

Gniffke will mit seiner Strukturüberlegung schneller sein als die Medienpolitik und „knapp unterhalb der staatsvertraglichen Regelung“ einen pragmatischen Ansatz für Reformen finden. Eine tatsächliche Fusion bedürfe einer medienpolitischen Entscheidung, die sich Jahre ziehen könnte. „Wir müssen aber nun schneller und vor allem pragmatisch agieren, zumal eine Fusion nichts ist, was wir selbst beschließen können.“

Es geht ihm um mehr als eine einfache Kooperation. Kai Gniffke im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de: „Erhebliche Potentiale lägen in der gemeinsamen Werbevermarktung, aber es geht weiter: Rechnungswesen, Gebäudemanagement, Buchhaltung, Honorare und Lizenzen sind denkbare Felder. Bis hin zur Überlegung, ob man einzelne Sendungen des SR auch in Studio-Kapazitäten des SWR produzieren könnte. Da geht es um eine klügere Auslastung vorhandener Ressourcen. Es sind ganz viele Punkte, bei denen es aus unserer Sicht lohnenswert wäre, das Gespräch zu suchen.“
Getrieben ist der SWR-Intendant von der Sorge, dass die aktuelle Debatte um die Zukunft des Öffentlich-Rechtlichen einmal mehr ausgesessen werde. „Wenn wir alle nach der Prämisse agieren ‚Wie mache ich mir das Leben am leichtesten‘, dann werden wir eine Auftrags- und Strukturdebatte erleben, die uns um die Ohren fliegt“, mahnt der SWR-Intendant im DWDL.de-Interview. „Wenn unsere Strategie weiterhin darin besteht, nur zu wiederholen und betonen wie angemessen und wichtig der Rundfunkbeitrag ist, gewinnen wir niemanden.“ Kluge Reformen könne und müsse man selbst umsetzen statt getrieben zu werden: „Ich bin überzeugt, dass es Zeit wird, Dinge zu denken, die bislang unvorstellbar gewesen wären.“








