In Würzburg und Schweinfurt rücken die Privatsender Radio Gong, charivari, PRIMATON und radiohashtag+ enger zusammen. Wie die MAINPOST am Dienstag berichtete, sind wirtschaftliche Herausforderungen und eine gemeinsame Gesellschafterstruktur die Haupttreiber dieser Entwicklung.
Radio Primaton hatte im Mai 2024 Insolvenz angemeldet (RADIOSZENE berichtete). Laut der Tageszeitung MAINPOST konnte das Verfahren bereits nach zwölf Monaten abgeschlossen werden – ungewöhnlich schnell. Grund war, dass die Nürnberger Mediengruppe Neue Welle (Müller Medien, Familie Oschmann) ihre Beteiligung von 51 auf 100 Prozent erhöhte. Die Neue Welle hält auch Anteile am Funkhaus Würzburg, zu dem Gong und Charivari gehören. Geschäftsführer aller vier Programme ist Fabian Steigerwald.

„Wir müssen die Synergien nutzen“, sagte Steigerwald der MAINPOST. Gemeint sind gemeinsame Musikrotationen, gebündelte Vermarktung, einheitliche IT-Systeme und engere redaktionelle Zusammenarbeit. So würden Beiträge inzwischen zentral in Würzburg eingesprochen, aber weiterhin regional ausgerichtet. Ein komplett fusioniertes „Radio Mainfranken“ sei noch Zukunftsmusik – „aber alles ist möglich“.
Nach Angaben der MAINPOST verlor das Schweinfurter Funkhaus mit 15 Mitarbeitenden zwischen 2019 und 2024 rund ein Viertel seines Umsatzes aus lokaler Werbung. Das deutlich größere Funkhaus Würzburg mit 46 Beschäftigten konnte im gleichen Zeitraum leicht zulegen.
BLM-Präsident Thorsten Schmiede betonte bei der Medienratssitzung im Februar bereits: „Ich habe in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Audiostrategie hingewiesen, die das Thema Vielfaltssicherung durch Synergien klar adressiert und dafür klare Leitplanken formuliert hat. Position der Landeszentrale ist dabei schon immer: So viel lokale Vielfalt wie möglich, so viel Wirtschaftlichkeit wie nötig.“
Die Kooperation der vier Privatradios soll nun helfen, Kosten zu senken, die Marktposition zu stärken und gleichzeitig die regionale Bindung zu den Hörern auszubauen.









