Tutzinger Radiotage 2025: „Wie echt bleibt das Radio?“

Immer genauere Algorithmen bestimmen den Alltag vieler – und damit auch ihre Mediennutzung. Stimmen der politischen Ränder sind besonders präsent und laut. Andere wiederum werden weniger gehört. Was also muss Radio in diesen besonderen, fragilen Zeiten leisten, was kann es leisten – zwischen finanziellen und politischen Zwängen, vor denen etliche Sender stehen?

Damit beschäftigen sich Hörfunkjournalistinnen und -journalisten bei den Tutzinger Radiotagen 2025, die vom 15. bis 17. September in der Akademie für Politische Bildung am Starnberger See stattfinden. Das diesjährige Thema: „Zwischen KI und Authentizität – Wie echt bleibt das Radio?“.

Tutzinger Radiotage 2025: Blick auf den Hörsaal der politischen Akademie Tutzing (Bild: APB Tutzing)
Tutzinger Radiotage 2025: Blick auf den Hörsaal der politischen Akademie Tutzing (Bild: APB Tutzing)

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Radio Vertrauen bewahren und gesellschaftliche Nähe schaffen kann. Es geht um nicht weniger als die Zukunft des Mediums im Spannungsfeld von politischem Druck, wirtschaftlichem Spardruck und technologischer Transformation. Besonders beleuchtet wird die Rolle regionaler Berichterstattung, die weit über lokale Identifikation hinausgeht: Nähe macht Radio vertraut und authentisch.

Jan Weyrauch 2020 (Bild: ©Andreas Weiss/Radio Bremen)

Den Auftakt machen Jan Weyrauch (Programmdirektor Radio Bremen, Vorsitzender der ARD-Programmkonferenz) und Dr. Thorsten Schmiege (Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien), die über die gegenwärtige Lage der Radiolandschaft sprechen. Weitere Panels befassen sich mit dem Zustand des Lokaljournalismus und mit der Frage, wie der Dialog mit Hörerinnen und Hörern gelingen kann.

Drei ganztägige Workshops am Dienstag bieten praktische Vertiefung: zur journalistischen Arbeit mit KI-Tools, zu investigativen Zugängen und zur Reflexion journalistischer Perspektiven. Abends lädt eine Unterhausdebatte mit den Riffreportern zum Meinungsaustausch ein.

Am Abschlusstag geht es um die Rolle des Radios in autoritär regierten Staaten – mit Beiträgen u.a. von Marie Müller-Elmau (Verfassungsblog) und Bartosz Dudek (Deutsche Welle).

Die Tagung steht unter der Leitung von Dr. Kinza Khan. Im journalistischen Organisationsteam sind u.a. Sandra Müller (SWR), Inge Seibel, Daniel Bouhs, Dennis Horn, Timo Fratz und Doreen Jonas vertreten. Die Anmeldung ist bis spätestens 5. September 2025 möglich.

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