

Neue Eigentümer der Antennen wie Uplink und Divicon Media geben dem Verkäufer Media Broadcast die Schuld. Die von Media-Broadcast-Chef Wolfgang Breuer angedrohte Abschaltung aller UKW-Wellen nennt Michael Radomski von der Firma UPLINK einen Erpressungsversuch: „Wir nehmen euch das UKW-Signal weg, wenn ihr nicht den Vertrag unterschreibt.“ Peter Zimmermann, Geschäftsführer von Divicon Media, geht sogar noch weiter und wirft der Media Broadcast Maßlosigkeit in ihrem Agieren vor.

Auch Dr. Ulrich Liebenow, Betriebsdirektor des MDR sieht in der Drohung einen „Sündenfall der Terrestrik“. Die Preise seien für viele Rundfunkanstalten nach dem Verkauf von Media Broadcast immens gestiegen und die neuen Preise zu bezahlen, dazu sei der MDR nicht bereit. Und die Diensleister Divicon und Uplink gehen davon aus, dass die neuen Antenneneigentümer aufgrund der hohen Investition beim Kauf die Preise gar nicht senken können. Sie müssten den Kapitaleinsatz für die eigenen Investitionen in die Antennen zurückholen. Ein attraktives Angebot für die Sendeanstalten sei somit nicht in Sicht.
Wolfgang Kniese von Media Broadcast sieht die Schuld jedoch nicht bei seinem Unternehmen. Media Broadcast habe die Sendeantennen verkauft, weil dies für das Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich attraktiv gewesen sei. Er sieht nun Antennenanbieter und –nutzer in der Verantwortung, zu einer Einigung zu kommen. „Im März haben die Landesmedienanstalten einen Runden Tisch einberufen. Weil keine Lösung in Sicht war, wurden wir gebeten, die UKW-Signale überbrückend aufrechtzuerhalten“, so Kniese.

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