


Dr. Florian Drücke, der Vorstandsvorsitzende des BVMI: „Wir sehen bei der Betrachtung des Absatzes im vergangenen Jahr ein weiterhin sehr deutliches Wachstum im Streaming-Bereich, besonders erfreulich daran ist die Dynamik bei den Premium-Accounts, die für 86 Prozent der Audio-Streams stehen. Trotz der bekannten Rückgänge sorgt die Branche mit einem breiten Angebot weiterhin auch für einen starken physischen Markt; von Japan abgesehen werden bekanntlich nirgends auf der Welt noch so viele CDs verkauft wie bei uns. Auch Downloads und Vinyl spielen im Jahr 2018 weiterhin eine Rolle im Formatportfolio von Branche und Fans.“
„Die Jahr für Jahr neuen Streamingrekorde zeigen klar, wie massiv sich die Art und Weise des Musikkonsums verändert“, so Drücke weiter. „Viele jüngere Fans sind fast ausschließlich in der digitalen Sphäre zu finden. Diese Veränderung verdeutlicht, dass sich Einnahmen für Künstler und ihre Partner mittelfristig wesentlich aus der digitalen Nutzung werden generieren müssen. Digitale Lizenzerlöse sind insofern die Lebensader der Branche. Auf diesem Weg braucht sie Unterstützung der Politik zur Schaffung zeitgemäßer Rahmenbedingungen. Diese Feststellung führt unmittelbar zum Thema Value Gap und der Novellierung des EU-Urheberrechts, die am kommenden Montag in die voraussichtlich entscheidende letzte Trilog-Verhandlung geht. Ich appelliere im Namen der Branche erneut an alle Beteiligten, die skizzierten Marktverhältnisse zur Kenntnis zu nehmen und die entsprechenden gesetzgeberischen Maßnahmen aus ihnen abzuleiten: Rechteinhaber stärken, Online-Plattformen in die Pflicht nehmen und dadurch gleiche Spielregeln im digitalen Umfeld schaffen. Das erforderliche Update wird Investitionen in kulturelle Vielfalt stimulieren.“









