Warnstreik bei Hellweg Radio in Soest und Radio Bochum

Veröffentlicht am 02. Mrz. 2020 von unter Deutschland

Lokalfunker wehren sich gegen Arbeitgeber-Sparpaket

Musikbett statt lokaler Inhalte – bei Hellweg Radio gab es heute Morgen nur Gedudel anstatt Nachrichten und Beiträgen aus der Region. Der DJV-NRW hatte die Redakteurinnen und Redakteure von Hellweg Radio in Soest von 6 bis 10 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Die komplette Frühschicht folgte diesem Aufruf. Die Beschäftigten wollen zum Auftakt der Verhandlungswoche den Arbeitgebern so deutlich machen, dass sie die Gegenforderungen nach mehr Arbeit für weniger Geld und eine Hinhaltetaktik wie in vergangenen Tarifrunden nicht hinnehmen werden.

DJV NRW

„Das ist keine Wertschätzung der Kolleginnen und Kollegen im Lokalfunk. Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten ohne Pausen und machen Überstunden. Stress, Hektik und Schichtdienst bestimmen den Arbeitsalltag. Das muss sich auch auf dem Gehaltszettel niederschlagen“, sagt dazu Volkmar Kah, Verhandlungsführer und Geschäftsführer des DJV-NRW. Am Mittwoch gehen die Verhandlungen in die dritte Runde. Der DJV-NRW fordert 4,5 % mehr Gehalt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lokalfunk NRW und mindestens 200 Euro für Volontärinnen und Volontäre sowie Jungredakteurinnen und Jungredakteure.

DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah (Bild: djv.de)

DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah (Bild: djv.de)

In die ersten beiden Runde der Tarifverhandlungen brachten die verhandelnden Gewerkschaften DJV-NRW und ver.di klare Vorstellungen ein. Anstatt ein Gegenangebot auf die Tarifforderungen zu machen, legten die Arbeitgeber in der Gehaltstarifverhandlung eine Horrorliste vor: Sie wollen am bisherigen Manteltarifvertrag Kürzungen und Änderungen vornehmen. Ihnen schwebt zum Beispiel vor, die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche zu erhöhen und Teile von Weihnachts- und Urlaubsgeld nur dann zu zahlen, wenn bestimmte Leistungsziele erreicht werden. Zudem soll für Neueingestellte ein zweites, schlechteres Tarifwerk und für defizitäre Sender ein Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag entwickeln werden, in dem tarifliche Leistungen ausgesetzt werden.

„Das werden nicht nur die Kolleginnen und Kollegen von Hellweg Radio nicht hinnehmen“, kommentiert Kah den ersten Streiktag in der laufenden Verhandlungsrunde. Auch der Verein der Chefredakteure und viele Veranstaltergemeinschaften haben in den vergangenen Wochen gegenüber ihrem verhandelndem Dachverband VLR schon klar gemacht, dass sie nicht hinter dessen Horrorliste stehen. „Ich hoffe, dass dieses Signal nun auch am Verhandlungstisch ankommt“, so Kah weiter.

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Zweiter Aktionstag im Lokalfunk vor der nächsten Tarifrunde

„Immer mehr Arbeit und dafür jetzt sogar weniger Geld? Das kann es doch nicht sein!“ Auch die Beschäftigten bei Radio Bochum haben vor der morgigen Verhandlungsrunde zu den Gehältern im Lokalfunk ihren Unmut über die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber klar gemacht. Ab 5 Uhr fielen in Bochum lokale Inhalte aus.

Der DJV-NRW hatte die Redakteurinnen und Redakteuren des Senders von 5 bis 10 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Nach der Frühschicht von Hellweg Radio legten heute auch die fest angestellten Mitarbeiter der Frühschicht in Bochum die Arbeit nieder, so dass die Hörerinnen und Hörer morgens nur Musik und Musikbetten statt lokaler Inhalte geboten bekamen. Viele aus der Tagschicht kamen extra früher, um ihre Unterstützung für die Warnstreikenden auszudrücken.

Der DJV-NRW fordert 4,5% mehr Gehalt für alle Mitarbeiter*innen im Lokalfunk NRW und mindestens 200 Euro für Volontärinnen und Volontäre und Jungredakteurinnen und Jungredakteure. Anstatt eines Gehaltsangebots haben die Arbeitgeber in den vergangenen zwei Verhandlungsrunden aber nur Gegenforderungen auf den Tisch gelegt. „Die Kolleginnen und Kollegen im Lokalfunk erwarten von den Arbeitgebern endlich ein verhandelbares Angebot statt einer Streichliste. Das haben die Beschäftigen von Radio Bochum heute und von Hellweg Radio in Soest gestern deutlich gemacht. Immer höhere Arbeitsanforderungen müssen vernünftig entlohnt werden“, sagt Volkmar Kah, Verhandlungsführer und Geschäftsführer des DJV-NRW.

Die Arbeitgeber wollen stattdessen am bisherigen Manteltarifvertrag Kürzungen und Änderungen vornehmen. So soll zum Beispiel die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche erhöht und Teile von Weihnachts- und Urlaubsgeld nur gezahlt werden, wenn bestimmte Leistungsziele erreicht sind. Zudem soll es für Neueingestellte ein zweites, schlechteres Tarifwerk und für defizitäre Sender einen Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag  geben, in dem tarifliche Leistungen ausgesetzt werden.

Am morgigen Mittwoch gehen die Verhandlungen in die dritte Runde.

Quelle: DJV-NRW-Pressemeldungen

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