Deutschlandradio soll mehr Stimmen ins Programm holen

Deutschlandradio soll seine politischen Diskussionssendungen breiter aufstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung im Auftrag des Hörfunkrats. Zwar bescheinigen die Forscher den Formaten insgesamt hohe journalistische Qualität – zugleich empfehlen sie deutlich mehr Perspektiven im Programm.

Deutschlandradio Funkhaus Berlin (Bild: © Markus Bollen)
Deutschlandradio Funkhaus Berlin (Bild: © Markus Bollen)

Vor allem migrantische Stimmen, ostdeutsche Sichtweisen und Vertreter der Generation Z sollten künftig häufiger vorkommen. Außerdem dominieren nach Einschätzung der Wissenschaftler noch immer Gesprächspartner aus der Berliner Politikszene. Für ein bundesweites Informationsprogramm sei das zu einseitig.

Der Hörfunkrat unterstützt deshalb die Idee eines zusätzlichen Diskussionsformats. Darin könnten mehr unterschiedliche gesellschaftliche Akteure zu Wort kommen und stärker mit dem Publikum interagieren. Die Vorsitzende des Hörfunkrats, Katrin Hatzinger, sieht darin eine sinnvolle Ergänzung: Die Untersuchung zeige, dass Deutschlandradio seine eigenen Qualitätsansprüche erfülle. Gleichzeitig mache sie aber auch deutlich, „dass in manchen Bereichen noch Verbesserungsmöglichkeiten bestehen“.

Untersucht wurden insgesamt 22 Ausgaben der Sendungen „Kontrovers“, „Zur Diskussion“, „Wortwechsel“ und „Der Politikpodcast“. Die Hochschule Magdeburg-Stendal analysierte dafür Sendungen aus der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs – vom Bruch der Ampelkoalition im November 2024 bis zur Wahl im Februar 2025.

Das Fazit der Studie fällt insgesamt positiv aus. Die Formate erfüllten weitgehend zentrale Kriterien wie Relevanz, Transparenz, Kontroversität, Verständlichkeit und Einordnung der Themen. Aus Sicht der Forscher entsprechen sie damit den Standards einer anspruchsvollen politischen Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Hörfunk. Gleichzeitig sehen sie aber noch Spielraum, um die gesellschaftliche Vielfalt stärker im Programm abzubilden.

Quelle: Deutschlandradio-Hörfunkrat

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