So vergibt die Schweiz die UKW-Frequenzen ab 2027

In der Schweiz ist die Zukunft des UKW-Rundfunks über das Jahr 2026 hinaus politisch gesichert. Das Parlament hatte im Dezember 2025 beschlossen, die analoge Verbreitung weiterhin zu ermöglichen (RADIOSZENE berichtete). Nun hat das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) im Auftrag des Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation die konkreten Rahmenbedingungen für die Vergabe der UKW-Frequenzen ab 2027 vorgelegt.

UKW Schweiz Abschaltung ki fb

Demnach sollen die neuen UKW-Lizenzen bis 2034 laufen und sich damit an der Laufzeit der bestehenden Zulassungen der Veranstalter orientieren. Die öffentlich-rechtliche SRG SSR sowie 25 konzessionierte Privatradios mit Leistungsauftrag können ihre bisherigen Frequenzen in den jeweiligen Versorgungsgebieten weiter nutzen. Voraussetzung ist ein entsprechendes Gesuch beim BAKOM. Frequenzen, die bis Ende 2026 nicht verlängert werden, sollen im Jahr 2027 neu ausgeschrieben werden.

Für UKW-Kapazitäten, die bislang von Veranstaltern ohne Leistungsauftrag genutzt wurden, ist ein anderes Verfahren vorgesehen: Diese Frequenzen werden in Form sogenannter „Cluster“ gebündelt und zur Bewerbung ausgeschrieben. Alle interessierten Radioveranstalter können sich darauf bewerben. Die Veröffentlichung dieser Pakete wird für das Frühjahr 2026 erwartet, Bewerbungen sollen bis Ende Juni möglich sein. Bei mehreren Interessenten ist eine Auktion im Herbst 2026 vorgesehen.

Grundsätzlich bleibt die UKW-Verbreitung in der Schweiz auch künftig freiwillig. Gleichzeitig wird ein erheblicher Teil des Frequenzspektrums weiterhin für Programme des Service public reserviert, um deren analoge Verbreitung sicherzustellen.

Mit der nun vorgelegten Regelung setzt das BAKOM die parlamentarische Entscheidung um, die auf die Motion „Neue Ausschreibung für die UKW-Funkkonzessionen ab 1. Januar 2027“ zurückgeht. Für den deutschsprachigen Radiomarkt bleibt damit vor allem bemerkenswert, dass die Schweiz – anders als etwa Deutschland – den analogen Verbreitungsweg länger regulatorisch absichert und parallel zu digitalen Plattformen fortführt.

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