Beim landesweiten Warntag in Bayern am Donnerstag, 12. März, um 11:00 Uhr werden neben Sirenen und Handywarnungen erstmals auch Digitalradios als zusätzlicher Alarmierungsweg getestet. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit der verschiedenen Warnsysteme zu überprüfen und die Bevölkerung für den Katastrophenschutz zu sensibilisieren.

Eine wichtige Rolle könnten künftig DAB+ Empfänger mit der Funktion „Automatic Safety Alert“ (ASA) spielen. Diese Technik wurde vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickelt. Sie ermöglicht es, dass kompatible Digitalradios im Alarmfall automatisch aus dem Standby-Modus aktiviert werden, auf einen speziellen Warnkanal wechseln und eine entsprechende Durchsage abspielen.
Wie das System funktioniert, zeigen Tests am Institut in Erlangen: Wird ein Alarm ausgelöst, schaltet sich ein vorbereitetes Radio innerhalb weniger Sekunden selbstständig ein, gibt ein akustisches Signal ab und spielt eine Warnmeldung ab. Das Gerät wechselt dabei automatisch auf einen Warnkanal, auf dem dann die Details zur Alarmierung wiedergegeben werden.
Aus Sicht der Entwickler kann Digitalradio ein besonders robuster zusätzlicher Warnkanal sein. Die Alarmierung über den Mobilfunkstandard Cell Broadcast sei zwar „fantastisch – wenn sie funktioniert“, sagte Fraunhofer Projektleiter Olaf Korte gegenüber BR24. Wenn bei einer Katastrophe Infrastruktur ausfalle, seien solche Systeme „oft nicht mehr verfügbar“. Rundfunk hingegen gehöre zu den „robustesten Medien, die es gibt“. Selbst bei Stromausfällen könnten etwa Autoradios weiterhin Warnmeldungen empfangen.
An der ASA-Technologie arbeitet das Fraunhofer-Institut bereits seit mehr als 15 Jahren. Lange Zeit hätten Gerätehersteller allerdings wenig Interesse gezeigt, die Funktion in ihre Radios zu integrieren. Erst nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 habe das Thema deutlich an Bedeutung gewonnen und der Entwicklung zusätzlichen Schwung gegeben. Inzwischen beschäftigen sich auch andere europäische Länder mit ähnlichen Lösungen.
Ein praktisches Problem bleibt jedoch: Die Alarmfunktion steht bislang nur bei neueren Geräten zur Verfügung, die ausdrücklich ASA unterstützen. Solche DAB-Radios sind erst seit dem vergangenen Sommer auf dem Markt und entsprechend noch nicht weit verbreitet. Laut Korte werden in Deutschland jedoch jährlich mehr als eine Million DAB-Radios verkauft. Sollte sich die Technik durchsetzen, könnten in einigen Jahren rund 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung auch über Digitalradio vor Gefahren gewarnt werden, sagte der Entwickler laut BR24.










