Die AI Top 40 ist zumindest einen Hörversuch wert. Sie bezeichnet sich selbst als „live, vollständig KI-generierte Chartshow”, wobei die KI angeblich mit über 47.000 Stunden echtem Sendematerial trainiert wurde – und nicht bloß mit dem üblichen Datenmüll aus dem Internet. Die Produktion klingt straff und durchdacht (wenngleich ich bezweifle, dass sie wirklich vollständig KI-generiert ist); der Moderator „Nexus James” klingt wie ein typischer US-Radiosprecher.
Das Ganze ist eine seelenlose, sterile Erfahrung, die niemanden stören, aber auch niemanden beeindrucken wird. Andererseits ist es eine Chartshow – und vielleicht steht bei diesem Format menschliche Verbindung ohnehin weniger im Vordergrund. Vielleicht ist genau das ein sinnvoller Einsatzbereich für KI – ähnlich wie bei Verkehrs- und Wettermeldungen? Oder vielleicht auch nicht. (Als Randnotiz: Der Reiseverkehrs-Reporter von Gold Brisbane ist der herzlichste und freundlichste, den ich seit Langem gehört habe.)
Ich schätze auch, dass die USA ein Land sind, das mit dem ermüdend braven Casey Kasem aufgewachsen ist – man stelle sich NPR als Moderator einer Top-40-Sendung vor – wobei Amerika natürlich auch mit Rick Dees’ Weekly Top 40 groß geworden ist. Nebenbei bemerkt: Rick Dees zählt die Hits immer noch runter, obwohl er sich doch etwas anders anhört als damals, als ich seine Sendung Anfang der 1990er Jahre ausgestrahlt habe.
Beim Blick auf meinen regulären Job fällt mir auf, dass mittlerweile mehr KI-generierte Podcasts produziert werden als echte. Auch das Radio könnte diesen Weg einschlagen – oder wir besinnen uns auf menschliche Verbindung und das gemeinsame Erleben, das daraus entsteht.
(Auszug aus Radioland: James Cridland’s radio newsletter vom 15. April 2026 und übersetzt mit Hilfe von Claude)

Der Radio-Futurologe James Cridland spricht auf Radio-Kongressen über die Zukunft des Radios, schreibt regelmäßig für Fachmagazine, berät eine Vielzahl von Radiosendern und veröffentlicht den täglichen Podcast-Newsletter podnews.net.
James hat über 30 Jahre bei Radiosendern in Großbritannien, Australien und Kanada gearbeitet; bei Virgin Radio UK entwickelte er die weltweit erste Radio-Streaming-App. Er lebt in Brisbane, Australien. https://james.cridland.net











