Junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren beziehen ihre Informationen beziehungsweise Nachrichten zunehmend via Social Media oder über Videoplattformen. Nachrichten werden zwar noch am häufigsten in Textform genutzt, Videos werden als Nachrichtenquelle aber immer wichtiger. Dies geht aus einer Sammlung verschiedener Studien hervor, die der ARD-Forschungsdienst gerade in der Fachpublikation Media Perspektiven veröffentlicht hat.

Laut dem Reuters Institute Digital News Report, der Daten zur Nachrichtennutzung in 46 Ländern dokumentiert, beziehen junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre) ihre Informationen beziehungsweise Nachrichten zunehmend über Social-MediaKanäle oder von Videoplattformen. Nachrichten in Textform werden zwar nach wie vor am häufigsten konsumiert, Videos gewinnen als Nachrichtenquelle aber zunehmend an Bedeutung. Die Nachrichtennutzung ist jedoch auch in den jüngeren Kohorten nicht homogen, sondern wird von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und individuellen Interessen beeinflusst. So identifizierten die Forscher (2022) fünf Typen, die sich hinsichtlich ihres Umgangs mit Nachrichten und Informationen deutlich unterschieden (zum Beispiel „Uninteressierte“ oder „kalkulierende Meinungsäußerer“). Die wichtigsten Nachrichtenquellen für die befragten Teilnehmer waren Facebook (36 %), YouTube (30 %), gefolgt von Instagram (19 %), WhatsApp (19 %), TikTok (16 %) und X (12 %). Netzwerke wie Threads, Bluesky und Mastodon spielten dagegen nur eine geringe Rolle. Der Anteil der Nutzerinnen und Nutzer von Social-Media- und Videoplattformen war höher als diejenigen, die das Fernsehen (50 %), Online-Nachrichtenseiten (48 %), Radio (13 %) und Printmedien (14 %) nutzten.
Andere Untersuchungen in 2025 fanden heraus, dass junge Erwachsene in der Schweiz ihren Nachrichtenkonsum eher nach spezifischen individuellen Interessen ausrichten (zum Beispiel bei einem wichtigen innenpolitischen Ereignis) als nach dem Wunsch, umfassend informiert zu sein. Eine weitere Untersuchung konstatiert in seiner Studie einen eher kurzlebigen und den individuellen Interessen der Jugendlichen angepassten Nachrichtenkonsum, bei dem Informationen nicht mehr als kompakte Einheiten wahrgenommen werden, sondern als individuell zusammengestellte „Snacks“.
Als Quelle für solche Informationen werden für junge Menschen zunehmend auch sogenannte Newsfluencerinnen und Newsfluencer relevant. Auf diese Weise stillen die Nutzerinnen und Nutzer ihr Bedürfnis nach leicht zu verstehenden Informationen, die in einer einfachen Sprache und in einer eher humorvollen Art und Weise präsentiert werden. Im Laufe des Heranwachsens emanzipieren sich die Jugendlichen von den Nachrichtenroutinen im Elternhaus und entwickeln eigene Muster der Nachrichtennutzung, bei der zunehmend digitale Quellen eine Rolle spielen, wie eine weitere Untersuchung aus 2024 feststellte.
Für die meisten Befragten in der Studie von spielte allerdings die über die Rezeption hinausgehende Beschäftigung mit Nachrichten auf Social-Media-Plattformen (zum Beispiel Kommentieren von Nachrichten oder die Diskussion unterschiedlicher Meinungen) kaum eine Rolle. Die Forscher dieser These belegen, dass die Verbreitung von Nachrichten häufig über interpersonale Kontakte stattfand.
Mit zunehmendem Alter nimmt die kritische Auseinandersetzung mit Nachrichten nach eigenen Angaben deutlich zu. Wenn ihr Konsum als wichtig empfunden wird, wenden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen systematische Evaluationsstrategien an, um über die Glaubwürdigkeit von Nachrichten zu urteilen. Dies geht meist auch einher mit ausgeprägterem Wissen über Nachrichtenproduktion und -distribution.
Traditionelle Medien(marken) genießen in der befragten Zielgruppe offensichtlich einen Vertrauensvorschuss, der für den Aufbau längerfristiger Bindungen an die Marke genutzt werden kann.









