Deezer entzieht KI-Musik wegen Betrugs die Erlöse

Ein Jahr nach dem Start seines Tools zur Erkennung KI-generierter Musik macht der Streamingdienst Deezer seine Technologie branchenweit verfügbar. Gleichzeitig bestätigt das Unternehmen, dass ein Großteil der Abrufe von vollständig KI-erstellten Titeln betrügerischer Natur ist und daher nicht mehr vergütet wird.

Deezer entzieht KI-Musik wegen Betrugs die Erlöse (Bild: © Deezer)
Deezer entzieht KI-Musik wegen Betrugs die Erlöse (Bild: © Deezer)

Nach Angaben von Deezer werden derzeit täglich rund 60.000 vollständig KI-generierte Titel auf die Plattform hochgeladen. Das entspricht etwa 39 Prozent aller täglichen Neuzugänge. Insgesamt seien im Jahr 2025 mehr als 13,4 Millionen KI-Tracks auf Deezer erkannt und entsprechend gekennzeichnet worden.

Obwohl KI-Musik derzeit nur einen kleinen Anteil am gesamten Streamingvolumen ausmacht – je nach Zeitraum bis zu drei Prozent –, ist der Anteil manipulierter Abrufe innerhalb dieser Inhalte nach Unternehmensangaben besonders hoch. Je nach Monat seien im Jahr 2025 bis zu 85 Prozent der Streams von vollständig KI-generierten Titeln als betrügerisch eingestuft worden. Zum Vergleich: Über den gesamten Deezer-Katalog hinweg lag der Anteil betrügerischer Streams 2025 bei rund acht Prozent. Diese als manipuliert identifizierten Abrufe werden von Deezer nicht vergütet und aus dem Verteilungstopf für Tantiemen entfernt.

Deezer: KI-Musik ist inzwischen kaum noch von menschlichen Werken zu unterscheiden

Alexis Lanternier (Bild: © Deezer)
Alexis Lanternier (Bild: © Deezer)

Alexis Lanternier, CEO von Deezer, erklärt: „Vollständig von KI erzeugte Musik ist inzwischen kaum noch von menschlichen Werken zu unterscheiden, und angesichts der stetigen Flut von Uploads auf Streaming-Plattformen bleibt unser Ansatz glasklar: Transparenz für Fans und der Schutz der Rechte von Künstlerinnen, Künstlern und Songwriterinnen und Songwritern.“

Weiter sagt Lanternier: „Wir wissen, dass der Großteil der KI-Musik mit dem Ziel auf Deezer hochgeladen wird, Betrug zu begehen, und wir handeln entsprechend. Wir erkennen und kennzeichnen KI-generierte Musik und entfernen sie aus algorithmischen Empfehlungen, damit unsere Nutzerinnen und Nutzer eine klare Wahl haben, was sie hören möchten, und damit es für Betrüger schwieriger wird, das System auszunutzen. Und selbstverständlich wird jeder betrügerische Stream, den wir erkennen, entmonetarisiert, damit die Tantiemen menschlicher Künstlerinnen und Künstler, Songwriterinnen und Songwriter sowie anderer Rechteinhaber nicht beeinträchtigt werden.“

Nach eigenen Angaben ist Deezer bislang die einzige große Streaming-Plattform, die vollständig KI-generierte Musik klar kennzeichnet und aus personalisierten Empfehlungen ausschließt. Ziel sei es, zu verhindern, dass durch massenhaft produzierte KI-Titel Erlöse von realen Künstlerinnen und Künstlern abgeschöpft werden.

Künftig will Deezer seine Technologie zur Erkennung von KI-Musik auch anderen Marktteilnehmern zur Verfügung stellen. Das Unternehmen kündigte an, die Lösung zu lizenzieren und damit der Branche ein Instrument zur Förderung von Transparenz im Musikstreaming sowie zur Reduzierung von Betrugsanreizen anzubieten.

Deezer AI GrafikAlexis Lanternier sagt dazu: „Wir haben ein großes Interesse an unserem Ansatz und an unserem Tool festgestellt und bereits erfolgreiche Tests mit Branchenführern durchgeführt, darunter Sacem (französische Verwertungsgesellschaft für Musikurheber). Ab sofort lizenzieren wir die Technologie, um sie breit verfügbar zu machen. Deezer bleibt Vorreiter für ein transparentes Erlebnis für Künstlerinnen, Künstler und Fans und verpflichtet sich, KI-Musikbetrug in unserer Branche zu bekämpfen.“

Deezer hatte sein Erkennungssystem Anfang 2025 eingeführt und im Juni als erste Streaming-Plattform KI-generierte Titel sichtbar gekennzeichnet. Nach Unternehmensangaben kann das System vollständig synthetische Musik unter anderem aus verbreiteten generativen Modellen erkennen und soll künftig auch auf weitere Werkzeuge erweiterbar sein. Zudem arbeite Deezer an Verfahren, mit denen sich KI-Inhalte auch ohne spezifische Trainingsdatensätze identifizieren lassen.

Quelle: Deezer

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