ARD Retro mit 1000 Audios zur Zeit- und Kulturgeschichte vor 1966

Veröffentlicht am 25. Okt. 2022 von unter Deutschland

Deutschlandradio öffnet zeithistorisches Archiv mit Original-Tondokumenten von Deutschlandfunk und RIAS

Nachkriegsjahre, Mauerbau, Kalter Krieg – Zum UNESCO-Welttag des Audiovisuellen Kulturerbes am 27. Oktober 2022 gehen ARD, Deutschlandradio und das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) den nächsten Schritt bei der Öffnung ihrer reichhaltigen zeithistorischen Archive. ARD Retro umfasst zahlreiche eindrucksvolle Tondokumente aus der Zeit vor 1966.

Bundeskanzler Konrad Adenauer und Willy Brandt, Regierender Bürgermeister, in Berlin am 7. Mai 1962 (Bild: ©Deutschlandradio/Karl-Heinz Schubert)

Bundeskanzler Konrad Adenauer und Willy Brandt, Regierender Bürgermeister, in Berlin am 7. Mai 1962 (Bild: ©Deutschlandradio/Karl-Heinz Schubert)

Diese werden neben den bereits seit 2020 zugänglichen historischen Videos in der ARD Mediathek online verfügbar sein, weiterführende Informationen gibt es auf der Themenseite deutschlandradio.de/retro. Die zeit- und kulturgeschichtlich relevanten Audios sind frei zugänglich und zeitlich unbegrenzt in der ARD Audiothek verfügbar. Beginnen werden die Pilotpartner Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Saarländischer Rundfunk (SR), Südwestrundfunk (SWR), Deutschlandradio und Deutsches Rundfunkarchiv (DRA) mit zusammen rund 1000 Audios. Die weiteren Rundfunkanstalten werden sich 2023 ebenfalls beteiligen, dann, wenn das Radio in Deutschland seinen 100. Geburtstag feiert.

Die kostbaren Tondokumente geben Einblicke in Themen, Denkweisen und Sprachstil der Zeitepoche vor 1966. Wie die Videos in der ARD Mediathek können auch die Audios in der ARD Audiothek verlinkt und in eigene Webseiten eingebettet werden.

„Schon das Feedback auf die ARD Retro Videos war sehr positiv. Jetzt öffnen wir unsere Audio-Archive für die breite Öffentlichkeit und ermöglichen es allen, die daran Interesse haben, ein großes Stück Zeitgeschichte hautnah zu erleben“, so ARD-Vorsitzender Tom Buhrow. „Wir leisten damit einen weiteren wichtigen Beitrag zum Public Value-Anliegen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.“

„Wir heben hier einen Schatz, der viel über die frühe Bundesrepublik und die DDR, ihre Menschen und die prägenden Charaktere der Zeit erzählt. Viele Beiträge vermitteln mehr als manches Geschichtsbuch einen sehr unmittelbaren Eindruck der Nachkriegsjahrzehnte und der deutsch-deutschen Geschichte“, erklärt Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue.

Den Zeitgeist des Kalten Krieges und die schweren Nachkriegsjahre in Deutschland schildern beispielsweise die „Ost-West-Geschichten“ von Deutschlandradio. Der rbb stellt Interviews und Gespräche mit prominenten Persönlichkeiten zur Verfügung, darunter Otto Suhr, Willy Brandt, Erich Kästner, Thomas Mann oder auch Max Born sowie Otto Hahn.

ARD Retro Audio speist sich unter anderem aus folgenden Highlights:

Deutschlandradio: Ost-West-Geschichten, z.B. ein geflüchteter Volkspolizist, der sich telefonisch bei seinem Vorgesetzten vom Dienst abmeldet, oder Hörbilder von der innerdeutschen Grenze, Interviews mit Romy Schneider oder Erich Kästner, sehr persönliche Gespräche im Wohnzimmer von Willy Brandt, aber auch Unterhaltungsformate wie das RIAS-Schulklassengespräch mit Prominenten wie Heinrich Böll

DRA: Polemische Kommentare von Karl-Eduard von Schnitzler und Gerhart Eisler zum Mauerbau, Besuche bei SED-Parteitagen und Einblicke in die Arbeit der VEBs und LPGs
Besuch im VEB Erdölverarbeitungswerk Schwedt

rbb: Alfred Brauns Kolumne „Der Spreekieker“ sowie Interviews und Gespräche mit Personen wie Otto Suhr und Willy Brandt, Erich Kästner, Thomas Mann oder auch Max Born und Otto Hahn

SR: Tour de France 1965 (Sendereihe): Reportagen von der Strecke, Zieleinfahrten, Interviews mit den Fahrern
„Sie kommen von der Saar“ (Sendereihe): Gespräche mit bekannten Saarländern

SWR: Reihe „Aus der Residenz des Rechts“: In dieser Sendereihe berichten Reporter des SDR-Studios Karlsruhe von Urteilen des Bundesgerichtshofs. Die Fälle spiegeln Leben und Alltag der jungen Bundesrepublik wider.
Reihe „Tagebuch von der Zonengrenze“: Der Reporter reist an Orte, die unmittelbar an der innerdeutschen Grenze liegen und spricht mit den dort lebenden Menschen. Sie erzählen von ihren Schicksalen und ihrem Leben mit der Grenze.

Quelle: ARD-Pressemeldung

Weiterführende Informationen

 

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