Studie bestätigt: Jetzt in NRW auch auf DAB+ setzen

Veröffentlicht am 28. Sep. 2018 von unter Deutschland

Die Digitalisierung des Rundfunks bietet enorme Chancen für die Weiterentwicklung der eigenen Radio-Marke. Mit DAB+ können Programmanbieter ihr UKW- Geschäftsmodell evolutionär auf die digitale Terrestrik übertragen und dank der vielen Vorteile weiterentwickeln: DAB+ ist langfristig wirtschaftlich, anonym nutzbar und robust in der Verbreitung. DAB+ macht Schluss mit der Frequenzknappheit und erweitert die Möglichkeiten, die eigene Radio-Marke mit zusätzlichen Zielgruppenprogrammen zu stärken und zu monetarisieren. Diese Schlussfolgerungen zieht der Digitalradio Deutschland e.V. aus der vorgelegten Studie „Zukunft des Hörfunks in Nordrhein-Westfalen 2028“, die die Landesanstalt für Medien NRW (LFM) vorgelegt hat.

67 Prozent Marktanteil für digitales Hören

Bis 2028 wird UKW laut der Studie stark an Marktanteilen zugunsten des digitalen Hörens verlieren: Selbst in einem konservativ gerechneten Modell sinkt der UKW-Marktanteil in den nächsten zehn Jahren von 88 Prozent auf 38 Prozent.

Willi Schreiner, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Digitalradio Deutschland: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, auch in NRW engagiert in die DAB+ Programmvielfalt zu investieren. Gerade mit Blick auf die vielen wertvollen Lokalprogramme kommen deren Betreiber nicht an der Digitalisierung des terrestrischen Hörfunks vorbei, wenn sie auch in Zukunft relevant bleiben wollen.“

Medienanstalt NRW startet DAB+ Bedarfsabfrage

In unmittelbarer zeitlicher Nähe zur Veröffentlichung der Studie kündigte die LFM einen „Call for Interest“ für DAB+ an. Hierdurch soll der konkrete Bedarf für Übertragungskapazitäten in NRW festgestellt werden.

Hörfunkveranstalter sind aufgefordert, ihr Interesse an einer DAB+ Verbreitung vom 1. Oktober bis zum 29. Oktober mitzuteilen. Angebote mit NRW-Bezug sind dabei besonders willkommen.

Politik in der Pflicht

Der Verein Digitalradio Deutschland erwartet, dass Bund und Länder den Verbreitungsweg DAB+ durch gezielte Maßnahmen stärken, etwa durch Anpassung der Regelungen zur Interoperabilität im Telekommunikationsgesetz, wonach alle künftig in Deutschland verkauften Radios mit einer digitalen Schnittstelle, z.B. für den Empfang von DAB+, ausgeliefert werden sollten.

Programmvielfalt als Treiber der Digitalisierung

Im Zusammenspiel mit einer guten Netzabdeckung und großen Programmvielfalt führen entsprechende politische Rahmenbedingungen zu einem weit höheren Marktanteil von DAB+ als derzeit in Nordrhein-Westfalen, wie die Ergebnisse des Digitalisierungsberichtes 2018 der Landesmedienanstalten zeigen. Hörerinnen und Hörer profitieren in jedem Fall von der neuen Vielfalt, egal ob sie exklusive DAB+ Programme einschalten oder Anbieter hören, die ihre Programme neben UKW zusätzlich digital verbreiten.

Aktuell sind bereits über 200 regional unterschiedliche DAB+ Programme in Deutschland verfügbar.

Die Studie zum Download

Quelle: Pressemitteilung des Digitalradio Büro Deutschland

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