Mehrere Schweizer Privatradios experimentieren in den Nachtstunden mit KI-generierter Musik. Darüber berichtet nau.ch in einem Artikel von Gerry Reinhardt. Besonders auffällig: ein skurriler KI-Titel namens „Der fremde Furz“, der nachts bei Radio 1 lief und bei Hörern für Irritation sorgte.
Radio 1-Moderationsleiter Marc Jäggi bestätigte das Experiment: „Es handelt sich um KI-generierte Musik.“ Die Titel seien „ausschliesslich als Nachtprogramm“ zu hören und dienten als „Experimentierfeld, nicht als redaktionelles Format“. Zudem gehe es um Kostensenkung: SUISA-freie Musik ermögliche „Einsparungen, die im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld notwendig sind“.
Auch andere Sender testen KI-Musik in Randzeiten. Radio Grischa sendet laut Verwaltungsratspräsident Silvio Lebrument „erstmals Songs, die mithilfe von KI erstellt wurden“. Radio Zürisee nutzt im Nachtprogramm ebenfalls SUISA-freie Musik. Geschäftsführer Daniel Merkle nennt dafür „vor allem wirtschaftliche Überlegungen“.
Die SUISA, die Schweizer Verwertungsgesellschaft und das Pendant zur deutschen GEMA, warnt jedoch vor rechtlichen Risiken. KI-Modelle seien „zum allergrössten Teil mit bestehenden, urheberrechtlich geschützten Werken trainiert worden“, erklärt Kommunikationschef Giorgio Tebaldi. Radios gingen damit „ein beträchtliches Risiko“ ein.
Zurückhaltend zeigen sich grössere Anbieter: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk SRF setzt „weder selber produzierte noch beauftragte KI-generierte Musik“ ein, auch die Radios von CH Media verzichten darauf.
Weiterführende Informationen:
«Furz-Song»: Wie Schweizer Radios nachts mit KI-Musik sparen









