ARD/ZDF Medienstudie 2025: Social Media zwischen Wachstum und Sättigung

Social Media am Smartphone (Bild: Pexels / rccbtn-15406294)

Auch 2025 liefert die ARD/ZDF-Medienstudie empirische Ergebnisse zur Entwicklung der Social Media-Nutzung in der deutschen Bevölkerung. Durch die Fortführung von Zeitreihen können Veränderungen der Nutzungshäufigkeit, -reichweite und -dauer über einen längeren Zeitraum beobachtet und Trends erkannt werden. Diese Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Publikation Media Perspektiven veröffentlicht.

Wachstum der Social Media-Nutzung abgeschwächt

63 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer ab 14 Jahren in Deutschland verwenden regelmäßig (mindestens wöchentlich) Soziale Netzwerke, was rund 44 Millionen Nutzenden entspricht. Die Wachstumsrate der Social Media-Nutzung liegt nur noch bei 3 Prozentpunkten, nachdem sie im vergangenen Jahr noch um rund 8 Prozentpunkte anstieg. Die positive Entwicklung wird fast nur noch durch die Altersgruppen der 50- bis 69-Jährigen und Menschen ab 70 Jahren getragen, während bei 14- bis 29-Jährigen eine Plateauphase erreicht ist.

Tagesreichweite steigt wieder an, Nutzungsdauer bleibt stabil

Die Tagesreichweite pendelt sich mit 35 Prozent, nach einem Rückgang im Jahr 2024, wieder auf das Niveau der Vorjahre ein. Bei den 30- bis 49-Jährigen fällt das Wachstum mit einem Plus von 6 Prozentpunkten am höchsten aus.

Während jüngere Nutzerinnen und Nutzer vor allem Videos und Stories auf Social Media schauen, lesen ältere Menschen in der Altersspanne 50- bis 69 Jahre am liebsten Artikel. Die tägliche Nutzungsdauer liegt, wie in den Jahren zuvor, stabil bei 30 Minuten.

Instagram weiterhin beliebtestes Soziales Netzwerk, verliert aber erstmals bei den Jüngeren

Laut den Ergebnissen der ARD/ZDF-Medienstudie 2025 durchlaufen Soziale Medien einen „Lebenszyklus“. Jüngere Generationen setzen dabei die Trends, indem sie primär neue, angesagte Dienste, wie etwa aktuell TikTok, nutzen und sich von etablierten Plattformen wie Facebook oder Instagram nach und nach eher abwenden. Im Gegenzug dazu nutzen immer mehr ältere Zielgruppen die etablierten Dienste. Betrachtet man die Positionierung von Social Media-Plattformen, die mindestens einmal pro Woche genutzt werden, werden die Unterschiede in Bezug auf Alter, Plattformgröße und Geschlecht deutlich.

Positionierung von Social-Media-Plattformen 2025 (Bild: ARD/ZDF Medienstudie 2025)
Positionierung von Social-Media-Plattformen 2025 (Bild: ARD/ZDF Medienstudie 2025)

Plattformnutzung nach Altersgruppen: Von Facebook bis Snapchat

Facebook hat als sogenannter „Plattform-Dino“ die ältesten Nutzerinnen und Nutzer mit einem Durchschnittsalter von 45 Jahren, während Snapchat mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren die jüngste Nutzerschaft aufweist. Die Mitte bildet die größte Plattform Instagram mit einem durchschnittlichen Alter von 37 Jahren und einem 52-prozentigen Frauenanteil ab. Die dynamisch wachsende Video-Plattform TikTok ist ähnlich wie Instagram aufgestellt, hat jedoch deutlich jüngere Nutzerinnen und Nutzer, welche im Schnitt 32 Jahre alt sind.

Auf Pinterest am meisten Frauen – auf X am wenigsten

In Bezug auf geschlechtsspezifische Unterschiede sticht das Inspirations- und Lifestyle-Netzwerk Pinterest mit einem Frauenanteil von 70 Prozent deutlich hervor. Demgegenüber wird die Mikroblogging- und Meinungsplattform X (ehemals Twitter) am meisten von männlichen Usern genutzt und hat einen Frauenanteil von nur 18 Prozent. Ähnliche Zahlen weisen Bluesky, Mastodon, Threads und die Streamingplattform Twitch auf, wobei die Nutzenden deutlich jünger als bei X sind. Quelle: Media Perspektiven

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