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Martina Zöllner als neue rbb-Programmdirektorin vorgeschlagen

Martina Zöllner, Kulturchefin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt zunächst bis zum 31. Juli 2024 die Leitung der Programmdirektion übernehmen. Darüber hat die Intendantin des rbb, Dr. Katrin Vernau, heute (16. Februar 2023) den rbb-Verwaltungsrat informiert. Sie wird die Personalie dem Rundfunkrat so schnell wie möglich zur Wahl stellen.

Martina Zöllner (Bild: © rbb / Thomas Ernst)
Martina Zöllner (Bild: © rbb / Thomas Ernst)

Martina Zöllner (61), studierte Germanistin und Anglistin, begann ihre Laufbahn als Journalistin für verschiedene Fernsehkulturmagazine der ARD. 1998 leitete sie die Redaktion Kulturdokumentationen des SWR, später jahrelang die Redaktion Dokumentarfilm. 2011 wurde sie Kulturchefin des SWR und 2013 Leiterin der Hauptabteilung „Film und Kultur“, zuletzt „Film und Dokumentation“. Seit 2017 leitete sie beim rbb den Bereich „Dokumentation und Fiktion“. Seit 2021 verantwortet sie das gesamte Kulturprogramm des rbb, inklusive Fiktion und Dokumentation sowie Radioeins und rbbKultur.

Martina Zöllner initiierte in ihren unterschiedlichen Funktionen zahlreiche neue Formate und große Reihen, etwa „Deutsche Lebensläufe“, „Was war links?“ oder die ARD-Dokumentationsreihe „Deutschland, deine Künstler“. Im Ersten setzte sie Akzente mit Filmen wie „Meister des Todes“ oder dem ersten Teil der mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichneten Filmtrilogie „Mitten in Deutschland – NSU“. Auch für zahlreiche szenische Kinoproduktionen zeichnet die Autorin zweier Romane verantwortlich. In ihrer Funktion als rbb-Filmchefin entstanden für das Erste bzw. die ARD-Mediathek preisgekrönte Produktionen wie „Tina Mobil“ oder „Warten auf’n Bus“, „Legal Affairs“ oder die Dokumentationen „Charité intensiv“ und „Wie Gott uns schuf – Coming-Out in der Katholischen Kirche“. Besonders erfolgreich war das Fantasy-Hörspiel „Der Ring des Nibelungen“ oder der radioeins-Podcast „Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?“.

Dr. Katrin Vernau (Bild: © rbb/WDR/Annika Fußwinkel)
Dr. Katrin Vernau (Bild: © rbb/WDR/Annika Fußwinkel)

Dr. Katrin Vernau: „Martina Zöllner ist eine kluge Programmgestalterin und -strategin, die mit ihrer vielseitigen Erfahrung genau die Fähigkeiten mitbringt, um das rbb-Programm erfolgreich weiterzuentwickeln. Ihre Arbeit genießt in Deutschland und international höchste Anerkennung. Sie hat nicht nur ein Gespür für relevante, aktuelle und politische Themen, sondern auch für ungewöhnliche Programmformen. Dabei gelingt es ihr immer wieder, regionalen Stoffen aus Brandenburg und Berlin überregional Bedeutung zu verschaffen. Sie kann auf ein exzellentes Netzwerk innerhalb und außerhalb der ARD bauen. Angesichts der steigenden Bedeutung von Kooperationen ist ihre starke Vernetzung innerhalb der ARD besonders wertvoll für den rbb.“

Martina Zöllner: „Vor dieser Aufgabe habe ich großen Respekt. Wird es uns gelingen, das Programm mit den eingeschränkten Möglichkeiten, die wir haben, neu auszurichten und unsere Stärken auszuspielen? Der rbb hat die härteste Zeit seiner Geschichte hinter sich, mit Konsequenzen für die ganze ARD. Ich hoffe, in diesen schwierigen Zeiten mehr Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu schaffen. Und wenn wir in einem Jahr wieder unbeschwerter und mit mehr Freude gutes Programm machen, wäre ich glücklich, dazu beigetragen zu haben.“

Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Rundfunkrat, folgt Martina Zöllner auf Dr. Jan Schulte-Kellinghaus, der den Sender Ende Januar 2023 im gegenseitigen Einvernehmen verlassen hat. Stellvertretende rbb-Programmdirektorin bleibt Katrin Günther (57). Sie ist zugleich Leiterin der Contentbox Sport und verantwortet die Abteilungen Digitale Entwicklung und Strategie sowie das Qualitätsmanagement und die Medienforschung.

Katrin Vernau: „Wir hatten auch über eine Doppelspitze aus Frau Zöllner und Frau Günther nachgedacht. Zumal die aus Glauchau stammende Katrin Günther einen exzellenten Ruf als Journalistin genießt und seit ORB-Zeiten mit unserem Sender verbunden ist. Aus für mich sehr nachvollziehbaren persönlichen Gründen hat Frau Günther dies abgelehnt. Ich bin überzeugt, dass die beiden in der geplanten Konstellation ein perfektes Team bilden.“

Die Position der Programmdirektorin ist zunächst bis zum 31. Juli 2024 befristet, da sich der rbb in einer Übergangsphase befindet. Derzeit bereitet der Rundfunkrat die Wahl eines neuen Intendanten bzw. einer neuen Intendantin vor. Er bzw. sie hat auf diese Weise eine gewisse Zeit, sich ein Bild zu verschaffen und danach über die Besetzung zu entscheiden. Gleichzeitig ist eine eindeutige und starke Führung angesichts der anstehenden Aufgaben in der Programmdirektion essenziell.

Quelle: rbb-Pressemeldung

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