So soll DAB+ bei bayerischen Lokalradios in Zukunft gefördert werden

Rückenwind für die Digitalisierung lokaler Radios in Bayern: Der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat in seiner letzten Sitzung am 16. Mai 2024 ein neues Konzept zur Förderung der Radioverbreitung über DAB+ beschlossen, genannt „Transformations-Anreiz-Förderung (TAF)“. Damit setzt die BLM einen Baustein aus der vom Medienrat Ende 2023 beschlossenen Audiostrategie um. Dies deckt sich mit dem Koalitionsvertrag der Bayerischen Regierungsparteien.

DAB+ mehr Radio für Bayern (Bild: © RADIOSZENE/Bayern Digitalradio)
DAB+ mehr Radio für Bayern, Nürnberg 2016 (Bild: © RADIOSZENE/Bayern Digitalradio)

Sowohl die Audiostrategie der BLM als auch die Koalitionsvereinbarung haben zum Ziel, die Digitalisierung des Hörfunks in Bayern weiter voranzutreiben und dabei digitale Anbieter besonders zu unterstützen. Das Konzept gewährleistet die staatsferne Abwicklung einer möglichen DAB+ Förderung aus Mitteln des Freistaats Bayern. Sie könnte zum 1. Juli 2024 in Kraft treten.

Dr. Thorsten Schmiege, (Bild: BLM / Gaby Hartmann)
Dr. Thorsten Schmiege, (Bild: BLM / Gaby Hartmann)

Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der BLM: „Mit dem neuen Förderkonzept wollen wir für die bayerischen Sender gezielt Anreize schaffen, auf DAB+ als künftigen digitalen Verbreitungsweg zu setzen. Dies soll nicht nach dem Prinzip Gießkanne, sondern zielgerichtet erfolgen und sich vor allem am konkreten Förderbedarf der einzelnen Anbieter im Transformationsprozess orientieren. So soll die Transformations-Anreiz-Förderung Programmvielfalt sichern und zum Ausgleich von Wettbewerbs- und Kostennachteilen gerade bei Anbietern im ländlichen Raum beitragen.“

Wie sieht die DAB+ Förderung konkret aus? Damit die Förderung bei denen ankommt, die am meisten Bedarf haben, wird die digitale Verbreitung künftig gestaffelt und nicht mehr für alle Anbieter gleich gefördert: Die höchste Förderung von 90 Prozent erhalten gemeinnützige Angebote und Anbieter, die ausschließlich terrestrisch via DAB+ verbreiten. 60 Prozent Förderung bekommen Angebote, die via DAB verbreitet werden, deren Unternehmen aber auch UKW-Programme im Portfolio haben. Simulcast-Programme, die via UKW und DAB verbreitet werden, erhalten – je nach Kostenbelastung im UKW-Sendernetz – eine DAB-Förderung zwischen 0 und 50 Prozent.

Das Fördervolumen der Verbreitungsförderung belief sich bisher auf 1,8 Millionen Euro, die hälftig vom Freistaat Bayern und der BLM getragen wurden. Ziel ist es, die Mittel aufzustocken und die bislang von der Landeszentrale bereitgestellten Mittel in Höhe von 900.000 Euro – entsprechend den Zielen der Audiostrategie 2025 – in weitere Digitalisierungsmaßnahmen einzubringen.

Quelle: BLM

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