Thüringen: Neue Hörfunkanalyse der TLM erschienen

Veröffentlicht am 19. Feb. 2020 von unter Deutschland

Neue Hörfunkanalyse der TLM zeigt Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Programmprofilen auf – Information in allen Sendern wichtiger Bestandteil

Präsentiert und diskutiert wurden in der Versammlung die Ergebnisse der aktuellen Hörfunkanalyse der landesweiten Thüringer Vollprogramme. Neben den bei der TLM zugelassenen privaten Sendern ANTENNE THÜRINGEN und LandesWelle Thüringen wurden auch die beiden öffentlich- rechtlichen Hörfunkprogramme des Mitteldeutschen Rundfunks MDR JUMP und MDR THÜRINGEN – Das Radio einbezogen. Im Mittelpunkt der Analyse standen die Programmstruktur, die Informationsleistung, Umfang und Inhalt der Berichterstattung, die Regionalisierungen sowie die Musikprofile der Sender. Deutlich wurde, dass die privaten Programme wieder den vorgeschriebenen Informationsanteil von 15 Prozent im Tagesprogramm (05.00 Uhr bis 19.00 Uhr) erfüllen:

Ergebnisse der Analyse „Programmstruktur, Berichterstattung und Musikstile – ANTENNE THÜRINGEN, LandesWelle Thüringen, MDR JUMP und MDR THÜRINGEN – Das Radio im ersten Halbjahr 2019“

In ihrer neuen Hörfunkanalyse untersuchte die TLM die beiden privaten Programme ANTENNE THÜRINGEN und LandesWelle Thüringen sowie die beiden öffentlich-rechtlichen Sender MDR JUMP und MDR THÜRINGEN – Das Radio. Neben der Programmstruktur und der Informationsleistung wurden in der systematischen Inhaltsanalyse auch der Umfang und die Inhalte der Berichterstattung und der Regionalisierungen sowie die Musikprofile der Sender erfasst. Die aktuelle Erhebung bezieht sich auf das Tagesprogramm (05.00 bis 19.00 Uhr) einer künstlichen Woche aus den Monaten Februar bis Mai 2019.

Informationsleistung und Berichterstattung

Der Anteil der informierenden und beratenden Wortbeiträge ist ein wichtiger Indikator für die Informationsleistung eines Programms. Die TLM verlangt deshalb von ANTENNE THÜRINGEN und LandesWelle Thüringen, dass sie in den Tagesstunden (zwischen 05.00 und 19.00 Uhr) mindestens 15 Prozent ihres Programms für diese Beiträge reservieren. Beide Sender haben diese Vorgabe auch in der aktuellen Analyse erfüllt: Bei ANTENNE THÜRINGEN ist der Informationsanteil im Tagesprogramm von 15,3 Prozent in 2017 auf 15,6 Prozent in 2019 gestiegen, bei der LandesWelle Thüringen ist er im gleichen Zeitraum von 15,5 Prozent auf 15,2 Prozent gesunken.
Im Tagesprogramm von MDR THÜRINGEN – Das Radio ist der Anteil der informierenden und beratenden Wortbeiträge von 24,1 Prozent in 2016 über 23,3 Prozent in 2017 auf 22,6 Prozent in 2019 zurückgegangen. Dennoch hat der Sender nach wie vor den höchsten Informationsanteil und die umfangreichste Berichterstattung der vier untersuchten Programme. Auch MDR JUMP zeichnet sich durch einen gleichbleibend hohen Informationsanteil aus. Im Tagesprogramm ist der Anteil im Vergleich zur vorherigen Analyse bei MDR JUMP sogar noch etwas gestiegen: von 20,6 Prozent in 2017 auf 20,9 Prozent in 2019.

Regionalisierung

Neben dem Informationsanteil spielen die Regionalisierungen eine zentrale Rolle in den Lizenzen der privaten Hörfunkveranstalter. Die TLM verpflichtet beide Sender, in das Tagesprogramm durch täglich mehrmalige Auseinanderschaltungen regionale Fensterprogramme mindestens für die Regionen Südthüringen, Ostthüringen, Mittelthüringen und Nordthüringen aufzunehmen.

ANTENNE THÜRINGEN produzierte und sendete 2019 für jede Region knapp 26 Minuten originäres Programm pro Woche. 2017 waren es noch 49 Minuten. ANTENNE verfehlt damit erstmals den von der TLM geforderten wöchentlichen Mindestumfang von 45 Minuten. Bei der LandesWelle Thüringen wurde die Auflage zum Umfang der Regionalisierungen 2018 auf Antrag des Senders vorübergehend auf 33 Minuten originäres Programm pro Woche reduziert. Tatsächlich lag der Umfang der Regionalisierung im Programm der LandesWelle in der aktuellen Analyse bei knapp 34 Minuten.

Programmstruktur

Programmstruktur und Programmdynamik

Auf der strukturellen Ebene ist die Zusammensetzung der Programme weiterhin sehr stabil. Für MDR JUMP ist nach wie vor eine höhere Programmdynamik typisch – die vor allem durch viele kurze Regieund Unterhaltungsmoderationen, Promotion-Elemente und Hörerspiele erzeugt wird. Die beiden privaten Programme unterscheiden sich auf der strukturellen Ebene durch einen etwas höheren Werbeanteil von den öffentlich-rechtlichen Angeboten. Außerdem fahren sie das Informationsangebot und den Wortanteil am Wochenende deutlicher zurück. Die beiden MDR-Programme haben ihrerseits mehr Servicemeldungen (in Form von Wetterbericht, Verkehrsmeldungen und Blitzdienst) im Programm.

Programmdynamik

Themenspektrum

Das Themenspektrum der Berichterstattung war auch 2019 in allen vier Sendern wieder sehr vielfältig. Im Sendervergleich berichtete die LandesWelle Thüringen 2019 mehr über auswärtige Themen, MDR JUMP mehr über Themen aus der privaten Lebenswelt. Die umfangreichere Berichterstattung bei MDR Thüringen kam fast allen Themenbereichen und auch der Berichterstattung über Thüringen zugute. Abhängig von der Ereignislage kann sich die Themenstruktur von Analyse zu Analyse durchaus unterscheiden. So nahm z. B. der Bereich „Inneres“ 2019 in der Berichterstattung insgesamt weniger Raum ein als 2017.

Musikprofile

Beim Musikangebot weisen ANTENNE THÜRINGEN und MDR JUMP die größten Ähnlichkeiten auf. Neben Popmusik (aus den letzten vier Dekaden) spielen sie vor allem aktuelle Charttitel und elektronische Musik. JUMP hat sich hier seit der letzten Analyse mit mehr Popmusik der ANTENNE angepasst. Die Musik der LandesWelle Thüringen ist im Vergleich etwas rockiger. Die LandesWelle spielt zudem weniger Charttitel, verzichtet weitgehend auf elektronische Musik und streut dafür mehr Oldies ein. Völlig anders MDR Thüringen: Der Sender bestreitet nach wie vor über 40 Prozent des Musikprogramms mit Oldies. Weitere 40 Prozent bestehen aus Rockund Poptiteln aus den letzten vier Dekaden. Soul, Jazz und Country runden das Angebot ab.

Musikanalyse

Hinweise:
Die systematischen Programmanalysen sind für die TLM ein wichtiges Aufsichtsund Steuerungsinstrument. Im Kern geht es dabei um die Kontrolle und Durchsetzung der medienrechtlichen Vorgaben und der programmbezogenen Lizenzauflagen für die privaten Rundfunkprogramme. Die Analysen dienen hier als Grundlage für Gespräche mit den Programmverantwortlichen. Darüber hinaus zeigen sie aber auch allgemeine Trends in der Programmgestaltung auf und ermöglichen es, die Programmleistungen der verschiedenen Sender zu vergleichen. Deshalb bezieht die TLM regelmäßig auch die beiden MDR-Programme mit ein, in denen Werbung verbreitet wird: MDR Thüringen und MDR JUMP.

Alle Ergebnisse der Analyse sind online unter www.tlm.de anzurufen.

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