Der lokale Rundfunk in NRW kann auch im Wortsinn ausgezeichnet über wichtige und schwierige Themen berichten. Das haben die Beiträge eindrucksvoll bewiesen, die am Freitagabend (12.09.2025) in Düsseldorf mit dem Audiopreis der Landesanstalt für Medien ausgezeichnet wurden.
NRW-Lokalfunk beweist Relevanz bei gesellschaftlich wichtigen Themen
„Uns hat besonders die Kreativität beeindruckt, mit der den Hörern und Hörerinnen auch schwere Themen nahegebracht werden, sodass sie nicht daran verzweifeln, sondern vielleicht ein Licht am Ende des Tunnels sehen“, erklärt Andrea Hansen, Landesvorsitzende des DJV-NRW und in diesem Jahr Vorsitzende der Jury. „Und das trotz der wirklich herausfordernden Situation für Journalistinnen und Journalisten, sowohl was die Nachrichtenlage als auch die wirtschaftliche Lage der Medienbranche angeht.“

Die Preise gingen z.B. an einen Beitrag über eine Zeitschrift mit Verbindungen zu einer rechten, vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierung, die sich mit Desinformation an junge Leute wendet. Ausgezeichnet wurden auch eine Drei-Stunden-Sendung über Tod und Trauer, ein Bericht über die Überlebende eines Femizid-Versuchs und ein investigativer Praxistest, ob ein Code zum Schutz bedrängter Frauen in Kneipen und Clubs funktioniert.
Der DJV-NRW stiftete auch 2025 den Audiopreis in der Kategorie Recherche. Die Preisträgerinnen Verena Köplin und Larissa Niesen von Radio Leverkusen haben am Abend des Karnevalssamstags getestet, ob das Personal in sieben Kneipen und Clubs sich richtig verhält, wenn sich eine Frau mit der Frage „Ist Luisa hier?“ an sie richtet. Damit signalisiert eine Frau, dass sie belästigt wird und Hilfe braucht. Fünfmal hat das Personal den Code verstanden, zweimal nicht – der Frauennotruf in Leverkusen hat nach der Veröffentlichung versprochen, das Personal erneut zu schulen. Eine investigative Recherche, die etwas bewirkt hat, zum Schutz von Frauen.

„Das ist genau das, wofür wir Journalisten und Journalistinnen im Lokalen brauchen: Um den Finger in die Wunde zu legen und für Verbesserungen zu sorgen“, bekräftigt Volkmar Kah, Geschäftsführer des DJV-NRW. „Dass echter Journalismus das beste Mittel gegen Desinformation ist, haben auch Isabel Leifeld und Raphael Gaede von Radio Leverkusen mit ihrer Recherche zu einem vermeintlichen Jugendmagazin mit Verbindungen zur rechten Szene bewiese.“
Der DJV-NRW begrüßt ausdrücklich die Einführung der neuen Kategorie „Gegen Desinformation“ und die Aussagen des LfM-Direktors Tobias Schmid zur Bedeutung der Audiobranche in NRW für Meinungsfreiheit und gegen Desinformation. Dazu gehört dann aber auch eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen, damit die Journalist:innen ihre Arbeit auch machen können. „Angesichts der drohenden Zusammenlegung von Sendern und Sparrunden zu Lasten der Beschäftigten sieht der DJV-NRW gerade diese wichtige Aufgabe im Lokaljournalismus gefährdet. Lippenbekenntnisse auch der Arbeitgeber reichen da nicht.“
Die Preisverleihung fand am Abend des 12.09.2025 im Hyatt Regency in Düsseldorf vor etwa 200 geladenen Gästen statt. In insgesamt neun redaktionellen Kategorien wurden die mit jeweils 2.500 Euro dotierten Preise vergeben, das erste Mal in der Kategorie „Gegen Desinformation“. Mit dem Audiopreis werden seit 2020 herausragende redaktionelle Beiträge und Werbung im privaten Audiobereich in NRW ausgezeichnet, davor war es eine „Hörfunkpreisverleihung“ ausschließlich für den NRW-Lokalfunk.
Quelle: DJV-NRW







