Radiotest: Österreicher hören weniger Radio

Veröffentlicht am 22. Jul. 2010 von unter Österreich

RadiotestDie Radionutzung ist laut aktuellem Radiotest zum Teil deutlich zurückgegangen. Die Zahl der Radiohörer insgesamt ist zwar weiterhin stabil, sie hören aber nicht mehr so lange Radio, wie noch vor einem halben Jahr oder Jahr. Die durchschnittliche Hördauer pro Tag ist von 203 Minuten im zweiten Halbjahr 2009 auf 194 gesunken (Hörer 10+ Mo-So). In der werberelevanten Zielgruppe der 14-49jähirgen ist sie von 206 auf 197 zurückgegangen. Solch niedrige Werte gab es zuletzt vor der Einführung des Privatradios Mitte der 90iger Jahre.

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Radiotest 1 Halbjahr 2010: durschnittlich gehörte Radiominuten gesten; 14-49Jahre; Mo-So

Von der gesunkenen Radionutzung sind die meisten Sender gleichermaßen betroffen. Größere  Verschiebungen hat es nur in Einzelfällen gegeben, die meisten Sender weisen mehr oder weniger stabile Zahlen auf. Das Verhältnis zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern ist praktisch gleich geblieben.

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Radiotest 1 Halbjahr 2010; Marktanteile Öst.; 14-49; Mo-So

Beständig ist auch KRONEHIT, das bundesweite Privatradio hat wie schon in den vergangen Halbjahren wieder zugelegt und kommt auf 8,3 (10+) bzw. 12,1 % (14-49) Tagesreichweite. Das sind rund 617.000 Hörer.

Dazugewinnen konnte KRONEHIT vor allem in Wien. Hier hat der Sender im Kampf um Marktanteile die Nase bei den Privatsendern mit 8%* vorne. 88.6 muss seine Spitzenposition räumen, der Marktanteil ist von 10 im 2. Halbjahr 2009 auf 7% zurückgegangen. Auf ebenfalls 7 % kommen sowohl Energy, als auch Arabella. Mit Respektabstand folgen Antenne Wien und 98.3 Superfly mit jeweils 2 % Marktanteil.

Zufrieden können die ORF Sender in der Bundeshauptstadt sein, sie haben allesamt leicht zulegen können.

In Salzburg bringt Energy die Welle 1 zunehmend in Bedrängnis. Während das vor rund einem Jahr gestartet Energy in der Stadt Salzburg auf 10% Marktanteil zulegen konnte, muss die alteingesessene Welle 1 einen herben Rückschlag hinnehmen. In ihrem Kernverbreitungsgebiet geht es von 8 runter auf 4%. Bei der Tagesreichweite kann Energy seinen Wert von 5,3 auf 12,6% sogar mehr als verdoppeln, zum Leidwesen von Welle1, die von 9,9 auf 8,6% zurückfällt.

Unberührt vom Duell der jungen Sender hat die Antenne Salzburg wieder zugelegt und kann sich über 16,8 % Tagesreichweite und 14 % Marktanteil freuen.

In Oberösterreich zählt das ORF Regionalradio zu den Verlierern. Der Marktanteil von Radio OÖ sackt von 14 auf 11% (14-49; Mo-So) ab. Life Radio und die Welle1 können wieder leicht zulegen, LoungeFM und Arabella bleiben stabil. In Niederösterreich kann HiT FM leicht, Arabella etwas mehr zulegen. In der Steiermark: business as usual. Die Antenne hält ihren satten Marktanteil von 17%, das Soundprotal bewegt sich in gewohnten Sphären.

Dass die Radiotest Schwankungsbreite in kleinen Sendegebieten sehr groß sein kann, beweist das steirische Lokalradio Grün-Weiß. In seinem Verbreitungsgebiet (Bezirke Leoben und Bruck an der Mur) ist der Marktanteil innerhalb eines halben Jahres von 1 auf 9% explodiert.

Auch beim kleinen Radio Osttirol sind die Marktanteil von 13 auf 23% nach oben geschossen. Etwas realistischer dürfte der Zuwachs bei Energy sein, so wie auch in Salzburg legt der CHR-Sender in Innsbruck kräftig zu – und zwar von 4 auf 7% Marktanteil im Verbreitungsgebiet. Die Antenne Tirol kann etwas zulegen, Radio U1 kann weiterhin gute Zahlen vorweisen. In Kärnten erreicht die Antenne mit einer Tagesreichweite von 21,9% einen neuen Spitzenwert.

Die meisten Radiobetreiber können mit dem aktuellen Radiotest durchaus zufrieden sein, die gesunkene Radionutzung sollte jedoch zu denken geben. Von einem eindeutigen Trend zu sprechen, dazu ist es freilich noch zu früh. Sollten die Werte aber auch im kommenden halben Jahr weiter fallen, dann müssen alle Alarmglocken läuten.

* diese und alle folgenden Radiotestzahlen beziehen sich auf 14-49; Mo-So

** VG18 Stadt Salzburg; Salzburg Umgebung

Link
Alle Pressemeldungen zum aktuellen Radiotest 2010 1. Halbjahr

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Archivierte Kommentare

  1. Julian Haghofer

    23. Nov. 2010

    kann ich nicht beurteilen?