Der Radiomoderator und Comedian Gerd Leienbach ist tot. Wie sein Weggefährte Ecki Eckert auf Facebook mitteilte, starb Leienbach heute im Alter von 79 Jahren. Er wurde am 15. März 1946 geboren und verstarb am 26. Januar 2026.

Eckert reagierte tief erschüttert auf die Nachricht: Neben Torsten Römling sei Leienbach sein „Ziehvater, Lehrer und Mentor bei radio ffn“ gewesen. Er habe ihn motiviert und an ihn geglaubt, „als ich es selbst (noch) nicht tat“. Leienbach sei eine zentrale Figur mehrerer Kapitel in Eckerts entstehender Autobiografie. „Ich bin zutiefst erschüttert und traurig“, schrieb er.
Gerd Leienbach gehörte zu den Wegbereitern der deutschen Radiounterhaltung, vor allem durch seine Arbeit bei SWF3. Ab 1975 wurde er dort zu einem der populärsten Moderatoren und entwickelte wegweisende Comedy-Formate. Gemeinsam mit Kollegen schuf er Kultfiguren wie „Knut Buttnase“ und „Herrn Schniepelpuhl mit seinem Ölkännchen“. Zudem erfand er den legendären „Schwarzwaldelch“, der bis heute als Maskottchen und Markenzeichen von SWF3 beziehungsweise SWR3 gilt.
Als Quereinsteiger aus dem Schlager- und Journalistenmilieu wurde Leienbach von Programmchef Peter Stockinger entdeckt und gefördert. Unter dessen Ägide prägte er mit seinen eigenentwickelten Comedy-Elementen den unverwechselbaren Humor von SWF 3 und trug maßgeblich dazu bei, den Sender im Segment Radiocomedy an die Spitze zu führen.
Von 1981 bis 1984 wirkte er als Comedian in der ARD-Fernsehsendung „Bananas“ mit. Später bildete er mit Axel Breitung das Duo „Fix & Fertig“, das mit deutschsprachigen Hit-Parodien wie „Der blonde Hans von der Bundesbahn“ Chartplatzierungen erreichte. Außerdem arbeitete Leienbach als Moderator und Producer bei RPR1 und RPR Zwei.
Später wirkte Leienbach auch bei radio ffn, wo er nicht nur als Moderator arbeitete, sondern vor allem als Mentor für junge Talente. Für Ecki Eckert und viele andere wurde er zu einer prägenden Vaterfigur der frühen Privatradiojahre.
In einem RADIOSZENE-Interview aus dem Jahr 2017 kritisierte Leienbach die damalige Comedy-Landschaft und beklagte, dass die Sender ihre humoristischen Inhalte „wie die Nadel im Heuhaufen“ versteckten. Zugleich blieb er bis zuletzt eine pointierte Stimme für mehr Mut, Persönlichkeit und Eigenständigkeit im Radio.
Die Radioszene trauert um einen der großen Gestalter der deutschen Radiounterhaltung.









