Ich habe die Schwierigkeiten der Fernsehbranche in den vergangenen Jahren eher aus einer gewissen Distanz beobachtet. Doch es ist inzwischen sehr deutlich zu erkennen, wie rasant das Geschäft mit dem linearen Live-Fernsehen vor unseren Augen einbricht. Nahezu im Monatsrhythmus erscheinen neue Meldungen über Sparprogramme und Kostensenkungen in der TV-Industrie. Ehrlich gesagt kann ich mich kaum noch daran erinnern, wann ich zuletzt klassisches Antennenfernsehen geschaut habe. Wobei – doch: Am 24. Januar haben wir den Fernseher eingeschaltet, um Triple Js „Hottest 100“ zu hören. Aber das war kein „Fernsehen schauen“ im eigentlichen Sinne.
Vor allem aus infrastruktureller Sicht schreitet das Ende des klassischen Broadcast-Fernsehens bemerkenswert schnell voran. Im Vereinigten Königreich wird zunehmend darüber gesprochen, die terrestrische Fernsehverbreitung komplett abzuschalten. Als mögliches Datum wird 2034 genannt – jenes Jahr, in dem die Verträge mit dem Sendenetzbetreiber Arqiva zur Verlängerung anstehen.
Nun könnte man sagen: Das betrifft das Fernsehen, also müssen wir uns als Radiobranche nicht weiter darum kümmern. Das dachte ich zumindest bisher.
Was ich allerdings bislang nicht ausreichend bedacht hatte: Wenn das terrestrische Fernsehen tatsächlich eingestellt wird, würden die Kosten für den Betrieb und die Wartung des Sendernetzes ab 2034 nicht mehr überwiegend vom Fernsehen getragen. Laut einem Bericht der britischen Zeitung The i Paper könnte das dazu führen, dass auf die Radiobranche deutlich höhere Infrastrukturkosten zukommen.
Zwar befinden sich Radio- und Fernsehsender nicht immer am selben Standort, dennoch würden Wartung von Sendemasten, Grundstückspachten, Personal- und Bürokosten sowie zahlreiche weitere Bestandteile der Sendeinfrastruktur künftig weitgehend von den Radioveranstaltern allein finanziert werden müssen. Und offen gesagt: Die finanziellen Spielräume dafür sind begrenzt.
Das gibt zu denken. Zwar benötigen UKW und DAB+ bei weitem nicht die gleiche infrastrukturelle Dimension wie Mittelwelle oder Fernsehen. Doch bei hohen Sendeleistungen sind auch hier leistungsfähige und entsprechend gewartete Übertragungssysteme unverzichtbar.
Parallel dazu führt die britische Regierung derzeit eine Überprüfung zur Zukunft des UKW-Rundfunks „über 2030 hinaus“ durch. DAB ist weiterhin deutlich stärker verbreitet als Online-Audio, sodass aktuell keineswegs vom Ende des terrestrischen Hörfunks die Rede sein kann. Und die Sendemasten werden in jedem Fall weiterhin gebraucht werden.
(Auszug aus Radioland: James Cridland’s radio newsletter vom 16. Februar 2026 und übersetzt mit Hilfe von ChatGPT.)

Der Radio-Futurologe James Cridland spricht auf Radio-Kongressen über die Zukunft des Radios, schreibt regelmäßig für Fachmagazine, berät eine Vielzahl von Radiosendern und veröffentlicht den täglichen Podcast-Newsletter podnews.net.
James hat über 30 Jahre bei Radiosendern in Großbritannien, Australien und Kanada gearbeitet; bei Virgin Radio UK entwickelte er die weltweit erste Radio-Streaming-App. Er lebt in Brisbane, Australien. https://james.cridland.net










