„Guter Sound allein macht noch keinen guten Song – und schon gar keinen Hit“

Große Umfrage zu den aktuellen Musiktrends im Radio (Teil 2)

Große Umfrage zu den aktuellen Musiktrends im Radio: Musikprogrammiererin im Radiostudio (Bild: KI)

Zahlreiche Untersuchungen weisen Radio als wichtigen Kompass und Orientierungshilfe für den Musikkonsum der Menschen aus. Wie aber entwickelt sich die Musik im Radio? Welche Genres dominierten im vergangenen Jahr – und noch interessanter – welche Trends sind in diesem Jahr zu erwarten?

MusicMaster Musikumfragen 2026

RADIOSZENE stellte hierzu den Musikverantwortlichen deutscher Hörfunkstationen zu Jahresbeginn 2026 folgende Fragen:

  1. Welches waren in 2025 die angesagten Musiktrends im Radio in Ihrem Sendegebiet? (Welche Genres haben an Bedeutung gewonnen, welche verloren)
  2. Werden sich diese Richtungen fortsetzen beziehungsweise sind bereits neue Trends in Sicht?
  3. Welche Künstler*innen (Etablierte wie Newcomer) haben Sie zuletzt am meisten beeindruckt?
  4. Die Künstlichen Intelligenz war auch ein zentrales Thema bei der Musikgestaltung im Radio. Erste Sender strahlen bereits KI-generierte Musik in ihren Sendezeiten aus. In wie weit beeinflussen diese Technologien bereits Ihre Arbeit? Wo sehen Sie Chancen, wo die Grenzen?

Die Antworten der Entscheider aus den Musikredaktionen lieferten eine Vielzahl interessanter Hinweise auf die aktuellen und kommenden Musikströmungen. Wegen der hohen Beteiligung veröffentlichen wir die Antworten in vier Etappen.

Tim Gafron, RADIO HAMBURG, Head Of Music

Tim Gafron (Bild: © Radio Hamburg)

1) 2025 war musikalisch sehr abwechslungsreich. Zum einen lieben die Radio-Hamburg-Hörer Pop-Titel von Leony, Michael Schulte und Alex Warren. Nach wie vor bei uns angesagt ist Dance-Pop von Lady Gaga und David Guetta. Der Sound ist aber deutlich alternativer geworden, mit Künstlern wie Lola Young oder Sombr.

2025 war musikalisch sehr abwechslungsreich, der Sound ist aber deutlich alternativer geworden

2) 2026 könnte klanglich noch vielfältiger werden. Pop und Dance erfreuen sich vermutlich auch 2026 großer Beliebtheit. Dank Myles Smith ist auch Folk-Pop voll im Trend. Ob sich der K-Pop-Trend durch HUNTR/X hält, bleibt abzuwarten. Vielleicht gibt es in diesem Jahr dank Raye & Bruno Mars wieder mehr Funk-Pop.

3) Die in Hamburg geborene Newcomerin Tiffany Aris. Wir haben von Anfang an an ihre Single „Breathe“ geglaubt. Dass der Titel am Ende bei unseren Hörern sehr gut angekommen ist, freut uns natürlich.

4) Die Entwicklungen im Bereich KI sind spannend, aber auch komplex. Für uns steht aktuell im Vordergrund, die Technologien sorgfältig zu analysieren und ihre Relevanz für unsere Arbeit realistisch zu bewerten.


Erfreulich ist, dass die ‚klassische‘ Ausprägung im Pop wie zum Beispiel bei Alex Warren und Myles Smith mehr Raum einnimmt. Wie viele andere verzeichnen auch wir einen Bedeutungsverlust im Bereich Dance/EDM

Alexander Schmitz, MDR JUMP, Musikchef

Alexander Schmitz (Bild: © MDR JUMP )1) Pop war schon immer die tragende Säule im Musikformat von MDR Jump. Das war auch 2025 so. Erfreulich ist, dass die „klassische“ Ausprägung im Pop wie zum Beispiel bei Alex Warren und Myles Smith mehr Raum einnimmt. Wie viele andere verzeichnen auch wir einen Bedeutungsverlust im Bereich Dance/EDM. Die rhythmische Komponente findet sich mittlerweile eher im Pop wieder, beispielsweise bei „APT.“, „Golden“ oder „Abracadabra“.

2) Es ist davon auszugehen, dass sich diese Trends fortsetzen.

3) 2025 standen im Radio natürlich die großen internationalen Namen wie Taylor Swift, Lady Gaga, Ed Sheeran oder Miley Cyrus im Fokus; aber auch nationale Acts wie zum Beispiel Leony, Nico Santos, Kamrad oder Michael Schulte beeindrucken mit ihrem konstanten Anteil in den Playlisten. Der neue Name an der Spitze der Airplaycharts 2025 ist Alex Warren.

4) Künstliche Intelligenz ist sicher ein großes Thema im gesellschaftlichen Diskurs und natürlich auch in der Musikbranche. Die Diskussion verfolgen wir und schauen auch nach Anwendungsmöglichkeiten. Aktuell spielt KI in unserer Musikgestaltung im Radio keine zentrale Rolle.


Der Trend, dass Social Media die Welt der Hits stark beeinflusst, setzt sich fort

Robert Morawa, BAYERN 3, Musikchef

Robert Morawa (Bild: privat)1) Der Trend, dass Social Media die Welt der Hits stark beeinflusst, setzt sich fort. Egal ob bei ganz neuen Hits oder bei Wiederentdeckungen aus verschiedenen Jahrzehnten.

Einen wirklich herausstechenden Trend wie die Country-Pop-Welle 2024 gab es im vergangenen Jahr aus meiner Sicht nicht. In diesem Genre gab es noch ein paar Nachfolgehits genau wie im Genre Afrobeat. Der klassische DJ-Sound tut sich gerade eher schwer.

Der große Bereich des Pop bleibt aus Radiosicht hingegen weiter stark. Und er kommt in vielen Facetten daher. Es war wieder ein buntes, vielfältiges Jahr. Es gab starke Hits aus dem deutschsprachigen Pop, unter anderem von Nina Chuba oder dem Oimara. Auch die deutsche Popmusikszene mit Leony, ClockClock, Nico Santos und Kamrad, zum Beispiel war sehr erfolgreich.

Internationale Hits kamen aus ganz diversen Genres. Zum Beispiel „Abracadabra“ von Lady Gaga, „Golden“ von Huntr/x, „Ordinary“ von Alex Warren, „Back To Friends“ von Sombr und „Where Is My Husband“ von Raye. Da dominiert für mich kein spezielles Genre.

3) Für mich persönlich ist das Album „Lux“ von Rosalía ein Meisterwerk. Kann ich immer wieder hören und bleibe dabei erstaunt und berührt.

4) Aus meiner Sicht ist das schwer zu beantworten. Denn wie genau definiert sich KI-generierte Musik? Sind es ein paar Textzeilen, ein ganzer Beat, der gesamte Gesang, das komplette Paket aus all diesen Teilen? Lässt sich daraus bewerten, wie groß die kreative Leistung ist oder ob es eine wirkliche künstlerische oder musikalische Vision dahinter gibt?

Aus meiner Sicht sollte es im besten Fall eine solche Vision und die Kreativität zur Umsetzung geben. Dann ist KI ein weiteres ergänzendes Werkzeug für Musikerinnen und Musiker.

Aber klar, es wird oft auch nicht der Fall sein oder zumindest nicht immer klar ersichtlich beziehungsweise nachweisbar sein. Und die Entwicklung der KI wird hier, wie auch in vielen anderen Bereichen der Wirtschaft und Arbeitswelt, schnell voranschreiten. Das wird für die Medien, die Musikindustrie, aber auch für die Musikschaffenden eine Herausforderung.


[Bei durch KI generierter Musik…] müssen zügig klare Richtlinien erarbeitet werden, was zum Beispiel Kennzeichnung oder weiterführend auch Senderechte betrifft

Kai Tölke, BREMEN VIER, Musikchef

Kai Tölke (Bild © Radio Bremen / Christian Wasenmüller)

1) EDM war auch 2025 noch ein präsenter Begleiter, Afrobeats haben sich mittlerweile im Mainstream etabliert. Auf der anderen Seite findet vermehrt wärmere, organischer produzierte Musik ihren Weg ins Mainstream-Radio. Tut dem gesamten Klangbild gut, wenn zum Beispiel Olivia Dean oder Raye im Radio laufen. Oder jüngst Bruno Mars mal wieder richtig Gas gibt. Ansonsten bleibt noch festzuhalten, dass der K-Pop wichtiger wird.

Ich würde es noch nicht als Trend bezeichnen, aber da zuckt es schon ordentlich.

2) Neue Trends für den Mainstream sehe ich noch nicht wirklich. Ich kann mir vorstellen, dass organischere Sounds auch in 2026 noch weiter eine Rolle spielen werden. Und dass K-Pop auch im Mainstream Radio größer wird.

3) Beeindruckend finde ich es immer wieder, wenn Künstlerinnen und Künstler konsequent ihren Weg gehen, sich nicht beirren lassen. Da lande ich dann wieder bei einer Raye. Oder eben auch Olivia Dean, die ja schon seit vielen Jahren qualitativ Hochwertiges abliefert und erst jetzt kommerziell richtig erfolgreich geworden ist. Spannend finde ich auch, dass Robbie Williams seine kommerzielle Komfortzone verlässt, um in seiner emotionalen Komfortzone anzukommen. Auch das ist letztlich irgendwie organisch. Und bisher noch mehr privat denn als Radiomensch (das muss man ja immer wieder mal trennen) macht mir die deutsche Musikszene wieder vermehrt Spaß. 

4) KI hat bisher noch keinen konkreten Einfluss auf unsere Arbeit hier bei Bremen Vier. Da kann und wird aber sicherlich in absehbarer Zeit Bewegung reinkommen. Das kann dann die Musikplanung verändern. Als Musikplaner wird man zum Beispiel auf kurzfristige äußere Umstände mit KI schneller reagieren können. Was für mich ok wäre. Die Grenze wäre für mich hier das ungefilterte Abspielen KI-generierter Planung. Ein fetteres Problem wird beziehungsweise ist ja schon jetzt von KI generierte Musik. Da müssen zügig klare Richtlinien erarbeitet werden, was zum Beispiel Kennzeichnung oder weiterführend auch Senderechte betrifft.


Das Comeback der 80er- und 90er-Jahre hält weiter an. Allerdings nicht mehr nur in Form von Coverversionen oder Samples, die in aktuellen Veröffentlichungen verwendet werden, denn inzwischen gilt das Interesse oft den Originalen

Matthias Weber, ANTENNE BAYERN, Leitung Musik

1) + 2) Das Comeback der 80er- und 90er-Jahre hält weiter an. Allerdings nicht mehr nur in Form von Coverversionen oder Samples, die in aktuellen Veröffentlichungen verwendet werden, denn inzwischen gilt das Interesse oft den Originalen. Auffällig ist dabei vor allem, dass auch die jüngeren Zielgruppen diese Songs neu für sich entdecken und sie ganz selbstverständlich hören.

Matthias Weber (Bild: © ANTENNE BAYERN GROUP)Gleichzeitig haben es neue, aktuelle Titel zuletzt schwerer gehabt, das Interesse daran ist im vergangenen Jahr insgesamt etwas zurückgegangen – zumindest, was die Breitenwirkung im Radio betrifft.

Innerhalb der aktuellen Musik hat sich der Folk- und Country-Trend 2025 weiter verstärkt. Songs von Künstlern wie Myles Smith oder Shaboozey haben bei unseren Hörerinnen und Hörern sehr gut funktioniert. Parallel dazu wird Mainstream-Pop wieder spürbar grooviger. Funk-, Soul- und Disco-Elemente tauchen häufiger auf, viele Produktionen greifen ganz bewusst das Feeling der 70er-, 80er- oder 90er-Jahre auf.

Das ist kein Zufall. Künstler reagieren damit ganz offensichtlich auf die wachsende Sehnsucht nach vertrauten Sounds. Bruno Mars bedient mit „I Just Might“ genau dieses Gefühl, genauso wie Raye mit „Where Is My Husband!“ und selbst David Guetta geht mit „Gone Gone Gone“ diesen Weg.

Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend weiter verstärkt: Mehr Groove, mehr musikalische Wärme – und eine weiterhin große Offenheit für starke Songs aus früheren Jahrzehnten.

3) Besonders beeindruckend finde ich Künstler, die sich bewusst nicht an jede Mode anpassen. Ganz speziell meine ich hier Künstler aus dem deutschsprachigen Raum und mit starker regionaler Verwurzelung.

Bayerische Acts wie Dis M, Lenze & de Buam oder Fenzl machen seit Jahren konsequent ihr eigenes Ding. Sie arbeiten mit Dialekt, mit regionalen musikalischen Einflüssen und schlagen trotzdem sowohl textlich, als auch in der Produktion einen Bogen ins Heute. Das klingt nicht nostalgisch oder rückwärtsgewandt, sondern selbstbewusst, modern und sehr eigenständig.

Ähnlich funktioniert das bei Rian aus Österreich. Auch ohne Dialekt schafft er es, mit viel Sprachwitz und Persönlichkeit Songs zu schreiben, die hängen bleiben und dem Publikum ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Diesen Künstlern geben wir bewusst Raum: Wir stellen sie zwischen etablierten Namen im Programm von ANTENNE BAYERN vor und spielen ihre Musik regelmäßig. Nicht als Nische, sondern als selbstverständlichen Teil unseres Programms.

4) Mit künstlicher Intelligenz lässt sich heute mit erstaunlich wenig Aufwand sehr gut klingende Musik generieren. Aber guter Sound allein macht noch keinen guten Song – und schon gar keinen Hit.

KI-generierte Musik in einem Radioprogramm zu senden, das darauf basiert, bekannte und beliebte Hits zu spielen, sehe ich deshalb kritisch, auch wenn ich nachvollziehen kann, warum sich Sender damit beschäftigen. Für die Programme der ANTENNE BAYERN Group ist das aktuell keine Option.

Natürlich nutzen wir KI längst unterstützend in einzelnen Bereichen. Aber wenn es um die Zusammenstellung eines 24/7-Radioprogramms geht, um Dramaturgie, Abwechslung und Atmosphäre, stößt die Technologie nach meiner Erfahrung noch an ihre Grenzen.

Gerade bei der Bewertung neuer Songs und bei der Entscheidung, was wirklich ins Programm passt, ist der menschliche Faktor entscheidend: Erfahrung, Intuition, Emotion, Bauchgefühl. Das lässt sich – zumindest heute – nicht automatisieren. Und genau darin liegt für mich auch weiterhin die Stärke von Radio.


Generell bin ich happy über die Entwicklung junger Frauen im Radio

David Banks, AUDIOTAINMENT SÜDWEST, Musikchef

David Banks (Bild: Audiotainment Südwest)1) Über alle Formate hinweg haben wir den weiteren Aufstieg von „erwachsen klingender Musik“ erlebt. Folk und Gitarrensounds waren in den Charts und in der Gunst der Hörer weit vorne. Taylor Swift, Ed Sheeran, Myles Smith und Co haben den Sound maßgeblich mitgeprägt.

Auch die rhythmischen Popsounds von zum Beispiel Lady Gaga, Fast Boy oder Glockenbach waren nach wie vor stark in den Playlisten aller Sender vertreten.

Nach dem Motto „Never change a running system“ wurde wieder fleißig und sehr erfolgreich gecovert und gesampelt. Ob David Guetta, Purple Disco Machine oder Nico Santos – die Liste der Künstler mit Songs, die man schon mal so, oder so ähnlich gehört hat, war lang. Was auffällt: die 80er sind nicht mehr alleine die stärkste unter den gesampelten Dekaden. 90er und auch 2000er Samples beziehungsweise Covers haben den Weg in die Playlisten und Charts gefunden. Und Apropos David Guetta: kaum ein Künstler war 2025 häufiger mit unterschiedlichen Songs zeitgleich bei uns in den Playlisten zu Hause.

Stark ins Jahr sind auch Afrosounds, insbesondere Afrohouse gestartet, was zum Ende des Jahres deutlich nachgelassen hat. Das kann natürlich an der Jahreszeit liegen – ich vermute aber, dass das Genre 2026 weiter an Hype verlieren wird.

2) Ja, wir denken, dass die Entwicklung in den Genres so weiter geht. Country Pop und Folksound sind weiterhin stabil im Markt und auch rhythmischer Pop wird weiter gefragt bleiben. Diese Genres bilden meines Erachtens das Fundament für den Sound im deutschen Radio für die nächsten Jahre. Daneben werden auch 2026 wieder Standout- beziehungsweise Nischensounds für Frische sorgen. Urbane-Afro oder auch Hoch-BPM Songs werden, vor allem Richtung Sommer, wieder in die Playlisten spülen. Spannend zu sehen wird, ob sich der fernöstliche K-Pop weiter in die deutschen Ohren spielt. Künstler wie Lisa, Rose oder auch das Phänomen Huntr/x haben 2025 schon einmal die Weichen dafür gestellt.

Außerdem ist in der internationalen Club- und Festivalszene in den letzten 2 bis 3 Jahren ein Hype um den sogenannten Brazilian Phonk und Baille entstanden. Der ein oder andere Song hatte es bereits 2025 im deutschen Radio versucht. Ich bin gespannt, ob sich der Sound als Nachfolger des Afrosounds im CHR etablieren kann.

3) Benson Boone wird (so er es nicht schon ist) ein Star mit Potential zum Superstar und das nicht zuletzt wegen seiner krassen Bühnenperformance. Gleiches gilt für Sabrina Carpenter. Ihr Lauf der letzten beiden Jahre sucht seinesgleichen. Ich persönlich habe 2025 Raye (noch weiter) für mich entdeckt – eine unfassbar gute junge Künstlerin. Generell bin ich happy über die Entwicklung junger Frauen im Radio. Taylor hat es vorgemacht – neue Künstlerinnen wie Olivia Dean, Raye, Tate McRae, Lola Young, Gracie Abrams und viele anderen ziehen nach. Eine Wohltat nach Jahren der männlichen Dominanz im Markt.

Und: egal, ob man seine Musik mag oder nicht, die Tatsache, dass David Guetta nach einer Karriere von über 30 Jahren, relevanter denn je zu sein scheint, ist mehr als beachtlich – Respekt dafür.

4) KI, das Buzzword der letzten Jahre, macht selbstverständlich nicht vor Radio halt und beschäftigt auch uns. Ob und inwieweit wir KI generierte Musik dauerhaft auf die Playlist setzen, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen. Erste Schritte mit einer Rubrik, bei der jeden Morgen ein KI produzierter Song das Tagesgeschehen zusammenfasst, sind wir bei RPR1. bereits gegangen. Mit bigGPT und bigLayla waren wir zudem die Ersten, die in Radio-Deutschland konsequent das Thema KI als Eckpfeiler der Programmgestaltung umgesetzt haben. In der täglichen Arbeit, vor allem bei der Recherche und Marktforschung findet KI in unserem Haus immer mehr Anwendung. Hier stehen wir allerdings noch am Anfang, erkennen aber die Chancen, die die Technologie vor allem in puncto Effizienz und Zeitersparnis birgt. Ich glaube zwar, dass die Technik (noch) nicht das menschliche Ohr und Gespür für die Befindlichkeit der Hörer ersetzt. Alles andere kann sie aber schon ziemlich gut.


Ein Trend, der bei etablierten Künstlerinnen und Künstlern zu erkennen ist, ist das Wiederaufleben der eigenen Vergangenheit

Annick Manoukian, RADIO NRW, Leiterin Musikcontent

Annick Manoukian (Bild: © RADIO NRW / Breitschuh)1) 2025 war bei uns ein Jahr der jungen Solokünstlerinnen. Newcomerinnen wie Lola Young, Gracie Abrams, Olivia Dean haben sich bei uns durchgesetzt. Aber auch ganz viel entspannter Dance hat das Jahr 2025 bei uns geprägt, Songs wie “Show Me Love” von WizTheMC oder “Body” von Topic, Fireboy DML und Nico Santos. Dagegen etwas an Bedeutung verloren hat bei uns der klassische EDM-Sound.

2) Ein Trend, der bei etablierten Künstlerinnen und Künstlern zu erkennen ist, ist das Wiederaufleben der eigenen Vergangenheit. Lady Gaga hat schon letztes Jahr mit ihrem Album “Mayhem” an ihren Debüt-Sound der 2000er angeknüpft. Robbie Willams hat jetzt im Januar mit seinem Album “Britpop” eine Hommage an den Britpop der 90er veröffentlicht. Madonna hat bereits angekündigt, dass sie dieses Jahr ein Album im 2000er-Dance-Stil von “Music” herausbringen wird. Anstatt sich ganz neu zu erfinden, wird auf die eigene Schaffens- und Hochphase zurückgeblickt.

3) Ganz klar Sombr. Der markante Stil, trotzdem facettenreich, einfach schöne Hinhörer bei uns im Programm. Ich denke, dass wir dieses Jahr noch viel ihm hören werden.

4) Bisher unterstützt uns KI hauptsächlich bei Ideenfindungen und als Inspirationsquelle. Natürlich wird KI immer mehr Einzug in unseren Arbeitsalltag halten. Ich glaube aber trotzdem, dass an den meisten Stellen immer noch Menschen mit Ohren und Gefühl für die Musik nötig sind, um ein schönes Radioprogramm auf die Beine stellen zu können.

Fortsetzung folgt!

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