit Vorsicht zu betrachten. Rund die Hälfte der Daten stammt aus Zeiträumen, in denen „Kyle & Jackie O“ noch auf Sendung waren, sodass sie nur begrenzt Rückschlüsse zulassen. Diese Auswertung kann man im Grunde ignorieren; die wirklich aussagekräftigen Vergleichswerte werden am 11. Juni erwartet.

Update vom 5. Mai

Der US-Audioanalyst Tom Webster ordnet die Diskussion um den möglichen Zusammenschluss differenzierter ein. Er argumentiert, dass die Debatte über eine mögliche Fusion von SiriusXM und iHeartMedia häufig an der Realität vorbeigeht.

Die verbreitete Sorge, lokales Radio könne „verschwinden“, greife zu kurz: In vielen Märkten sei echte lokale Programmleistung – also vor Ort produzierte, inhaltlich relevante Beiträge – schon seit Jahren stark ausgedünnt und mache oft nur wenige Prozent der Sendezeit aus. Übrig geblieben sei vor allem syndizierter Content, Voice-Tracking und Musikrotation.

Der eigentliche lokale Kern des kommerziellen Radios liege laut Webster heute weniger im Programm als in der Werbung: Lokale Spots von Händlern, Dienstleistern und regionalen Unternehmen machten den Großteil des tatsächlich ortsbezogenen Inhalts aus – deutlich mehr als lokale Moderation oder Berichterstattung. Genau diese wirtschaftliche Ebene sei durch einen möglichen Deal tatsächlich gefährdet oder zumindest veränderbar, etwa durch Zentralisierung oder strategische Neuausrichtung.

Gleichzeitig sieht Webster auch eine Gegenperspektive: SiriusXM verfüge über eine deutlich stärkere Vermarktungs- und Infrastruktur als iHeart, das durch hohe Schuldenlast eingeschränkt sei. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass ein Zusammenschluss das lokale Werbegeschäft sogar stabilisieren oder effizienter machen könnte. Die entscheidende Frage sei daher weniger, ob „lokales Radio stirbt“, sondern ob ein fusioniertes Unternehmen lokale Märkte wirtschaftlich besser bedienen kann als bisher.


(Auszug aus Radioland: James Cridland’s radio newsletter vom 27. April 2026 und übersetzt mit Hilfe von ChatGPT.)

James Cridland (Bild: © Tor Erik Schrøder)
James Cridland (Bild: © Tor Erik Schrøder)

Der Radio-Futurologe James Cridland spricht auf Radio-Kongressen über die Zukunft des Radios, schreibt regelmäßig für Fachmagazine, berät eine Vielzahl von Radiosendern und veröffentlicht den täglichen Podcast-Newsletter podnews.net.

James hat über 30 Jahre bei Radiosendern in Großbritannien, Australien und Kanada gearbeitet; bei Virgin Radio UK entwickelte er die weltweit erste Radio-Streaming-App. Er lebt in Brisbane, Australien. https://james.cridland.net

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