Jobs in der Medienbranche: Gehaltsaussichten im Journalismus

Veröffentlicht am 08. Mai. 2020 von unter Deutschland

Schreibtisch-(Bild: unsplash.com ©Andrew Neel)

Ich mache irgendwas mit Medien. Jobs in der Medienbranche erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Selbst im Bereich Radio denkt man nicht mehr in den gesetzten Kategorien, wie etwa Reporter, Redakteur oder Moderator. Mittlerweile gibt es Mitarbeiter, die für den Social Media Auftritt des Senders verantwortlich sind oder sich mit Videos aus YouTube austoben. Der Bereich Medien und insbesondere der Bereich neue Medien scheint durch die fortschreitende Digitalisierung immer weiter zu wachsen. Bleiben dadurch aber möglicherweise die Gehälter auf der Strecke? Wie steht es aktuell um die Gehälter in der Medienbranche? Wir geben einen Überblick. 

Freie vs. Festangestellte

Laut einer aktuellen Analyse waren im Jahr 2018 in Deutschland etwa 552.000 Menschen in der Medienbranche tätig. Das schließt neben den Medien, wie etwa Radio und Fernsehen, auch die Bereiche PR, Design, Marketing oder Tätigkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit mit ein. 

Laut dem statistischen Bundesamt waren insgesamt 354.000 Menschen damals freiberuflich oder selbstständig in den Bereichen Kommunikation und Information sowie Kunst, Unterhaltung und Erholung tätig. Demnach lässt sich also vermuten, dass etwa zwei Drittel der Menschen, die in den Medien beruflich tätig sind, dies als Freiberufler tun. Vor allem Journalisten sind häufig in den verschiedensten Rollen freiberuflich tätig. 

Allerdings verkaufen die sich meistens unter Wert. Laut dem aktuellen Freischreiber-Report muss man es sich wohl wirklich leisten können, freier Journalist zu sein. Im Durchschnitt verdient man etwa 22,50 Euro pro Stunde. Allerdings folgen dann noch die Abzüge. So geht rund ein Drittel des Betrags für Steuern drauf. Ein weiteres Drittel fließt in die Arbeitsmittel und andere Aufwendungen. Das letzte Drittel bleibt als Reingewinn, also etwa 7,50 Euro. 

Vergleicht man das mit Pauschalisten und festangestellten Journalisten, kommen die Freiberufler unterm Strich doch am schlechtesten davon. Was wohl einer der Gründe ist, warum viele den Beruf wechseln. Oft ist das auch sinnvoll, weil es trotz aller Überzeugung oft schwierig ist zu überleben. 

Warum nicht also wechseln?! Das Konto schreibt sowieso schon lange keine schwarzen Zahlen mehr. Je nach Höhe des ausstehenden Geldbetrags sollte man vorher über eine Umschuldung nachdenken. Hierzu findet man geeignete und vor allem günstige Angebote mit smava. Allerdings sollte man dennoch die Flinte als freier Journalist nicht zu schnell ins Korn werfen oder sich alternativ nach einer Festanstellung umschauen. 

Einstieg in die Festanstellung

Wir wissen alle, dass man mit dem Journalismus nicht wirklich reich wird, zumindest in den meisten Fällen. Das Einstiegsgehalt bei weniger als zwei Jahren Berufserfahrung liegt bei etwa 29.410 Euro pro Jahr. Allerdings hängt das Einkommen, das am Ende auf der Abrechnung steht von mehreren Faktoren ab, wie beispielsweise dem Abschluss ab. Als Bachelor verdient man in der Regel logischerweise weniger als mit einem Master-Abschluss. Zudem spielt gerade am Anfang das Verhandlungsgeschick bei der Bewerbung eine große Rolle. Man sollte seinen Preis kennen, allerdings sollte man realistisch bleiben. 

Im Vorfeld sollte man sich daher informieren, so viel es nur geht. Denn das Gehalt hängt von äußeren Faktoren ab, die man selbst nicht beeinflussen kann. Denn die Region und das Bundesland, in dem man arbeitet spielen ebenfalls eine große Rolle. Während man in Hessen verhältnismäßig verdienen kann, mit durchschnittlich etwa 66.000 Euro pro Jahr, kommt man in Sachsen gerade mal auf rund 39.000 Euro. 

Auch die Größe des Unternehmens spielt eine Rolle: je mehr Mitarbeiter in dem Unternehmen arbeiten, umso höher kann letztlich die Bezahlung ausfallen. Generell sollte man unbedingt flexibel sein, was den potentiellen Arbeitsort angeht. Medienbetriebe mit einer großen Mitarbeiterzahl findet man meist erst in größeren Städten und Metropolen. 

Zu den attraktivsten Medienstädten zählen wohl Berlin, Köln und München. Die beliebteste ist allerdings Hamburg. Hier treffen Tradition und Innovation aufeinander. Denn dort findet man zum einen klassische Verlage, zum anderen haben sich dort Internetkonzerne, wie etwa Google und Facebook, dort niedergelassen.

Unterschiede von Branche zu Branche

Journalisten im Hörfunk schneiden im Vergleich zu anderen Branchen nicht gut, aber auch nicht schlecht ab. Während Print-Journalisten noch immer im Durchschnitt die Gehaltsspitzenreiter sind, mit einem Jahresgehalt von 41.640 Euro, folgt der Radio-Journalist mit etwa 38.500 Euro Pro Jahr auf Platz Drei, gleich hinter dem Fernseh- und Online-Redakteur. 

Wenn man im Rundfunk bleibt, so fällt zusätzlich auf, dass Journalisten in den öffentlich-rechtlichen Medien scheinbar überproportional gut verdienen. Zumindest wenn man deren Gehälter mit den Löhnen der Journalisten im privaten Bereich vergleicht. Stellenweise sei die Bezahlung innerhalb der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten höher als in der öffentlichen Verwaltung. Das kritisierte zumindest die KEF, die Kommission der Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten. Die KEF verlangt zudem den Personalaufwand bei Rundfunkanstalten zu kürzen. 

Fazit

Will man also in der Medienbranche Fuß fassen, muss man damit rechnen, zuerst eher wenig zu verdienen. Vor allem als Freiberufler muss man sich erst einmal durchkämpfen. Aber auch als festangestellter Journalist muss man einige Dinge beachten. Zuerst sollte der Abschluss stimmen, dann sollte man noch Faktoren wie Region, Betriebsgröße und Branche beachten. Allerdings sollte man sich nicht zu sehr Festlegen, da Flexibilität für Journalisten ebenfalls groß geschrieben werden sollte. 

(Titelbild: unsplash.com, © Andrew Neel)

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