Die Media-Analyse im Herbst soll wegen Corona ausfallen

Veröffentlicht am 04. Jun. 2020 von unter Deutschland

Die Gattung Radio/Audio hat sich aufgrund der durch die Corona-Pandemie verursachten besonderen Marktumstände und nach intensiven Diskussionen mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, aus methodischen und finanziellen Erwägungen einen Antrag zum einmaligen Aussetzen der Herbsterhebung ma 2020 und der Frühjahrsberichterstattung ma 2021 Audio I in die agma-Gremien einzubringen. Dieses von der Gattung Radio/Audio eingebrachte Vorhaben wird seitens der agma-Gremien und der Geschäftsstelle unterstützt und entsprechend umgesetzt.

Jan Isenbart (Bild: agma)

Jan Isenbart (Bild: agma)

Jan Isenbart, Vorstand Radio/Audio in der agma, erläutert diesen aus Sicht der Gattung notwendigen Schritt:

„Die Corona-Krise trifft auch das Radio/Audio-Lager mit voller Wucht und führt trotz starker Nutzungszahlen seit Mitte März zu dramatischen Einbrüchen bei den Werbeumsätzen aller Partner. Auch die Arbeitsfähigkeit der Marktforschungsinstitute ist aktuell und in den nächsten Monaten eingeschränkt und mit neuen Unsicherheiten verbunden. Die daraus resultierende einschneidende Entscheidung ist den Mitgliedern der Gattung nicht leicht gefallen, gleichwohl werden durch diese Ausnahme weder die heutige Bedeutung und Balance der ma Radio/Audio-Studien verändert, noch in irgendeiner Weise ein dauerhaft anderer Weg der Erhebung oder Berichterstattung angestrebt.“

Olaf Lasalle

Olaf Lasalle (Foto: agma)

Olaf Lassalle, Geschäftsführer der agma, ergänzt aus politischer und methodischer Sicht:

„Die Gattung Radio/Audio betont mit aller Deutlichkeit, dass dies eine einmalige Ausnahme ist. Ab Sommer 2021 erfolgt wieder die reguläre Berichterstattung mit der ma 2021 Audio II, basierend auf den Frühjahrswellen 2020 und 2021. Andere von der agma veröffentlichte Studien wie die ma IP Audio, die ma Intermedia PluS oder maX bleiben von dem einmaligen Aussetzen von Feldarbeit und Berichterstattung unberührt.“

 


Aussetzen der MA-Reichweitenermittlung: ARD zeigt sich solidarisch mit der Radiobranche

Die ARD hat dem Vorschlag der privaten Radioveranstalter zugestimmt, die kommende Reichweitenermittlung im Herbst 2020 auszusetzen. Grund sind unter anderem die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise, die insbesondere den werbefinanzierten Lokalfunk stark getroffen hat. Das Aussetzen der Reichweitenermittlung spart der Branche erhebliche Kosten.

Damit verzichtet der Radiomarkt freiwillig auf die Hälfte der Befragungen im Jahr 2020, die aufgrund des großen methodischen Aufwands, immer zweimal im Jahr stattfinden.

“Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Gerade mit Blick auf die Coronakrise wissen wir aus internen Erhebungen, dass gerade das Medium Radio boomt und auch die öffentlich-rechtlichen Angebote so viel Zuspruch haben wie nie zuvor. Aber hier ging es um ein Zeichen der Solidarität im dualen Rundfunksystem, das wir gerne setzen wollen und so freuen wir uns auf die nächste Reichweiten-Ausweisung”, sagt ARD-Vorsitzender Tom Buhrow.

Tom Buhrow (Bild: WDR/Herby Sachs)

Tom Buhrow (Bild: WDR/Herby Sachs)

Zur ma Audio

Die ma Audio findet unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) statt, an der die öffentlich-rechtlichen sowie kommerziellen Hörfunkanbieter über ihre Werbevermarkter sowie auch die werbetreibende Wirtschaft beteiligt sind. Die Ergebnisse der ma Audio werden zweimal im Jahr veröffentlicht, im Frühjahr und im Sommer. Auf Basis der Sommer-Ausweisung werden deutschlandweit jährlich die Preise für die Werbespots im Radio gebildet. Durch das Aussetzen der Feldarbeit im Herbst 2020 entfällt lediglich die Frühjahrsausweisung. Im Sommer 2021 wird dann wieder regulär ausgewiesen.

Quellen: agma, ARD

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