Als Apple 2015 seine erste Radiostation Beats 1 startete, sorgte das für Aufsehen – nicht zuletzt, weil mit Zane Lowe ein hoch angesehener Moderator von BBC Radio 1 zu Apple wechselte. Ich hörte damals hinein – und war ehrlich gesagt nicht sonderlich beeindruckt.
Im Jahr 2020 stellte ich fest, dass Apple weitere Sender gestartet hatte, darunter einen deutlich zugänglicheren Kanal („Apple Music Hits“) sowie einen Country-Sender. Inzwischen sind es sechs.
Bisher benötigte man ein Apple-Music-Abonnement, um sie zu hören. Doch seit dieser Woche sind alle kostenlos zugänglich, denn sie sind nun über TuneIn verfügbar. Damit können erstmals alle darauf zugreifen – und da TuneIn, bei all seinen Schwächen, praktisch jedes internetfähige Radiogerät versorgt, sind die Sender nun auch auf Smart Speakern und vielen anderen Geräten verfügbar.
Ich habe Apple Music eine Zeit lang ausprobiert, und einer der besonderen Unterschiede zu anderen Diensten sind tatsächlich diese Radiostationen. So stieß ich zufällig auf eine hervorragende Dokumentation, in der Paul McCartney über seinen Songwriting-Prozess sprach – dabei hatte ich lediglich nach seinem Namen gesucht. Außerdem hörte ich eine tolle Stunde mit seltenen Beatles-Aufnahmen. Das ist ein Angebot, das den Nutzen von Apple Music spürbar erhöht.
Doch als klassische Radiostation, die man dauerhaft einschaltet? So klingt es nicht. Zwölf Stunden des Programms sind, soweit ich weiß, keine Live-Sendungen, sondern lediglich Wiederholungen der vorangegangenen zwölf Stunden. Auch wirkt es nicht so, als sei es auf Hörerfeedback ausgelegt. Spannend ist aber, dass gerade Apple – von allen Unternehmen – erkannt hat, dass es seine Radiodienste so offen wie möglich zugänglich machen muss.
Irgendjemand hat sich irgendwo sicher genau ausgerechnet, wie das mit den Musiklizenzen funktioniert. Apple Music ist ein kostenpflichtiger Streaming-Dienst, und diese Sender enthalten keine Werbung. Also musste es offenbar eine komplett neue Lizenzvereinbarung mit TuneIn geben – und da es sich um ein weltweites Angebot handelt, dürfte es in jedem Land eigene Lizenzlösungen geben. Man möchte ja nicht in die Lage der BBC geraten, die einige ihrer Dienste wieder zurückziehen musste …
(Auszug aus Radioland: James Cridland’s radio newsletter vom 17. Mai 2025 und übersetzt mit Hilfe von ChatGPT.)

Der Radio-Futurologe James Cridland spricht auf Radio-Kongressen über die Zukunft des Radios, schreibt regelmäßig für Fachmagazine, berät eine Vielzahl von Radiosendern und veröffentlicht den täglichen Podcast-Newsletter podnews.net.
James hat über 30 Jahre bei Radiosendern in Großbritannien, Australien und Kanada gearbeitet; bei Virgin Radio UK entwickelte er die weltweit erste Radio-Streaming-App. Er lebt in Brisbane, Australien. https://james.cridland.net









