Michael Schanze: „RTL war für meine Karriere am wichtigsten“

Er zählt zu den vielseitigsten Künstlern Deutschlands: Der studierte Regisseur startete als Schlagersänger, trat als Schauspieler auf, ist aktuell Autor von gefeierten Musicalstücken, führte durch Samstagsabend-Shows und Kindersendungen im Fernsehen und war eine Zeitlang auch Radiomoderator: Michael Schanze (79).

Michael Schanze im RTL-Studio (Bild: Jutta Ginnen)
Michael Schanze im RTL-Studio (Bild: Jutta Ginnen)

„Ich bin dankbar dafür, dass ich so viele unterschiedliche Leben gelebt habe“, ist Schanze insgesamt zufrieden mit seinem Leben und seiner Karriere. Unser ständiger Mitarbeiter Hendrik Leuker besuchte ihn in seinem Wohnzimmer im Münchner Westen und bat ihn zum Interview für die Serie Radio-Köpfe.

Erfolgreich als Schlagersänger

Michael Schanze studierte nach dem Abitur im Jahr 1966 an der damals neuen Hochschule für Fernsehen und Film in München. Im Regiefach machte er im Jahr 1970 seinen Abschluss: „Nicht wenige der damaligen Kommilitonen machten später Karriere – am bekanntesten wurde wohl Wim Wenders, der längst ein Großer im internationalen Filmgeschäft ist“, erinnert sich Schanze.

Um sich das Geld für sein Studium zu verdienen, trat Schanze, der in seiner Jugend im Windsbacher Knabenchor sang und klassischen Klavierunterricht genoss, mit der von ihm gegründeten Quarter Deck Combo in seiner Heimat, rund um den Starnberger See, und in München auf: „Eines der Highlights des Jahres war immer das Engagement während der Rennwoche in Baden-Baden“.

Ein berühmter Schallplattenproduzent hörte die Band beim edlen Candlelight Dinner im Hotel „Kaiserin Elisabeth“ in Feldafing, und im April 1968 hatte Michael Schanze seinen ersten Auftritt im Fernsehen. Alle waren sich einig: „Aus dem wird was“. Was noch keiner ahnte, der Erfinder und Regisseur des „Talentschuppens“ (ARD/SWF) wurde einer der wichtigsten Begleiter auf Schanzes Weg im Showgeschäft, Dr. Dieter Pröttel.

(Bild: Privatarchiv Michael Schanze)
(Bild: Privatarchiv Michael Schanze)

„Nachwuchs im Fernsehen wurde damals eher stiefmütterlich behandelt. Der Talentschuppen war eher eine Art Feigenblatt für die Entscheider an den Schreibtischen unter dem Motto: „Seht her, wir tun was!“. Mit Schanzes Karriere ging es fortan steil bergauf: Seine erste Single im Jahr 1968 „Ich bin kein Lord“ war bereits ein Achtungserfolg beschieden: „Davon wurden immerhin 50 000 Singles verkauft“, stellt Schanze nicht ohne Stolz fest. Trotzdem konzentrierte er sich in den nächsten Jahren auf sein Studium, das er 1970 erfolgreich abschloss.

Jetzt hatte er wieder Zeit für die Musik. Die Plattenfirma United Artists nahm ihn unter Vertrag und brachte ihn mit dem heute weltweit erfolgreichen Produzenten und Autor Michael Kunze zusammen. Prompt landete er mit der ersten gemeinsamen Produktion „Ich hab Dich lieb (Plaisir d’amour)“ auf Platz 1 der Hitparade, denen eine Langspielplatte folgte. Bis zur nächsten Nummer 1 dauerte es, bis ihm Christian Bruhn 1972 „Oh wie wohl ist mir“ auf den Leib komponierte (300 000 verkaufte Singles).

Eindrücklich sang Michael Schanze zusammen mit einer kleinen Roboterattrappe 1978 das von Michael Kunze getextete Titellied der ARD-Fernsehlotterie „Schalt mal Dein Herz auf Empfang!“. Im Jahr 1982 erhielt er für die mit der deutschen Fußballnationalmannschaft zur Fußball-WM in Spanien aufgenommene LP „Olé España“ eine Goldene Schallplatte. Diese hielt sich 21 Wochen in den Charts und schaffte es auf Platz 1 trotz der seinerzeit eher durchwachsenen fußballerischen Leistung der deutschen Elf. Um einen Künstlernamen kam Michael Schanze übrigens, wie er es selbst sieht, erfreulicherweise herum.

Geben und Nehmen

(Bild: Privatarchiv Michael Schanze)
(Bild: Privatarchiv Michael Schanze)

Brauchen die Medien die Stars, in diesem Fall Schlagersänger, oder benötigen die Stars, um den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu machen, die Medien? Es ist ein Geben und Nehmen: „Man kam in die ,ZDF-Hitparade´ mit Dieter Thomas Heck, wenn man so und so viele Platten verkauft hatte (was wiederum den Verkauf von Singles ankurbelte), mit einem Auftritt in Rainer Holbes ,Starparade´ (ZDF) wurde man geadelt. Ich habe die Sendung als Ritterschlag empfunden.“, bekennt Schanze freimütig.

In Zusammenhang mit der Starparade ist ihm die skurrile Begebenheit noch in Erinnerung, dass Verwandte des deutschstämmigen Country-Sängers John Denver, der bürgerlich mit Nachnamen Deutschendorf hieß, von der Security nicht zur Produktionsfeier vorgelassen worden seien.

Auch trat Michael Schanze in der Sendung Disco(ZDF) bei Ilja Richter auf, bei dem vor allem Anfang der 70er Jahre Schlager wohl gelitten waren. Eine Anfrage für „Ein Kessel Buntes“ (DDR-Fernsehen) bekam er indes nicht. Aber Michael Schanze ist deswegen nicht gram: „Es hat sich eben nicht ergeben.“

In der Hochzeit des Deutschen Schlagers, in den 1970ern, hatte das Radio einen höheren Stellenwert als das Nischendasein als Begleitmedium heute. Michael Schanze entdeckte es sehr früh für sich: „Als kleiner Junge schon fand ich die Musik auf AFN toll (Anm. AFN München sendete damals auf der Mittelwelle 1106 kHz im oberbayerischen Raum). Dieses sei zum Leidwesen seines Vaters Artur Schanze gewesen, der das Streichorchester am Bayerischen Rundfunk geleitet habe.“

Welcher Sender war später für die Karriere als Schlagersänger am wichtigsten? „Hauptsächlich RTL!“, überlegte Schanze nicht lange. Obwohl er Radio Luxemburg nicht vorher gekannt habe, da es in Oberbayern nicht zu empfangen gewesen sei (Anm.: wollte man nicht auf die Kurzwelle im 49-Meter-Band ausweichen).

An der RTL-Löwenverleihung im Herbst 1971 in der Essener Gruga-Halle habe er als Newcomer im Begleitprogramm teilgenommen. Radio Luxemburg betitelte die Künstler im Begleitprogramm als „Gratulanten“, die genauso die große Bühne gestellt bekamen wie die drei Löwengewinner. Der silberne Löwe sei damals an Freddy Quinn  (mit seinem Titel über Napoleons Bonapartes Schicksal, „St. Helena“) gegangen: „Damals hörte ich, wie Freddy Quinn einem Fan antwortete: ‚Heute wird doch der silberne Löwe verliehen.‘“, gibt Schanze Einblick in das Selbstverständnis des Künstlerkollegen. Den vor ihm platzierten Goldenen Löwen, der übrigens an Roy Black ging, vergaß Quinn beflissentlich zu erwähnen…

Michael Schanze auf Senderreise

Damals gingen Künstler, wenn eine neue Schallplatte am Start war, auf Senderreise, um Sprecher, Redakteure und Hörer auf das neue Produkt aufmerksam zu machen. „Von meinen Senderreisen her zu urteilen, war neben Radio Luxemburg der Südwestfunk (SWF), Saarbrücken (mit der Europawelle Saar) und auch der (heimische) BR für mich am wichtigsten.“, so Schanze.

Helga Guitton mit Michael Schanze im RTL-Studio (Bild: Archiv Jutta Ginnen)
Helga Guitton mit Michael Schanze im RTL-Studio (Bild: Archiv Jutta Ginnen)

Im Jahr 1975 war Michael Schanze bei Radio Luxemburg und trat als prominenter Gast in den Sendungen von Helga Guitton und Jochen Pützenbacher auf. Seine Schallplatte „Hell wie ein Diamant“ war gerade herausgekommen. Seinerzeit äußerte er in einem Interview auf dem Parkplatz der Villa Louvigny, dass es bei der Quantität an Platten, die auf dem Schreibtisch der Sprecher täglich landeten, üblich sei, dass man auf Senderreise ginge, um auf seine neue Schallplatte aufmerksam zu machen.

Jochen Pützenbacher mit Michael Schanze (Bild: Archiv Gerda Ebert)
Jochen Pützenbacher mit Michael Schanze (Bild: Archiv Gerda Ebert)

„Wenn man eine Langspielplatte herausgebracht hatte, hat man bei den Sendern gewissermaßen seine Visitenkarte abgegeben.“, ergänzt Schanze. An was erinnert sich Schanze heute nach über 50 Jahren noch? „Als Kind vom Land habe ich in Luxemburg damals erstmals Froschschenkel in einem Restaurant gegessen. An Helga und Jochen erinnere ich mich auch, aber mehr noch an Frank Elstner (damals Programmchef), bei dem ich im Büro war und der fragte: Ist das ein neuer Sprecher oder ein Schlagersänger?“, schildert Schanze schmunzelnd.

Bei Programmstart auf der Antenne

Am 5. September 1988 ging Antenne Bayern vielbeachtet auf Sendung. Es hatte im Vorfeld nämlich Wirbel um den Sendernamen gegeben. Der Bayerische Rundfunk (BR) ging wegen vermuteter Verwechslungsgefahr gegen den ursprünglich vorgesehenen Sendernamen „Radio Bayern“ erfolgreich gerichtlich vor. Antenne Bayern sollte sich dennoch als konkurrenzfähiger Name erweisen und war dann Vorbild für viele Sender im ganzen Land, die sich „Antenne“ nannten.

Schanze war von 1988 bis 1992 Teil des Moderatorenteams und moderierte von 9-12 Uhr die Sendung „Radioboutique“. Wie kam es dazu? Schanze verfolgte damals fasziniert die Entwicklung des Privatradios im Münchner Raum ab Mitte der 1980er Jahre. Er hatte Kontakt zum Marketingleiter von Radio Gong, Georg Dingler. Dieser machte ihn mit Helmut Markwort bekannt, der damals sowohl Geschäftsführer von Radio Gong war als auch geschäftsführender Gesellschafter der Medienpool GmbH, die sich 1988 an Antenne Bayern beteiligte.

(Bild: Privatarchiv Michael Schanze)
(Bild: Privatarchiv Michael Schanze)

Markwort war ursächlich für Schanzes Engagement bei Antenne Bayern. Ursprünglich sollte Michael Schanze als prominentes Teammitglied die Morningshow „Guten Morgen, Bayern!“ von 6 bis 9 Uhr moderieren, wie Markwort beim Essen im Hause Schanze vorschlug: „ Ich bin überhaupt kein Morgenmensch. Meine damalige Frau intervenierte daher: Tut Euch das mit dem Michael (am Morgen) nicht an! So bekam ich dann die Vormittagssendung.“, erklärt Schanze.

Was kam in seiner Sendung vor? „Popmusik (anfangs auch regelmäßig Oldies), aktuelle Beiträge von der Nachrichtenredaktion und mitunter auch ernste Themen auf einem boulevardesken Niveau“. Was seine Playlist angegangen sei, sei ihm noch gut erinnerlich wie diese am Tag des Sendestarts (5.September 1988) durch den Tod des bekannten Schauspielers Gert Fröbe und kurz danach, am 3. Oktober 1988, durch den plötzlichen Tod des amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) über den Haufen geworfen sei. „Der (jeweilige)Tag war überschattet von diesen Todesfällen und wir haben dann ernste Musik und Klassik gespielt“, erinnert sich Schanze lebhaft.

Antenne Bayerns Hörerkreis weitete sich immer mehr und im Jahr 1992 landete man vor dem öffentlich-rechtlichen  Platzhirschen Bayern 3: „Wir waren ein bisschen moderner als der BR. Kollegen vom BR beneideten uns, was wir alles machen durften.“, erklärt sich Schanze den Erfolg des landesweiten Privatsenders.

Michael Schanze wurde es in seiner Sendung gestattet, auf sein Herzensthema Leben mit Behinderung und die Aktivitäten der Lebenshilfe einzugehen: „Mit diesem Thema bin ich früh in Berührung gekommen. Mein Bruder Christian litt als Kleinkind an Kinderlähmung, konnte davon geheilt werden. Über eine Schülerliebe lernte ich seinerzeit deren behinderte Schwester kennen.“ Früher seien Behinderte gesellschaftlich ausgegrenzt worden. Seit Jahrzehnten fördert Schanze auch privat die Lebenshilfe Starnberg e. V., die sich um Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung sowie Kinder mit Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten kümmert.

In doppelter Hinsicht war Michael Schanze ein besonderer Moderator bei Antenne Bayern: Ab Februar 1988 sei der Programmstart vom Antenne Bayern-Team um Viktor Worms und Thommy Ohrner off air geübt worden : „Da konnte ich aber nicht dabei sein. Erst ab dem eigentlichen Programmstart Anfang September 1988.“

Alle Moderatoren seien  Selbstfahrer gewesen, hätten also gleichzeitig die Technik bedient: „Programmchef Mike Haas sagte zu mir: ‚Wir brauchen dich als Plauderer, nicht als Discjockey!‘ So kam es, dass ich der Einzige war, der seine Sendung nicht selbst gefahren hat. Die Technik bediente in meinen Sendungen (der bis heute dort tätige Morgenmoderator) Wolfgang Leikermoser. Wolfgang ist ein ‚Radiotier‘ und ich bin ihm heute noch dankbar für seine Kollegialität“, erzählt Schanze.

Aus welchem Grund hörte Michael Schanze auf? „Die Technik stand schon im Wege, war aber nicht entscheidend für meinen Abgang. Ich habe es damals zeitlich zusammen mit meinen Fernsehaktivitäten nicht mehr geschafft.“, bedauert Schanze. Bisweilen hört man die Aussage, Schanze sei vorher beim BR gewesen: „Weder war ich davor noch danach bei einem Radiosender.“, stellt Schanze richtig. Als Jugendlicher hat er indes in einigen Hörspielen des BR mitgewirkt.

Seine Fernsehsendungen

Einem Millionenpublikum ist Michael Schanze als singender und tanzender Entertainer sowie als Gastgeber von Kindersendungen und Moderator für die Erwachsenen in diversen Shows im Gedächtnis geblieben. Bei „Hätten Sie heut´ Zeit für mich?“ (ZDF) von 1972 bis 1978, produziert von Dr. Dieter Pröttel, handelte es sich um eine Personality-Show mit Showgästen, die für seinen Durchbruch sorgte.

Ursprünglich war diese Sendung für Roy Black vorgesehen. „Roy Black sagte kurzfristig ab. Dessen Management sah ihn ausschließlich als Sänger, nicht als Tänzer und Showmaster“, schildert Schanze die Umstände. Premiere sei im Juni 1972 gewesen. „An gleichem Tag wurden die führenden Köpfe der Baader-Meinhof-Bande gefasst, und die Sendung wurde aus diesem aktuellen Anlass um zwei Stunden verschoben“,  erinnert sich Schanze. Der Erfolg war dennoch phänomenal.

(Bild: Privatarchiv Michael Schanze)
(Bild: Privatarchiv Michael Schanze)

Roy Black sei im Jahr 1976 einmal Stargast gewesen. Als geflügeltes Wort sei damals entstanden, dass seine Sendung wie die Grippewelle einmal im Frühjahr und einmal im Herbst käme. Die erste Personality-Show im Deutschen Fernsehen war indes nicht seine, sondern die „Peter-Alexander-Show“, die es bereits in den 1960er Jahren in der ARD/WDR (in schwarz-weiß) und ab 1969 im ZDF gegeben hat.

Das junge Publikum eroberte der dreifache Vater mit der Kindersendung „1, 2 oder 3“ (ZDF) als dessen erster Moderator, der von 1977 bis 1985 durch 59 Sendungen führte. Es ging hier darum, von drei möglichen Lösungen die richtige Antwort zu raten. Das Licht zeigte den teilnehmenden Kindern, die aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen, dabei an, ob sie auf der richtigen Zahl standen. Mit seinem zum Kult gewordenen Finger-Backen-Schnalzer, kurz „Plopp“ genannt, signalisierte Michael Schanze das Ende der jeweiligen Raterunde („Plopp“, das heißt  „Stopp!“).

Im Jahr 1984 wurde er von der ETMA  (European TV Magazines Association) in Cannes als „Bester Kinder-Entertainer Europas“ für „1,2 oder 3“ ausgezeichnet. Danach wechselte Michael Schanze zur ARD. In den 43 Ausgaben vom „Flitterabend“ ging es von 1988 bis 1995 darum, dass drei frisch verheiratete Ehepaare fünf unterhaltsame Spielrunden miteinander überstehen, um schließlich als Gewinnerpaar eine Hochzeitsreise zu gewinnen, wobei es vor allem um Kenntnisse über den jeweiligen Ehepartner und dessen Familie ankam. Das Konzept der Sendung kam aus Holland. Sie wurde von bis zu 11 Millionen Zuschauern gesehen. Abgerundet wurde das Ganze durch angesagte internationale musikalische Gäste.

Schanzes Fremdsprachentalent blitzte im Smalltalk mit diesen auf. Ein bekannter Bestandteil der Show war der Assistent „Bobby Flitter“ (gespielt von Bruno Horn), der den Paaren, die nicht gewannen, Trostpreise überreichte.In „Kinderquatsch mit Michael“, das in der ARD von 1991 bis 2003 lief, präsentierten drei bis sechsjährige Kinder ihre Talente: Sie trugen Lieder, Gedichte etc. vor. Die Sendung, deren Titel oft Understatement war angesichts der Leistungen der kleinen Hauptdarsteller, war ein fester Bestandteil des Vorabendprogramms am Samstag.

Auszeichnung für Ausgezeichnetes

Im Lauf seiner Fernsehkarriere wurde Michael Schanze mehrmals für seine Moderation geehrt. Er bekam neben der oben erwähnten Auszeichnung der ETMA unter anderem den „Bambi“, die „Goldene Kamera“ und den deutschen Fernsehpreis „Telestar“. Nominierungen erhielt er 1996 für den Adolf-Grimme-Preis („Kinderquatsch mit Michael“) sowie für die Goldene Rose von Montreux („Wunderland“).

Autor von gefeierten Musicals

Michael Schanze kam über sein Wirken als ausgebildeter Schauspieler dazu, für Musicals Musik, Liedtexte und Bücher zu schreiben. Seit 2002, wie schon am Anfang der 1970er Jahre, war Schanze sowohl in Boulevardkomödien als auch in ernsthaften Rollen auf deutschen Bühnen zu sehen.

Für die Darstellung des Milchmanns Tevje in „Anatevka“ („Wenn ich einmal reich wär´!“) erhielt Schanze im Sommer 2012 bei den Bad Hersfelder Festspielen den Zuschauerpreis als beliebtester Darsteller (Silberner Ring).

Michael Schanze spielte auch in ernsten Rollen: Als Dorfrichter Adam im Stück „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist zeigte er sich im Sommer 2017 bei den Schlossfestspielen Neersen erneut als Protagonist im klassischen Charakterfach. Während der Wintersaison 2017/2018 schlüpfte er in die Rolle des Millionärs Tobler in Erich Kästners Lustspiel „Drei Männer im Schnee“, aufgeführt im Schlosstheater Neuwied und im Kleinen Theater.

Ab September 2018 wirkte er im Musical „Kiss Me, Kate“ an der Bonner Oper mit. Als Schauspieler sei er gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, für Musicals Musik und Texte zu schreiben. Und ob er konnte: „Ich hatte für verschiedene Shows von mir die Titelmelodien beigesteuert“, merkt Schanze an. In der Folge habe er im Jahr 2014 für „Scrooge – Eine Weihnachtsgeschichte“, einer Neuinszenierung von Christian Berg, die Musik geschrieben. Im Jahr 2018 sei er beim Musical „Heidi“ in Wien für Musik, Liedtext und Buch verantwortlich gewesen.

Michael Schanze bei Heidi-Weltpremiere
Michael Schanze bei Heidi-Weltpremiere

In den Jahren 2024 und 2025 ging „Eine Weihnachtsgeschichte“ nach Charles Dickens „A Christmas Carol“  auf Deutschland-Tour. Musicals haben bisweilen um ihre künstlerische Anerkennung zu kämpfen: „Ich finde an Musicals das Zusammenspiel von Schauspiel und Musik faszinierend und freue mich jetzt schon, wenn mein „BAMBI“-Musical endlich auf die Bühne kommt.“  Auch sei das Presseecho von „Süddeutscher Zeitung“ über „Bild“ und „Abendzeitung“ zum letzten Musical unisono positiv gewesen.

Hobbys, Seh- und Hörgewohnheiten

Michael Schanze ist bis zu einem schweren Ski-Unfall im Jahr 2003 ein aktiver Sportler gewesen, was teilweise über eine reine Hobbyausübung hinausging: Mit dem TC Tutzing wurde er oberbayerischer Meister im Tennis. Er wurde außerdem Siebter bei den Surf-Weltmeisterschaften 1976 auf den Bahamas.

(Bild: Privatarchiv Michael Schanze)
(Bild: Privatarchiv Michael Schanze)

Er war begeisterter Segler, Golfer, Skifahrer und Mountainbiker. Auch heute versucht er, sich mit Übungen fit zu halten. In den letzten drei Jahren hat er, auch mithilfe einer Abnehmspritze, erfolgreich sein starkes Übergewicht bekämpft, wovon auch eine breite Öffentlichkeit Notiz nahm: „Normalerweise versuche ich Privates eher für mich zu behalten. Da ich mich mit 98kg in dieser Zeit so gut wie halbiert habe, ist das eben zu sehen gewesen, und dass die Boulevardpresse darauf so massiv eingestiegen ist, muss ich halt in Kauf nehmen.“

Musik und ins Theater gehen seien seine Lieblingsbeschäftigungen in seiner Freizeit heute. Auch lese er gerne: „Ich bin eine Leseratte“.  Im Fernsehen sehe er am liebsten Sendungen wie „Terra X“ (ZDF) mit dem Wissenschaftler Harald Lesch, aber auch den Weltraum-Wissenschaftler Ulrich Walter versucht er nicht zu verpassen. „Natürlich auch Sportsendungen. Es gibt fast keinen Sport, der mich nicht interessiert!“

Unter Hörgewohnheiten subsumiere er auch den Konsum von Hörbüchern: „Hörbücher und richtige Bücher zum Lesen halten sich bei mir die Waage. Wir haben so viele hervorragende Sprecher, dass das Leseerlebnis tatsächlich durch ein Hörerlebnis bereichert wird.“

Im Radio hört er bevorzugt Bayern 2. Dort schätzt er besonders die informativen Beiträge und die nicht-kommerzielle Musik zwischen den Beiträgen. Michael Schanze ist geschieden und hat drei erwachsene Söhne. Er stammt aus Tutzing am Starnberger See und lebt in München.

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