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Frank Laufenberg: „Mir fällt auf, dass es bei vielen jungen Moderatoren an Erzählkunst fehlt“

laufenberg popstopDer Moderator und Musikjournalist Frank Laufenberg  gilt als ausgewiesener Kenner der internationalen Rock- und Popszene. Der Mitbegründer des legendären SWF Pop Shops dürfte heute seit seinem ersten Sendezeiten im Jahre 1970 der dienstälteste aktive Radiomoderator in Deutschland sein. An dieser Stelle setzen wir das zweiteilige Gespräch über seine lange Medienkarriere, die Musikszene sowie das Radio von gestern und heute fort.

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RADIOSZENE: Ihre Anfänge beim Radio gingen einher mit der Öffnung der Programme für musikjournalistische Beiträge. Popkultur war plötzlich gefragt – ein Trend, der durch den damaligen „Pop Shop“-Chef Walther Krause intensiv gefördert wurde. Verstehen Sie, warum heute die meisten Programme auf diese Inhalte verzichten? Gerade hier könnte man kompetent gegenüber den Streamingdiensten punkten …

Frank Laufenberg (Bild: privat)
Frank Laufenberg (Bild: privat)

Frank Laufenberg: Nein, das verstehe ich nicht – zumindest nicht bei den Programmen, die sich nicht unbedingt an die Jugendlichen richten. Die Kids haben offensichtlich weniger Interesse an den Interpreten der Titel – aber die Generation ab 40 möchte schon wissen, was zum Beispiel aus den Idolen ihrer Jugend wurde. Und das ist genau richtig: damit könnten sie gegen die Streamingdienste punkten!

RADIOSZENE: Liegt es vielleicht auch an einem Mangel an der Qualität geeigneter Mitarbeiter, die viele Fakten altersbedingt nur vom Hörersagen oder (Ihren) Nachschlagewerken her kennen?

Frank Laufenberg: Ja, könnte so sein. Aber wie gesagt – diejenigen, die heute die jungen Radiohörer sind, interessieren sich wenig für die Interpreten – also werden sie auch in ein paar Jahren keinerlei Wissen über sie haben und darauf angewiesen sein und alles aus 3. Hand erzählen!

RADIOSZENE: Wie wichtig ist popkultureller Musikjournalismus und wie sollte er im Idealfall aussehen? Mit Angeboten wie „Die Geschichten hinter den Hits“ lässt sich das Interesse der Hörer sicher nicht alleine befriedigen …

Frank Laufenberg: Mir fällt auf, dass es bei vielen jungen Moderatoren an Erzählkunst fehlt – das mag daran liegen, dass das Lesen in der Jugend auch nicht mehr so populär ist wie einst – zu viele Stammelsätze, zu viel ähs und mmhs, kein Fluss in der Sprache. Dann allerdings wurde ihnen ja auch eingetrichtert, dass sie ihre Moderation niemals über 1’30 gestalten dürfen. Musikjournalisten sollten Musik und Musiker lieben – daran fehlt es schon mal zuerst!

Die Urangst ganzer Generationen von Programmchefs ist, dass ein falscher Song die Hörer in Massen vom Sender treibt. Diese Einschätzung möchte ich nicht teilen: ein Musikstück – und mag es auch noch so weit vom sonstigen “Format“ entfernt sein – wird von den Hörern gerne akzeptiert – wenn den Hörern erklärt wird, warum man den Titel spielt.

 

„Das Radio setzt heute aus lauter Populismus keine Trends mehr“

 

RADIOSZENE: RADIO war über eine sehr lange Zeit DAS Top-Medium für Musik-Empfehlungen, war Kompass für Trends, Entdecker neuer Künstler und Kurator, dem die Menschen vertrauten. Haben Sie eine Erklärung, warum diese Position bei vielen Sendern ohne Not aufgegeben wurde?

Frank Laufenberg: Das Radio setzt heute aus lauter Populismus keine Trends mehr, sondern hechelt dem Geschmack der Kids hinterher – und spielt Musik aus Hitparaden, die keinerlei Bedeutung mehr haben.

RADIOSZENE: Wie erleben Sie gerade den Wandel innerhalb der Musikbranche? Der Aufbau (und Erhalt) von Künstlerpersönlichkeiten scheint immer weniger wichtig, dafür steht oft nur noch der Song im Mittelpunkt. Machen sich hier die Labels mit ihren One-Hit-Wonder-Veröffentlichungen nicht zu Sklaven der Streamingdienste? Hören wir künftig nur noch Eintagsfliegen, an die sich in zwei Wochen keiner mehr erinnert?

Klaus Voormann und Frank Laufenberg im WWF-Club
Klaus Voormann und Frank Laufenberg im WWF-Club

Frank Laufenberg: Bevor ich Radio machte, war ich knapp vier Jahre Künstler- und Senderbetreuer bei der Electrola in Köln-Braunsfeld. Ich fuhr regelmäßig zu den deutschen Radiostationen, nach Luxemburg, Schweiz, Österreich und stellte neue Künstler und Platten vor. Den Programmmachern wurden Musterplatten geschickt – sortiert nach den Musikfarben, die sie in ihren Sendungen spielten – und mit Informationen versorgt. Heute gibt es noch einige wenige rührige Promoter, aber von den Firmen kommt nichts mehr. Die Frage, die ich mir schon lange stelle: warum brauche ich überhaupt noch eine Plattenfirma, wenn ich doch als Künstler mein neues Produkt selbst ins Netz stellen kann? Mit den Reisen zu den Sendern wurden Künstler aufgebaut – das macht heute kaum noch eine Firma!

RADIOSZENE: Ein weiteres Problem des Musikgeschäfts ist der Überalterung generationsübergreifender Künstler. Viele Helden früherer Tage sind im reifen Alter, produzieren kaum noch neue Musik. Wenn aber doch, schaffen sie meist mühelos  beachtliche Chartplatzierungen und Aufmerksamkeit – von denen hochgelobte Stars der Gegenwart nur träumen dürfen. Siehe ABBA, siehe Elton John, siehe zahlreiche Wiederveröffentlichungen von Alben …

Frank Laufenberg: Es sind ja die Fans der “generationsübergreifenden Künstler“, die heute noch Platten kaufen. Meine Enkel haben keine Platten mehr – nicht mal einen Plattenspieler. Alles aus dem Netz – alles bis nächste Woche! Das liegt auch an der mangelnden Wertschätzung der Musik, die sich allerdings selbst so beliebig gemacht hat! Und kann sich dann doch mal ein Interpret aus der jungen Garde durchsetzen, klingt er in der Anmutung eher wie ein Künstler aus den 60/70er Jahren.

 

„Alles aus dem Netz – alles bis nächste Woche! Das liegt auch an der mangelnden Wertschätzung der Musik, die sich allerdings selbst so beliebig gemacht hat!“

 

RADIOSZENE: Wie sehen Sie die Bedeutung von Streamingdiensten? Auch vor dem Hintergrund als existentielle Gefahr für das Radio …

Frank Laufenberg: Immer mehr Künstler werden ihre neuen Produkte auf ihren eigenen Plattformen anbieten – wie einst die Beatles mit Apple oder die Rolling Stones auf ihren eigenen Plattenfirmen. Firmen waren nicht so einfach zu gründen – Plattformen schon! Streamingdienst und Radio schließen sich noch aus – aber ‚Nix is fix‘!

RADIOSZENE: Welchen Stellenwert haben Musikcharts noch für Sie?

Frank Laufenberg: Die Singlecharts sind völlig uninteressant – die Album-Charts schaue ich mir noch an – aber darauf im Programm zu reagieren, kommt eher selten vor!

RADIOSZENE: Hat sich über die Jahre auch die Qualität der veröffentlichten Musik verändert?

Frank Laufenberg: Die Produktion einer Platte ist sehr viel einfacher geworden als in den 1960er-Jahren. Aber das führte eben auch dazu, dass sich jeder, der sich berufen fühlt, ein Produzent werden kann. Das trägt wenig zur Qualitätssteigerung bei – ähnlich wie beim Internet-Radio, das ja auch von jedem, der einen Rechner bedienen, auch eröffnet werden kann.

RADIOSZENE: Heute weniger bekannt war Ihr Ausflug als Musikinterpret – noch dazu als einer der ersten deutschen Rapper. Wie kam es zu dieser Platte mit zwei prominenten Mitstreitern, deren Weg sogar in die Single-Charts führte?

GLS United: Rapper's DeutschFrank Laufenberg: Thomas Gottschalk, Manfred Sexauer und ich wurden angerufen und gefragt, ob sie bei einer Plattenproduktion mitmachen wollen. Um was geht es denn? Einen Rap! Aha – wer macht denn noch mit? Dann wurden jeweils die beiden anderen Namen genannt und man stimmte zu. Wir trafen uns in einem Studio in München, hoppelten den Text runter – lediglich der Älteste von uns, Manfred Sexauer, hatte das, was man als Flow bezeichnen kann – und sahen die Sache damit als erledigt an. Dann waren wir in zwei großen TV-Shows mit „Rappers Deutsch“, kamen in die Charts – und heute werden wir drei als die ersten deutschsprachigen Rapper bezeichnet. Eigentlich ein Zufall, aber ein schönes Erlebnis für GLS-United, wie man uns taufte.

RADIOSZENE: Über die vielen Jahren haben Sie auch den Wandel innerhalb der deutsche Musikszene verfolgt. Wo steht die Popmusik “Made in Germany“ heute im internationalen Vergleich?

Frank Laufenberg: Das Niveau hat sich angeglichen – heute ist kaum noch heraushörbar, in welchem Studio oder Land eine Platte produziert wurde!

RADIOSZENE: Als Sie damals begann, waren hemdsärmelige Hörfunkkarrieren die Regel. Bademeister oder Tankwarte stiegen zu hofierten Musikredakteuren auf. Später setzt die ARD eher auf akademische Vorbildung. Eine Vorgabe, die Kreativität ausgebremst hat?

Frank Laufenberg: Bademeister, die auch noch Schlagzeuger waren und über einen guten Musikgeschmack und ein Gespür für populäre Musik sind mir lieber als Hochschulabsolventen, die zwar Noten lesen können, aber noch nie in einer Disco Platten aufgelegt haben!

 

„Wer einen Beruf für sein Leben haben will, sollte auf Moderator setzen – wer schnell Kohle verdienen will, sollte Influencer werden“

 

RADIOSZENE: Das Radio der Gegenwart scheint ein Nachwuchsproblem zu haben. Der Status beliebter Schlachtrösser wie John Ment, Arno Köster, Zeus und Wirbitzky, Werner Reinke oder Peter Urban ist seit Jahrzehnten unverändert auf höchstem Niveau. Wirklich neue Talente rücken nur wenige nach. Alles klingt flächendeckend irgendwie sehr gleich und angepasst. Junge Lautsprecher verwirklichen sich oft lieber als „Influencer“. Ist das Radio bei der Berufswahl out?

Frank Laufenberg beim SWR TV in den 1980er Jahren
Frank Laufenberg beim SWR TV in den 1980er Jahren

Frank Laufenberg: Wer einen Beruf für sein Leben haben will, sollte auf Moderator setzen – wer schnell Kohle verdienen will, sollte Influencer‘ werden. Aber alles, was ich bisher als Influencer erlebt habe, wäre als Radiomoderator nicht brauchbar. Wobei jeder Moderator locker auch noch Influencer sein kann – sagt das genug?

RADIOSZENE: Wird/wurde die Qualität der Stimme eines Moderators überschätzt?

Frank Laufenberg: Nein, für meine Ohren ist die Stimme eines Moderators schon wichtig – bei Moderatorinnen scheint bei den Verantwortlichen oft das Auge mitzuhören. Sie sollten mal die Augen schließen und dann die Damen reden hören!

RADIOSZENE: Was raten Sie einem aufstrebenden Nachwuchsmoderatoren?

Frank Laufenberg: Eine Persönlichkeit zu sein, nicht an anderen orientieren ohne Vorbilder auszuschließen. Eines meiner Vorbilder war Chris Howland, dessen fröhliche und unbekümmerte Art ich sehr schätzte. Das alles kam so leicht und locker daher – später merkte ich, dass hinter der Fröhlichkeit auch viel Disziplin stehen muss. Aber wenn es etwas gab, was für mich und meine Arbeit wichtig war, dann war es Verlässlichkeit! Wenn man etwas zusagt, muss man es halten. Die Flippigkeit, die ich während meiner vielen Jahre von Kollegen erlebte, brach vielen das Genick.

RADIOSZENE: Offensichtlich werden auch immer weniger Radiomitarbeiter für das Fernsehen engagiert. Dies war früher anders. Sie waren neben Ihrer Zeit beim Radio auch reichlich für das Fernsehen tätig. Hat Sie nie die komplette Übersiedelung zum TV gereizt?

Frank Laufenberg: Der gravierende Unterschied zwischen Hörfunk und TV ist, dass ich im Hörfunk die Kontrolle über den gesamten Ablauf der Sendung habe! Ich setzte mich an die Regler, legte die ersten Platten auf und dirigiere mich selbst durch die Sendung. Das geht im TV nicht – ich bin abhängig von Licht und Maske, von Garderobe und Kameras und so weiter. Von vielen Parametern, die ich nicht beeinflussen kann – ich habe sehr gerne Sendungen wie ‚WWF-Club‘ für den WDR, ‚Supergrips‘ für den BR, ‚Ohne Filter‘ für den SWR oder ‚Schülerexpress‘ für das ZDF gemacht – aber es gab auch viel Sendungen, die sehr mühselig waren und bei denen ich mich sehr nach dem Disk-Pult sehnte!

Frank Laufenberg: Lieber Sydne Rome als Paris Dakar
Frank Laufenberg: Lieber Sydne Rome als Paris Dakar

RADIOSZENE: Welche Werdegänge ehemaliger Kollegen hat Sie am meisten beeindruckt?

Frank Laufenberg: Ohne Zweifel war SWF3/SWR3 für viele später bekannte Moderatoren ein Sprungbrett. Claus Kleber oder auch sein Nachfolger Christian Sievers waren in den 1980er-Jahren bei SWF3 – Anke Engelke, Stefanie Tücking oder Elke Heidenreich kämpften sich gegen die Männerriege durch, Frank Plasberg, Thomas Heyer und der leider viel zu frühe verstorbene Andreas Ernst wurden erfolgreich im WDR, oder Markus Brock bei SWR – in seinem Lebenslauf stehen zu haben, man hat für SWF/R 3 gearbeitet, konnte und kann schon hilfreich sein. Auch Hans Meiser war Anfang der 1970er-Jahre Moderator bei SWF3! Ich freute mich über die Karriere von Anke Engelke, die es in ihren Anfangstagen beim SWF nicht leicht hatte, sich aber durchsetzte! Gut gemacht!

RADIOSZENE: Ein wichtiger Mann in Ihrer beruflichen Laufbahn war der damalige SWF „Pop Shop“-Chef Walther Krause. Aus dieser Sendeschiene ging Mitte der 1970er-Jahre SWF3 beziehungsweise später SWR3 hervor. Diese Wellen wurden maßgeblich durch Peter Stockinger geprägt. Was zeichnete diese beiden Radiomacher aus?

Peter Stockinger (Bild: © SWR)
Peter Stockinger (Bild: © SWR)

Frank Laufenberg: Durch Walther Krause habe ich gelernt, Radio nicht nur zu lieben, sondern auch zu machen. Seine ruhige Art, mit seinen “Nachwuchsmoderatoren“, die wir ja in den 70er Jahren alle waren, umzugehen, hat mir viel Selbstsicherheit am Mikro gebracht. Von Peter Stockinger weiß ich, dass er sich stets vor seine Moderatoren gestellt hat – was immer auch an Kritik kam. Das zeichnet auch einen guten Chef aus!

 

„Die Flippigkeit, die ich während meiner vielen Jahre von Kollegen erlebte, brach vielen das Genick“

 

RADIOSZENE: Sind heute solche unkonventionellen Sendergründungen wie in den 1970er-Jahren beim breiten Publikum erfolgreich überhaupt noch durchsetzbar?

Frank Laufenberg: Neugründungen von Sendern gehen wohl eher in Richtung Spartenprogramm – aber selbst da wird die Luft immer dünner! Man wird sich wohl auf immer weniger Hörer bei immer mehr Sendern einstellen müssen!

RADIOSZENE: Welchen Fehler in Ihrer beruflichen Karriere würden Sie nicht mehr wiederholen?

Frank Laufenberg: Mein Wechsel 1990 zu SAT1 war ein Fehler. Das möchte ich aber auch gerne schnell wieder vergessen!

RADIOSZENE: Der Augenblick im Studio, den Sie nie vergessen …?

Frank Laufenberg: Als 1980 der erste WWF-Club gestartet wurde und Mareijke Amado und ich unsere erste Moderation machten – das sehe ich manchmal in Rückblicken heute noch im TV und mir fällt, wenn ich das heute sehe, auf, dass ich aussehe, als könnte ich selbst nicht begreifen, Moderator in einer TV-Sendung zu sein. Dass daraus 400 Sendungen werden würden, konnte da keiner ahnen! 

Frank Laufenberg, Marijke Amado und Jürgen von der Lippe im WWF-Club
Frank Laufenberg, Marijke Amado und Jürgen von der Lippe im WWF-Club

RADIOSZENE: Das Interview Ihres Lebens war mit …?

Frank Laufenberg: Auch im WWF-Club: mit Peter Ustinov. Ich hatte 5 Minuten mit ihm, stellte eine Frage und er begann zu erzählen – und plötzlich war ich nicht mehr der Moderator, sondern ein Zuschauer. Er konnte so klug und spannend erzählen, dass ich völlig die Zeit vergas. Erst als ich bemerkte, dass sich die Aufnahmeleiterin fast würgte, um mir zu signalisieren, dass die 5 Minuten lange um waren, wurde ich wach! Ein toller Mensch, dieser Peter Ustinov!

Kölner Treff - 40 Jahre WWF-Club 2020 Frank Laufenberg (Bild: ©WDR)
Kölner Treff – 40 Jahre WWF-Club 2020 Frank Laufenberg (Bild: ©WDR)

RADIOSZENE: Welche Platten oder CDs stehen in Ihrem Regal zum regelmäßigen Wiederhören weit vorne? Welche Künstler werden im Hause Laufenberg aktuell am häufigsten gehört?

Frank Laufenberg: Heute höre ich immer noch gerne die frühen Chicago oder Blood, Sweat & Tears, die Beatles und die Stones und mein Idol aus Jugendjahren: Fats Domino! Aber ehrlich: es kommt eher selten vor, dass ich eine Platte aus dem Regal hole! Und wenn, ist es Vinyl! Ich bin sorgfältig mit meinen Alben umgegangen – die klingen, mit einem leichten Knistern manchmal, immer noch sehr gut.

RADIOSZENE: Ihre persönlichen Lieblingssongs aller Zeiten …?

Frank Laufenberg: Viele, sehr viele – aber besonders das Lied „In My Life“ der Beatles ist mein Favorit!

RADIOSZENE: Welche Musiker haben die Popmusik am nachhaltigsten geprägt?

Frank Laufenberg: In den 50er Jahren wohl Elvis und die Rock’n’Roller, in den 60er Jahren die Beatles – danach war die Popmusik geprägt!

RADIOSZENE: Die Musiklaufbahn, die Sie persönlich am meisten beeindruckt hat …?

Walther Krause und Frank Laufenberg
Walther Krause und Frank Laufenberg

Frank Laufenberg: Ein Mann wie George Martin hat mich sehr beeindruckt. Ich glaube bis heute, dass die Beatles ihm sehr viel zu verdanken hatten – und viele andere GB-Interpreten auch!

RADIOSZENE: Die überflüssigste Musikkarriere …?

Frank Laufenberg: Die vielen Boygroups, die in den 1970er- und 1980er-Jahren kamen und gingen. Die waren meist nicht für ihre Hits verantwortlich, sondern die Produzenten und Songschreiber. Schnell gemachte Schappimusik für die Kids!

RADIOSZENE: Schauen Sie bitte in Ihre persönliche Glaskugel. In welche Richtung wird sich das Radio in den nächsten Jahren entwickeln?

Frank Laufenberg: Zuerst wird das Radio am 29.10.2023 feiern – das ist der Tag, an dem das Radio in Deutschland 100 Jahre alt wird. Und danach? Das Radio hat in diesen 100 Jahren Höhen und Tiefen gehabt, war Propagandamedium und hatte seine beste Zeit in den 60er bis Ende 90er Jahre. Ich traue solch Radiobekloppten wie mir zu, dass sie dieses wunderbare Medium weiter beleben werden! Und die werden sich dann wie ich freuen, wenn eine solche Mail wie die von Ortwin aus Düsseldorf kommt: „Man könnte sagen, ich wäre alt geworden – vielleicht stimmt es ja. Aber ich mag es halt, wenn die Musik gewürdigt wird und keiner reinquatscht. Und diese Musik höre ich über ein Röhrenradio, das so alt ist wie ich. PopStop ist für mich wie eine Insel, auf der ich mich gerne erhole.“

(Alle Bilder: ©Privatarchiv Frank Laufenberg)

Hier geht es zu Teil 1 des Interviews mit Frank Laufenberg