Der erfahrene Medienmanager Boris Lochthofen wird neuer Direktor für die künftige gemeinsame MDR-Programmdirektion Halle/Leipzig. Der MDR-Rundfunkrat hat heute, 26. Januar 2026, mit großer Mehrheit dem Berufungsvorschlag von MDR-Intendant Ralf Ludwig zugestimmt. Die fünfjährige Amtszeit Lochthofens soll im April 2026 beginnen.

MDR-Intendant Ralf Ludwig: „Das Zusammenführen unserer beiden Programmdirektionen Halle und Leipzig ist die größte Strukturveränderung in der Geschichte des MDR. Ich freue mich sehr, dass wir für die künftige Leitung und verantwortungsvolle Aufgabe mit Boris Lochthofen einen exzellenten Medienmanager mit langjähriger Führungserfahrung und hoher digitaler Transformationskompetenz gewinnen, der zudem den MDR und die ARD bestens kennt. Ich danke dem MDR-Rundfunkrat für die Zustimmung zur Berufung. Herr Lochthofen überzeugt durch hervorragende Managementkompetenzen, langjährige publizistische Erfahrungen sowohl im öffentlich-rechtlichen als auch im kommerziellen Bereich, und er ist in der Medienbranche bestens vernetzt. Mit seiner Kommunikationsstärke, seinem partizipativen Führungsstil sowie seinem vielseitigen Erfahrungsschatz wird er die Weiterentwicklung des MDR kraftvoll mitgestalten.“
MDR-Rundfunkratsvorsitzender Michael Ziche: „Der Rundfunkrat ist überzeugt davon, dass Herr Lochthofen den MDR mit seinen Kompetenzen, Erfahrungen und Vorstellungen entscheidend voranbringen wird. Schwerpunkte sind die Entwicklung einer umfassend nonlinearen Inhalte-Strategie, die Sicherung publizistischer Exzellenz in allen Angebotsbereichen sowie die Sichtbarkeit mitteldeutscher Themen im nationalen ARD-Kontext. Außerdem geht es um die aktive Gestaltung des Generationswechsels in den Redaktionen, die Optimierung organisatorischer Prozesse und den Ausbau moderner technologischer Grundlagen – in enger Abstimmung mit den MDR-Gremien, der Kreativwirtschaft und gesellschaftlichen Partnern. Außerdem spielt der Ausbau von Kooperationen mit kommerziellen Medienunternehmen eine wichtige Rolle in seinen konzeptionellen Vorstellungen. Die Mitarbeitenden möchte er in die weiteren Prozesse aktiv einbinden und ihre Ideen aufnehmen.“
Boris Lochthofen, künftiger MDR-Programmdirektor Halle/ Leipzig: „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen dabei mithelfen zu dürfen, dass das erfolgreiche Programm des Mitteldeutschen Rundfunks auch in Zukunft weiter eine ganz zentrale Rolle für die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen spielt. In einer Zeit, die anstrengend und von Veränderungen geprägt ist, muss der MDR nah an den wichtigen Themen seines Publikums sein und jeden Tag vor allem verlässlich berichten und natürlich auch unterhalten – besonders regional in seinen drei Ländern, aber natürlich auch für alle, die den MDR über Mitteldeutschland hinaus schätzen. Für die Unterstützung des Intendanten und der Gremien bedanke ich mich herzlich, denn unsere gemeinsamen Aufgaben sind intensiv und fordernd und müssen von uns zusammen so umgesetzt werden, dass der Nutzen für unser Publikum an erster Stelle steht.“

Über Boris Lochthofen
Boris Lochthofen wurde am 11.10.1975 im sächsischen Rodewisch (Vogtland) geboren. Nach dem Abitur in Erfurt und einem Studium der Kommunikations-, Medien- und Politikwissenschaften an der Universität Leipzig übernahm er Führungsverantwortung in verschiedenen Positionen, unter anderem als Leiter Unternehmenskommunikation / Politikbeziehungen der „Regiocast GmbH & Co. KG“ und später als Geschäftsführer des Sendernetzbetreibers „Derutec“.
2009 wurde er Geschäftsführer des Kulturradios „apollo))) radio“, eines Gemeinschaftsprogramms sächsischer Privatradios, ab 2010 zusätzlich der „Radio PSR GmbH & Co. KG“ sowie der „R.SA-LFS Landesfunk Sachsen GmbH“. 2014 wurde Herr Lochthofen Mitglied der Konzerngeschäftsführung der „Regiocast GmbH & Co. KG“ in Leipzig und Berlin, einem der führenden Radiounternehmen in Deutschland.
2016 wechselte Boris Lochthofen zum MDR und wurde Direktor des Landesfunkhauses Thüringen. In dieser Funktion trieb er die Weiterentwicklung des Landesfunkhauses voran und trug als Mitglied der MDR-Geschäftsführung maßgeblich zur digitalen Transformation des gesamten MDR bei. Parallel gehörte er von August 2020 bis Ende 2023 der Geschäftsführung der „MDR Media GmbH“ an.
Ende 2023 verließ Boris Lochthofen den MDR auf eigenen Wunsch und wechselte im Januar 2024 als geschäftsführender Gesellschafter und Partner zur „Teutocast GmbH“, die Investitionen im Technologie- und Medienbereich begleitet und Unternehmen operativ weiterentwickelt. Boris Lochthofen ist verheiratet und Vater einer Tochter.
MDR-Rundfunktrat zum Ausschluss von Interessenkonflikten
Im Zuge der Berufung Boris Lochthofens hat sich der MDR sorgfältig mit seinen bestehenden Beteiligungen beschäftigt und auch die MDR-Gremien (Rundfunkrat und Verwaltungsrat) darüber informiert.
Im Ergebnis einer Prüfung im Hinblick auf mögliche Interessenkollisionen haben der MDR, die Compliance-Beauftragte des MDR sowie die Gremien übereinstimmend festgestellt, dass bei einer Beschäftigung Herrn Lochthofens als Programmdirektor Halle/Leipzig keine Interessenkonflikte bestehen. Somit existiert kein Compliance-Risiko.
Alle Organstellungen an seinen Unternehmensbeteiligungen wird Herr Lochthofen bis zum Zeitpunkt seines Dienstantritts abgeben.
Über die „Lochthofen Beteiligungen GmbH“ behält Herr Lochthofen weiterhin eine zehnprozentige reine Kapitalbeteiligung an der „Teutocast GmbH“, die wiederum über mehrere nicht operative Gesellschaften Minderheitsanteile (2% und 4%) an zwei Radiogesellschaften hält, die nicht in Wettbewerb zum MDR stehen, da sie nicht im Sendegebiet des MDR tätig sind und keinerlei Wettbewerbsrelevanz für den MDR haben.
An der „dokSAFE GmbH“ (Anbieterin für Cloud-Software für Anwälte und Steuerberater) behält Herr Lochthofen eine 0,185-prozentige ebenfalls reine Kapitalbeteiligung.
Darüber hinaus hat Herr Lochthofen erklärt, seine Rechte als Gesellschafter an der „Lochthofen Beteiligungen GmbH“ im Rahmen der Kapitalbeteiligung während seiner Tätigkeit als MDR-Programmdirektor ruhen zu lassen. Die Geschäftsführung übernimmt seine Ehefrau.
Die Berufung steht noch unter Vorbehalt der vertraglichen Fixierung durch den MDR-Verwaltungsrat.
Quelle: MDR-Rundfunkrat









