SR-Intendant stellt Strategie- und Maßnahmenplan für den Saarländischen Rundfunk vor

SR-Intendant Martin Grasmück hat am Montag dem Rundfunkrat den Strategie- und Maßnahmenplan für den Saarländischen Rundfunk vorgestellt. Damit soll die Existenz des SR vor dem Hintergrund der schwierigen Finanzlage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gesichert werden.

SR Saarländischer Rundfunk Logo 2023
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Der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Martin Grasmück, hat dem Rundfunkrat des Senders seinen Strategie- und Maßnahmenplan vorgestellt, der die Existenz des SR vor dem Hintergrund der schwierigen Finanzlage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks absichern soll.

Der Plan sieht neben der Fortführung der erfolgreichen SR-Digitalstrategie die Reduzierung von Investitionen in Gebäude und technische Infrastruktur sowie unter anderem auch einen weiteren sozialverträglichen Personalabbau und Einsparungen im Programmetat vor. Allein letztere belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro für die kommende Beitragsperiode (2025-2028). Unmittelbar vor der Sitzung des Rundfunkrates wurde auch die SR-Belegschaft über den Plan ausführlich informiert.

Martin Grasmück (Bild: © SR/Oliver Dietze)
Martin Grasmück (Bild: © SR/Oliver Dietze)

Grasmück sagte: „Der Saarländische Rundfunk muss vielen Herausforderungen zeitgleich begegnen. Wir haben in den vergangenen Jahren unsere Hausaufgaben gemacht und diverse Prozesse und Projekte gestartet, um künftig noch effektiver Programm in einer sich stark verändernden Medienlandschaft produzieren zu können. Obwohl wir das meiste Geld bei den Themen Infrastruktur, Verwaltung und Produktion einsparen wollen, werden wir auch in unserem Programmangebot Einschnitte vornehmen müssen.“

Finanziell herausfordernde Rahmenbedingungen

Bereits in den vergangenen Jahrzehnten habe der Saarländische Rundfunk zahlreiche Sparrunden umgesetzt und sich in vielen Bereichen verschlankt. Auf Basis dieser Erfahrungen wolle der SR erneut rechtzeitig agieren und sich an die finanziell herausfordernden Rahmenbedingungen anpassen.

Die umfangreichen Vorarbeiten hätten sich dabei gelohnt, so Grasmück weiter: „Der Strategie- und Maßnahmenplan ergänzt die von mir vor knapp drei Jahren aufgelegte SR-Digitalstrategie. Diese basiert auf den drei großen Projekten ‚Digitale Evolution‘, ‚Smarte Produktion, Technik und Workflows‘ und ‚Markenportfolio‘, die dazu dienen, den SR angesichts eines sich permanent verändernden Mediennutzungsverhaltens weiterhin in die Lage zu versetzen, seinen Auftrag für die Saarländerinnen und Saarländer zu erfüllen und fit für die Zukunft zu machen.“

Keine betriebsbedingten Kündigungen geplant

Dieser Prozess stehe kurz vor seinem Abschluss. Zusammen mit der Überprüfung der anstehenden Investitionen in den Bereichen Technik, Produktion und Bauen und einer unter anderem daraus resultierenden Fortführung des Personalabbaus um nach jetzigem Stand weitere 17 Stellen bis Ende 2028 sollen die Kosten erneut reduziert werden: „Der Strategie- und Maßnahmenplan ist Ausdruck unserer Verantwortung gegenüber dem Sender, dem Programm, den Mitarbeitenden und den Menschen im Land“, erklärte Grasmück weiter.

Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Für von Sparmaßnahmen besonders betroffene freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen alternative Einsatzmöglichkeiten gesucht werden. Das Maßnahmenpaket geht davon aus, dass die von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) vorgeschlagene Beitragserhöhung umgesetzt werde. Sollte dies nicht geschehen, seien weitere Sparmaßnahmen erforderlich, ergänzte Verwaltungs- und Betriebsdirektor Dr. Alfred Schmitz.

Neue Programmangebote nur durch Umschichtung möglich

Allein mit Maßnahmen außerhalb des Programmetats sei der notwendige Wandel im Medienangebot nicht zu leisten, so Grasmück: „Neue Programmangebote sind nur möglich, wenn im Gegenzug ergänzend auch Umschichtungen vorgenommen oder sogar auf bestehende Angebote verzichtet wird.“ Für das Programm hat der zuständige Direktor Lutz Semmelrogge daher in Abstimmung mit allen Programmbereichsleiterinnen und -leitern sowie dem Direktorium eine Strategie entwickelt, die den Auftrag des SR für das Saarland und die Menschen in der Großregion in den Mittelpunkt stellt.

Weitere Leitlinien sind unter anderem: die enorm hohe Reichweite des SR in Hörfunk und Fernsehen erhalten, die Akzeptanz in den digitalen Angeboten ausbauen sowie junge und neue Zielgruppen weiter erschließen und aufbauen. Die Deutsche Radio Philharmonie – bereits von SR und SWR gemeinsam getragen und in Rheinland-Pfalz und dem Saarland aktiv – gehört auch in Zukunft ebenfalls fest zum Angebotsportfolio, aber auch sie soll einen Sparbeitrag leisten.

Donnerstagabend-Sendung entfällt ab 2025

Mit Blick auf diese Überlegungen soll die Konzentration der SR-Angebote im Dritten künftig auf den Vorabend zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr erfolgen – unter anderem weiterhin mit der „Wir im Saarland“-Schiene und dem „aktuellen bericht“. Der Vorabend trägt maßgeblich zur Erfüllung des regionalen Auftrags bei und hat eine sehr hohe Publikumsakzeptanz.

Dieser Fokus führt werktags zu notwendigen Veränderungen bei den Angeboten nach 20.15 Uhr im SR Fernsehen jenseits der aktuellen Nachrichtensendungen: So sollen beispielsweise die Sendungen „SAAR3“ und „SAARTALK“ ab Anfang 2025 nicht fortgeführt werden. Öffentlicher Diskurs solle allerdings weiter seinen Platz im SR-Angebot behalten und durch eine entsprechende Formatentwicklung sichergestellt werden. Darüber hinaus soll die Kabarett-Sendung im SWR/SR-Fernsehen „ALFONS und Gäste“ zum Jahresende 2025 eingestellt werden.

„Eine Einstellung von `ALFONS und Gäste´ bedeute jedoch kein Ende der Zusammenarbeit mit Emmanuel Peterfalvi alias ALFONS. Er solle mit seiner deutsch-französischen Biografie ein Gesicht des Saarländischen Rundfunks bleiben und zum Beispiel den traditionellen SR-Gesellschaftsabend im Hörfunk weiterhin moderieren“, so SR-Programmdirektor Lutz Semmelrogge. Für die langjährige und gute Zusammenarbeit mit der Saarbrücker Zeitung beim „SAARTALK“ dankte er zusammen mit Intendant Grasmück SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst, der das Format als Co-Moderator von Beginn an mitgeprägt hat.

SR bringt sich aktiv in Reformprozess ein

Weitere Einsparungen und Umschichtungen in den Programmbereichen betreffen im Hörfunk zum Beispiel Auftragsproduktionen oder ergeben sich durch die Übernahme der Abendstrecken im ARD-Verbund im Rahmen der ARD-Reformagenda. Lutz Semmelrogge ergänzte: „Mit den Maßnahmen wollen wir uns noch stärker auf den Kern unseres Programmauftrags konzentrieren, und wir erarbeiten uns im Gegenzug Handlungsfähigkeit und Spielraum für gutes Programm in der Zukunft.“ So sei auch weiterhin vorgesehen, ein zentrales Budget in der Programmdirektion zur Fortführung und Entwicklung von Angeboten für das Netz oder die ARD Mediathek beziehungsweise ARD Audiothek vorzuhalten.

Auch in der ARD bringt sich der SR weiter aktiv ein und unterstützt den laufenden Reformprozess. Als Investition in die Zukunft sieht der SR sein geplantes Engagement in der neuen ARD-Gemeinschaftsredaktion „Kochen & Kulinarik“, die in Kooperation mit dem SWR entstehen soll. „Dieses wichtige Programmsegment passt gut zur DNA des Saarlandes. Möglich wird ein solches Engagement, weil künftig das Thema `Reise´ von einem ARD-Kompetenzcenter übernommen wird. Dies schafft Raum für mögliche Umschichtungen innerhalb der SR-Redaktion“, sagte Grasmück.

Insgesamt gelte, so der Intendant: „Trotz der großen finanziellen Herausforderung will der SR mit seinem Programmangebot verlässlicher und kompetenter Medienpartner für die Saarländerinnen und Saarländer bleiben – heute und in Zukunft.“

Quelle: SR-Pressemeldung

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