Der Streamingdienst Deezer verzeichnet einen deutlichen Anstieg vollständig KI-generierter Inhalte auf seiner Plattform. Nach Unternehmensangaben werden inzwischen täglich rund 75.000 KI-generierte Tracks hochgeladen. Das entspricht etwa 44 Prozent aller täglichen Uploads und hochgerechnet mehr als zwei Millionen Titel pro Monat.

Trotz dieses starken Wachstums bleibt die tatsächliche Nutzung solcher Inhalte vergleichsweise gering. Der Anteil KI-generierter Musik an den gesamten Streams liege derzeit zwischen ein und drei Prozent. Gleichzeitig stuft Deezer nach eigenen Angaben rund 85 Prozent der Streams auf diesen Tracks als betrügerisch ein und schließt sie von der Vergütung aus.

„KI-generierte Musik ist längst kein Randphänomen mehr“, erklärte CEO Alexis Lanternier. Zugleich verwies er auf die Notwendigkeit gemeinsamer Branchenstandards zum Schutz von Urheberrechten und zur Transparenz gegenüber Nutzern.
Seit Anfang 2025 setzt Deezer ein eigenes, zum Patent angemeldetes Erkennungssystem ein, das KI-generierte Inhalte identifizieren und kennzeichnen kann. Im Juni 2025 führte das Unternehmen nach eigenen Angaben als erster Streamingdienst eine entsprechende Kennzeichnung ein. Insgesamt seien im Jahr 2025 mehr als 13,4 Millionen KI-generierte Tracks erkannt und gelabelt worden.
Die Technologie erkennt unter anderem Inhalte aus gängigen generativen Systemen wie Suno und Udio und lässt sich laut Deezer auf weitere Modelle erweitern. Zusätzlich arbeite man an Verfahren, die synthetische Inhalte auch ohne spezifische Trainingsdaten identifizieren können. Das Unternehmen bietet seine Erkennungstechnologie inzwischen auch zur Lizenzierung an.
Parallel dazu hat Deezer Maßnahmen eingeführt, um den Einfluss KI-generierter Musik auf die Ausschüttungen zu begrenzen. Entsprechend erkannte Titel werden aus algorithmischen Empfehlungen entfernt und nicht in redaktionelle Playlists aufgenommen.
Der starke Anstieg KI-generierter Inhalte fällt in eine Phase wachsender Branchenbedenken. Eine Studie der Verwertungsgesellschaft CISAC prognostiziert, dass bis 2028 bis zu 25 Prozent der Einnahmen von Kreativen durch KI-Effekte gefährdet sein könnten – ein Volumen von bis zu vier Milliarden Euro.
Auch auf Nutzerseite zeigt sich laut einer von Ipsos durchgeführten internationalen Umfrage ein hoher Bedarf an Transparenz. Demnach konnten 97 Prozent der Befragten KI-generierte Musik nicht zuverlässig von menschengemachter unterscheiden. 80 Prozent sprechen sich für eine klare Kennzeichnung entsprechender Inhalte aus.
Deezer positioniert sich vor diesem Hintergrund als aktiver Treiber der Debatte um den Umgang mit KI in der Musikindustrie und verweist auf eigene Initiativen zur Begrenzung von Missbrauch sowie zum Schutz von Urheberrechten.










