
In einer Nachricht, die wohl niemanden wirklich überrascht, wurde bekannt, dass Bauer – einer der beiden großen kommerziellen Radioanbieter im Vereinigten Königreich – im Juni alle seine lokalen Frühstückssendungen in England und Wales einstellen wird. Das bedeutet das Ende der lokalen Radioproduktion. Derzeit gibt es zwölf verschiedene lokale Frühstücksshows, doch diese talentierten Moderatoren werden verschwinden. Stattdessen wird es eine einzige nationale Sendung geben, deren Details noch nicht bekannt sind. Die Hörer werden weiterhin regionale Nachrichten und Verkehrsmeldungen erhalten, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. (Und natürlich lokale Werbung!)
Global machte es vor – mit Erfolg
Bereits 2010 hatte Global mehr als 35 seiner lokalen Radiostationen in „Heart“ umbenannt und nach und nach das Programm zentralisiert. 2019 wurden schließlich auch die lokalen Frühstücksshows abgeschafft und stattdessen auf den Nachmittag verlegt. Als Global im Januar dieses Jahres alle lokalen Programme endgültig strich, war das für die meisten Hörer kein großer Umbruch mehr – sie hatten sich längst an Jamie und Amanda als morgendliche Stimmen gewöhnt. Eine gut durchdachte Strategie, die dazu führte, dass Heart mit zehn Millionen Zuhörern das meistgehörte kommerzielle Radionetzwerk im Vereinigten Königreich wurde.
Bauer beendet lokale Frühstücksshows
Bauer hingegen wirkte lange unentschlossen und ohne klaren Plan. 2013 wurde Tfm in Stockton geschlossen, woraufhin Metro FM aus Newcastle die Programmgestaltung übernahm – die Stationsnamen wurden einfach von den Moderatoren separat eingesprochen. 2018 wurde Key 103 in Manchester in „Hits Radio“ umbenannt und mit einem nationalen Sender namens „The Hits“ zusammengelegt. 2019 kaufte Bauer zahlreiche lokale Stationen von Wireless, UKRD, Celador und Lincs und begann, immer mehr Netzwerkinhalte von Hits Radio auszustrahlen. Dennoch behielten alle diese Sender bis 2024 ihre lokalen Namen. Doch nur ein Jahr später sind nun auch die lokalen Frühstücksmoderatoren verschwunden. Hits Radio hat aktuell 4,6 Millionen Zuhörer (ohne Schottland und Nordirland, die – ganz in Bauers unentschlossenem Stil – noch nicht unter der Marke „Hits“ laufen). Die große Umstellung am Morgen könnte diese Zahlen weiter durcheinanderwirbeln.
Schließung von Radiostationen im ganzen Land
Bauer schließt zudem fast alle seine Radiostandorte. In den letzten Jahren wurden immer mehr Studios aufgegeben – vermutlich im Zuge auslaufender Mietverträge –, und die lokalen Frühstückssendungen wurden in benachbarte Städte verlegt, teils bis zu 90 Minuten Autofahrt vom eigentlichen Sendegebiet entfernt. Die Frühstückssendung von Viking Radio wurde beispielsweise aus Sheffield übertragen; Pulse in Bradford wurde komplett nach Leeds verlagert (und dann ins Netzwerk integriert). Nun werden acht weitere Radiostandorte geschlossen. Übrig bleiben für Bauer nur noch vier zentrale Sendestandorte in Großbritannien sowie drei kleinere Produktionsstätten. Einer der Standorte, die nun schließen, ist das Studio in Sheffield, das ursprünglich als Vertriebszentrum einer Carlsberg-Tetley-Brauerei diente. Ich habe dort nur noch den verblassten Umriss des alten Brauerei-Schriftzugs an der Wand entdeckt. (Es gab in dem Gebäude eine Kneipe mit echtem 80er-Jahre-Charme – mittlerweile völlig heruntergekommen.)
Lokale Inhalte verschwinden – aber nicht ganz
Wichtig ist – wie ich bereits im Januar betont habe –, dass die Hörer weiterhin lokale Informationen, Verkehrsmeldungen und Nachrichten erhalten werden, wenn auch eher auf regionaler als auf lokaler Ebene. Wichtig ist auch, dass diese Änderungen erst im Juni in Kraft treten, sodass die Sender noch Gelegenheit haben, sich von ihren Hörern zu verabschieden. Einige Moderatoren bleiben dem Unternehmen erhalten – so werden Steve und Karen von Hits Metro/Tfm künftig bei „Hits Radio 90s“ zu hören sein.
Angesichts der aktuellen Lizenzbestimmungen dürfte das wohl das endgültige Aus für lokales Radio in den meisten englischen Städten bedeuten. Es gibt zwar noch Community-Radiosender, doch diese sind durch gesetzliche Vorgaben und geringe Sendeleistungen stark eingeschränkt. Die meisten relevanten Radiolizenzen gehören mittlerweile großen Konzernen, die ihre Programme weitgehend zentralisiert und automatisiert haben.
Die Zukunft des Radios: Relevanz statt Lokalität?
„Lokal“ ist – anders als US-amerikanische Radioberater es gern behaupten – nicht zwingend der wichtigste Faktor für die Zukunft des Radios. Doch „Relevanz“ ist es. Und es geht etwas verloren, wenn keine lokalen Dialekte mehr zu hören sind, wenn niemand mehr mit einem Augenzwinkern die M62 zu dieser Uhrzeit erwähnt oder ein Lied für die Heimkehrer vom Steelers-Spiel spielt. Das ist schade.
Nächste Woche spreche ich in Irland – wo all das nicht passiert ist.
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(Auszug aus James Cridland’s Newsletter und übersetzt mit Hilfe von ChatGPT, Kagi und Google Translate.)

Der Radio-Futurologe James Cridland spricht auf Radio-Kongressen über die Zukunft des Radios, schreibt regelmäßig für Fachmagazine, berät eine Vielzahl von Radiosendern und veröffentlicht den täglichen Podcast-Newsletter podnews.net.
James hat über 30 Jahre bei Radiosendern in Großbritannien, Australien und Kanada gearbeitet; bei Virgin Radio UK entwickelte er die weltweit erste Radio-Streaming-App. Er lebt in Brisbane, Australien. https://james.cridland.net








