Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) will ihre Radioprogramme wieder über UKW verbreiten (RADIOSZENE berichtete). Hintergrund ist ein politischer Richtungswechsel in der Schweiz: Nach dem Nationalrat hat am 9. Dezember auch der Ständerat entschieden, die UKW-Verbreitung über 2026 hinaus zu ermöglichen . Damit hätten sich die Rahmenbedingungen nach der Ende 2024 vollzogenen Abschaltung verändert, teilte die SRG laut epd medien mit.

Die SRG betont, sie habe sich damals an eine vor über zehn Jahren getroffene Branchenvereinbarung gehalten und sei „solidarisch vorausgegangen“, um privaten, werbefinanzierten Radios den Übergang zu erleichtern. Ein kompletter UKW-Ausstieg mache jedoch nur Sinn, „wenn per Ende 2026 die gesamte Branche … UKW abgeschaltet hätte“. Da dies nicht der Fall sei, könne die SRG nicht auf UKW verzichten, ohne „auf viele Hörerinnen und Hörer“ zu verlieren.
Trotz der geplanten Rückkehr bleibt die Digitalisierung laut SRG zentral. Radio werde weiterhin „vor allem auf digitalen Wegen präsent“ sein. Nach eigenen Angaben erreichten die SRG-Radioprogramme im ersten Halbjahr 2025 noch 53 Prozent Marktanteil – sechs Punkte weniger als im Vorjahr, aber weiterhin Marktführerschaft.
Die Wiederaufnahme der UKW-Verbreitung ist jedoch kostspielig. SRG-Generaldirektorin Susanne Wille bezifferte die jährlichen Kosten für eine Vollabdeckung auf rund 16 Millionen Euro. „Es ist wichtig, dass die SRG die Mittel hat, gutes Radio zu machen“, so Wille, denn: „Die Frequenzen alleine werden nicht helfen.“
Konkrete Zeitpläne will die SRG erst nennen, wenn Bundesrat und Kommunikationsbehörde Bakom die neuen Vorgaben festgelegt haben.







