ROCK FM startet in NRW – Brauchen wir den 5. Rocksender zwischen Rhein und Ruhr?

ROCK FM-Logo (Bild: © Audiotainment Südwest)

Nordrhein-Westfalen gilt traditionell als starker Rockmarkt in Deutschland. Bands wie die Toten Hosen, BAP, Donots, Accept oder Doro Pesch prägen seit Jahrzehnten die Musikszene im Rheinland und im Ruhrgebiet. Kaum eine andere Region verbindet Gitarrenmusik so eng mit ihrem kulturellen Selbstverständnis.

Mit ROCK FM geht nun ein weiterer Sender an den Start. Er positioniert sich als fünfter Rockanbieter in NRW – neben Radio BOB!, ROCK ANTENNE, Radio 21 und STAR FM – und setzt nach eigenen Angaben auf ein kompromissloses Rockformat. Zu hören ist ROCK FM über www.rockfm.de, per App sowie über DAB+ auf Kanal 9D.

RADIOSZENE hat mit Programmchef Mike Doetzkies über den Sendestart und die geplante Positionierung im umkämpften Radiomarkt zwischen Rhein und Ruhr gesprochen.


RADIOSZENE: Brauchen wir wirklich den fünften Rocksender in Nordrhein-Westfalen Herr Doetzkies?

Mike Doetzkies: Sicherlich braucht eine Band keinen fünften Gitarristen, aber wenn ein außergewöhnlicher Sänger, mit totaler Musikliebe, brillanter Stimme und einem großen Herz für die Fans auf die Bühne tritt, fliegt garantiert bald Unterwäsche. Und das soll so ein bisschen unser Weg sein. Wir glauben an die Strahlkraft unserer Marke und der Philosophie dahinter.

Mike Doetzkies (Bild: © Jennifer Weyland / ATSW)
Mike Doetzkies (Bild: © Jennifer Weyland / ATSW)

RADIOSZENE: Was macht ROCK FM anders?

Mike Doetzkies: Der Markt für die typischen Rockfans mit Kutte, Konzert-Tinitus und Tattoo ist abgegrast. Hier werden Hörer von links nach rechts geschoben. Aber wenn Sie mal auf ein Stadt- oder Dorffest gehen, werden sie sehen, da gibt es noch deutlich mehr Menschen, die handgemachte Musik lieben. Die erkennen sie auf den ersten Blick nicht als Rock-Fan. Die arbeiten bei der Polizei, der Bank oder im Blumenladen. Wir wollen gar nicht bei den Metal-Fans oder Hardrockern punkten, ROCK FM ist für alle da und konzentriert sich auf das Wesentliche: Lauter. Rock. Legenden. Heißt auch: Qualität statt Quantität in der Musikauswahl und im Angebot.

RADIOSZENE: Was ist denn das Erfolgsrezept hinter ROCK FM?

Mike Doetzkies: Besonders prägend sind unsere Moderatoren zum Beispiel Pfeffer und der Lange, die werktags von 6 bis 18 Uhr mit klarer Haltung, Energie und Humor durch den Tag führen. Das macht auch den Unterschied. Wir machen da keine Kompromisse und versuchen mit unseren großartigen Kollegen klar kantig und emotional zu sein, wir haben Persönlichkeiten mit Musikliebe und jahrelanger Radioerfahrung, das spürt man. Außerdem gibt es bei uns das Versprechen: Hier läuft nur die Creme de la Creme – die größten Bands, die besten Songs von Led Zeppelin, Deep Purple, Metallica, den Rolling Stones, Oasis, Linkin Park und den Foo Fighters. Unser Fokus liegt da sicherlich auf den 80ern und 90ern, die hier in auch in NRW für Generationen prägende Musik hervorgebracht haben.

RADIOSZENE: Bei der aktuellen Media Analyse ma Audio 2025 II, die im Juli veröffentlicht wurde hat ROCK FM erneut verloren – wie reagieren Sie darauf?

Mike Doetzkies: Als wir im vergangenen Jahr REGENBOGEN 2 zu ROCK FM umbenannt haben, war uns sehr bewusst, dass vorübergehend rund 30 Prozent unserer Hörer verlieren werden. Das lehrte uns die Erfahrungen aus bisherigen Umbenennungen anderer Sender in anderen Märkten. Und diese Erwartung hat sich schmerzlich bestätigt. Aber ROCK FM ist ein passender Name für einen Rocksender und vor allem eine sehr starke Marke. Darauf können wir aufbauen.

ROCK FM-Programmchef Mike Doetzkies (Bild: © Audiotainment Südwest)
ROCK FM-Programmchef Mike Doetzkies (Bild: © Audiotainment Südwest)

RADIOSZENE: Das klingt so, als ob Sie ROCK FM nach NRW auch noch in anderen Bundesländern weiter ausspielen wollen?

Mike Doetzkies: Wir können uns – Stand heute – sicherlich vorstellen, ROCK FM auch noch in weiteren Bundesländern auszuspielen und dann in der Fläche eine bundesweite Abdeckung – wie bereits im Kabel – zu erreichen. Aber der Weg ist das Ziel und zunächst konzentrieren wir uns darauf, die Liebhaber von handgemachter Musik in Baden-Württemberg, seit Juli im Saarland und neu in Nordrhein-Westfalen für uns zu begeistern.

RADIOSZENE: Vielen Dank für das Gespräch.

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