Beim traditionellen „Privatsender-Heurigen“ hat der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) die angespannte wirtschaftliche Lage der heimischen Radio- und TV-Sender deutlich gemacht. Rund 300 Gäste aus Politik, Medien, Wirtschaft und Kommunikation waren am 9. September 2025 nach Wien gekommen, um über aktuelle Herausforderungen der Branche zu diskutieren.

VÖP-Präsident Mario Frühauf erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass die österreichischen Privatsender seit mittlerweile rund 30 Jahren „unverzichtbarer Bestandteil im Leben der Österreicherinnen und Österreicher“ seien. Gleichzeitig verwies er auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten:
„Die Rechnung ist einfach: Die Werbeumsätze stagnieren und die Online-Konkurrenz wird immer stärker, während die Kosten der Veranstalter immer stärker steigen – nicht zuletzt durch Umbau und Ausbau des Angebots. Das kann sich so nicht ausgehen. Wenn es der heimischen Politik ernst damit ist, Medienvielfalt und Qualität in Österreich abzusichern, dann muss der private Rundfunk durch entsprechende Maßnahmen unterstützt werden. Das bedeutet: Die Medienförderung muss erhöht werden, und zwar nicht nur für Print, sondern vor allem auch für privaten Rundfunk.“

Mario Frühauf appellierte an die Politik, die Rahmenbedingungen zu verbessern:
„Wir brauchen die richtigen Rahmenbedingungen, um den Markt weiterzuentwickeln. Denn gegen internationale Giganten wie YouTube, TikTok, Meta oder Amazon können wir als österreichische Medien alleine nicht bestehen. Im Ausbau der Kooperation liegt enormes Potential. Dem ORF sollte daher die Rolle des Marktverstärkers übertragen werden, der zur Kooperation mit privaten Medien verpflichtet ist. Die internationalen Plattformen müssen endlich ihrer Verantwortung hierzulande gerecht werden, auch, aber nicht nur, in finanzieller Hinsicht. Und die leichte Auffindbarkeit österreichischer Rundfunkinhalte auf allen relevanten Empfangsoberflächen sollte gesetzlich garantiert werden.“

Unter den Gästen waren zahlreiche Spitzenpolitiker:innen, darunter Bundesministerin Klaudia Tanner (ÖVP), Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) sowie die parlamentarischen Mediensprecher:innen Nico Marchetti (ÖVP), Klaus Seltenheim (SPÖ), Henrike Brandstötter (NEOS) und Sigi Maurer (Grüne). Ebenfalls vertreten waren Nationalratsabgeordnete sowie die Regulierungsbehörde KommAustria mit Michael Ogris, Martina Hohensinn und Thomas Petz sowie die RTR mit Wolfgang Struber.

Aus der Wirtschaft und Medienbranche nahmen u.a. Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger (ÖVP), die ORF-Direktor:innen Ingrid Thurnher und Harald Kräuter, ORF-Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer und Ö3-Chef Michael Pauser teil. Ebenso vertreten waren Maximilian Dasch und Gerald Grünberger (Verband Österreichischer Zeitungen), Josef Gruber und Friedrich Dungl (Verband der Regionalmedien), Thomas Spann und Helga Tieben (WKO), Rainer Will (Handelsverband), Michael Straberger und Andrea Stoidl (Werberat) sowie Alice Krieger-Schromm (Verein Jugendmedienschutz).

Aus der Werbe- und Kommunikationsbranche kamen u.a. Andreas Vretscha (WPP), Ursula Arnold (Mindshare), Thomas Bokesz und Karl Welles (UM Panmedia), Daniela Hollerer und Stefan Zoisl (Dentsu), Markus Latzka (Wirz) sowie Gerlinde Wohlauf und Birgit Wagesreither (Österreichische Lotterien).
Quelle: VÖP








