
Stephan Ory von der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk beklagte die mangelnde Transparenz bei den Netzbetreibern. Wenn er wissen wolle, wie sich die Kosten zusammensetzten erhalte er keine Auskunft, das müsse sich in Zukunft ändern. Martin Deitenbeck von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien zeigte sich ebenfalls unzufrieden mit der Wettbewerbssituation. Für mangelnde Konkurrenz machte er zwei Punkte verantwortlich. Zum einen erschwere die Trennung zwischen Bund und Ländern eine einheitliche Regulierung des Marktes und zum anderen habe der Rundfunk in Deutschland keine allzu große Lobby. „Andere Bereiche, wie die Telekommunikationsbranche stehen da weitaus günstiger da“, so Deitenbeck.
Dass trotzdem Wettbewerb möglich sei, erwähnte Albrecht Mugler, Chef der Mugler AG. Seine Firma habe die Zulassung für den Betrieb von DVB-T-Frequenzen in Sachsen bekommen. Im Übrigen liege die Zukunft sowieso in der Digitalisierung. Diese werde auch den Markt der Anbieter vergrößern, zeigte sich Mugler optimistisch. Dem widersprach Boris Lochthofen. Es sei naiv zu hoffen, die Digitalisierung des Rundfunks werde die Probleme mangelnden Wettbewerbs lösen. Im Übrigen glaube er nicht, dass der analoge Rundfunk ein Auslaufmodell ist. „Es wäre geradezu idiotisch, eine gut laufende Technologie wie UKW zu Grabe zu tragen.“
Das Problem, der mangelnden Akzeptanz des digitalen Radios sieht Uwe Ludwig von Media Broadcast in der zögerlichen Haltung der Beteiligten. Radioveranstalter, wie Sendernetzbetreiber müssten erst einmal viel Geld in die Hand nehmen und in die neue Infrastruktur investieren. Das sei auch mit einem gewissen Risiko verbunden. Seinem Unternehmen könne man in dieser Hinsicht keine Vorwürfe machen. Media Broadcast habe schon viel Geld in neue Technologien investiert und leider auch mit ansehen müssen, dass Technologien, wie DVB-H gescheitert seien. Trotzdem gebe es keine Alternativen, wenn man neue Standards durchsetzen wolle.







