Robert Morawa: BAYERN 3 steht vor allem für neue Musik und aktuelle Hits

Veröffentlicht am 19. Apr. 2018 von unter Musik

In einer weiteren Folge über die „heimlichen Helden“ im deutschen Radio stellen wir heute mit Robert Morawa den Musikverantwortlichen der bayerischen Traditionswelle BAYERN 3 vor. Morawa ist bereits seit 1998 für die Musikredaktion des Senders tätig.

Rückblick in die frühen 70er Jahre: Schon früh bündelte der Sender in geballter Form Inhalte wie Nachrichten, Wetter, aktuelle Informationen, Wasserstandsmeldungen, die Lawinenlage, Segelflugwetter und selbst die Abflugzeiten von Brieftaubenwettflügen – und war so Vorbild für das Erfolgsmodell der deutschen „Service-Wellen“ der 1970er-Jahre. Vor allem aber war die Autofahrerwelle BAYERN 3 im Transitland Bayern für Millionen von Verkehrsteilnehmern ein verlässlicher und häufig genutzter Leuchtturm. Unvergessen bleiben die Endlosmeldungen während der Ferienzeiten in den 1980er-Jahren – pro Serviceblock nicht selten mit rekordverdächtigen, nahe zehnminütigen Auflistungen an Staus, Grenzbehinderungen, Unfallmeldungen, Warnungen vor Geisterfahrern und Umgehungsempfehlungen. Wir haben diese mit bajuwarischer Leichtigkeit vorgetragenen Dienste im Sinne einer zügigen Durchfahrt stets gerne in Demut ertragen. Selbst, wenn wir in bayerischen Regionen ohne Verkehrsbehinderungen unterwegs waren.

Für Abwechslung im Programm sorgten Ende der 1970er-Jahre diverse Mitmachkurse wie die so genannten Isometrischen Übungen gegen Verspannungen am Arbeitsplatz, sowie Fitnessübungen für Skifahrer, die von den ehemaligen Ski-Assen Rosi Mittermaier und Christian Neureuther moderiert wurden.

Die Musik der ersten Jahre war ein bunter, eher heterogen aufgestellter Mix aus „leichter Popmusik“, Instrumentals und vielen deutschsprachigen Schlagern der Marke Udo Jürgens, Peter Cornelius oder Katja Ebstein. Was sich mit wachsender Bedeutung der Popmusik in den 1980er-Jahren zunehmend verschieben sollte. Möglicherweise auch wegen unfreiwilliger Havariegefahr zwischen geplantem Musikablauf und unvorhergesehenen Ereignissen. So wie beispielsweise im Jahr 1981 bei der ersten Musiknummer nach Bekanntwerden des missglückten Attentats auf Johannes Paul II, als der Titel „Im Leben geht mancher Schuss daneben” von Katja Ebstein für ungewollte Aufmerksamkeit sorgte. 

Bayern 3 Moderatoren aus der Anfangszeit (Bild: B3-History.de)

Bayern 3 Moderatoren aus der Anfangszeit (Bild: B3-History.de)

Mit einer rasch steigenden Hörerschaft veränderte sich das inhaltliche Angebot hin zum Pop- und Magazinradio. Gleichzeitig moderierte sich eine Riege junger Wilder um Sandra Maischberger, Thomas Gottschalk, Fritz Egner, Jürgen Herrmann oder Peter Illmann in den Vordergrund – und katapultierte die Hörerzahlen auf einen sagenhaften Marktanteil von mehr als 50 Prozent! Überhaupt Thomas und Günther … ein Muss (nicht nur für bekennende BAYERN 3-Hörer) war die 15.45-Uhr-Übergabe der Sendung von Gottschalk an Jauch. Ein täglicher Schlagabtausch auf allerhöchstem Niveau – in dieser Form nie wieder erreicht im deutschen Radio. 

Hatte der BR das Aufkommen privater Konkurrenz im Freistaat in den frühen Jahren noch tapfer ignoriert, führten erste Erfolge von Antenne Bayern und den zahlreichen Lokalradios im Freistaat später im Funkhaus am Münchner Rundfunkplatz mitunter zu panischen bis peinlichen Reaktionen. Zu einer Posse geriet ab Ende der 1980er-Jahre die Ägide von Claus-Erich Boetzkes – sehr zum Amüsement des Münchner Boulevards sowie der feixenden privaten Mitbewerberschaft. Der heutige „Tagesschau“-Moderator wurde zunächst zum Musikchef, später zum Wellenchef von BAYERN 3 befördert. Warum, blieb den meisten BR-Mitarbeitern bis heute ein Rätsel. So hielt Musikexperte Boetzkes den US-Musiker Billy Joel für eine Country-Sängerin oder vermisste auf dem damals eingeführten Tonträgerformat Compact Disc (CD) eine bespielte Rückseite des Silberlings. Wenn es aber eben nur das gewesen wäre … Schon bald nach seinem Amtsantritt wunderten sich Künstler und die Promoter der Musiklabels über ihre bei BAYERN 3 gespielten Songs, die sich plötzlich so glatt-gebügelt „irgendwie anders“ anhörten. Und dies aus gutem Grunde: als einer der ersten deutschen Sender hatte die hauseigene Technik auf Geheiß des Strategen Boetzkes das Beilchen angesetzt und spezielle „B3-Cuts“ erstellt, die den Hörern eine „angenehmere Durchhörbarkeit“ ohne aufdringliche Instrumentierungen in Form harter Gitarrenriffs oder nervender Keyboardsequenzen vermitteln sollte.

Das Treiben in der weiß-blauen Anstalt erreichte seinen Höhepunkt, als die  Verantwortlichen per Kompromiss den damaligen BAYERN 3-Musikchef Thomas Gottschalk die Sendetage von Montag bis Freitag nach seinen progressiv ausgerichteten Vorstellungen gestalten ließen, beim Wochenendprogramm Claus-Erich Boetzkes mit einer eher traditionellen Musikauswahl das Sagen ließen. Ganzheitlichkeit sah anders aus. Gottschalk warf Ende 1989 die Brocken hin, das Experiment galt als gescheitert. Zu weit klafften die Radio-anschaulichen Vorstellungen über die Gegenwart und Zukunft der Welle auseinander.

In den Jahren danach wurde (bald auch ohne Boetzkes) vieles bei BAYERN 3 ausprobiert und herumgedoktert – ohne die Abwärtsspirale bei den Reichweiten aufhalten zu können. Die Konkurrenz, allen voran Antenne Bayern, trieb den Dino mit der Maxime „Bayern first“ und populären Formatradiokonzepten immer weiter in die Defensive. Was sich bald massiv auch bei den Werbeeinnahmen niederschlug. 

Diese Entwicklung kehrte sich erst wieder in den letzten Jahren, als die tiefgreifenden Veränderungen und Diversifizierungen bei BAYERN 3 sowie Bayern 1 sich als richtige strategische Flotten-Entscheidungen erwiesen – so stieg (bei der gerade veröffentlichen MA 2018 Audio I) der Kontaktwert pro Durchschnittsstunde um satte 9,9 Prozent (= 72.000 Hörer)! Und auch Bayern 1 legte nach der Erfolgsserie der letzten MA-Erhebungen nochmals um 2,1 Prozent zu.

Heimliche Helden des Radios Masters of Music präsentiert von MusicMaster

RADIOSZENE sprach mit Robert Morawa über seine Arbeit und die Veränderungen im Hörfunk- und Musikmarkt.

RADIOSZENE: Wie kamen Sie zum Radio?

Robert Morawa: Meine größte Leidenschaft war schon immer Musik in allen Ausprägungen und Stilrichtungen. Von Musik kriege ich nie genug. Auch heute denke ich manchmal: meine Nachbarn meinen bestimmt, dass mir die Kopfhörer angewachsen sind. Deswegen habe ich mich ganz klassisch für ein Volontariat in der Musikredaktion bei ENERGY 93.3 München beworben. Das war kurz nachdem Radio Xanadu von der NRJ-Gruppe übernommen wurde. Das war mein Start.

RADIOSZENE: Welche Bedeutung haben Musik und Musikspezialsendungen bei BAYERN 3? 

Robert Morawa: Musik ist für die meisten BAYERN 3 Hörer einer der wichtigsten Einschaltimpulse. Klar, dass die Bedeutung der Musikmischung dementsprechend groß ist. Was Spezialsendungen betrifft, hat sich das Abendprogramm in BAYERN 3 genauso verändert, wie das Programm als solches. Unser Schwerpunkt liegt nicht mehr darin, einfach verschiedene Musikrichtungen zu beleuchten – wir wollen so viel gute und neue Musik wie möglich für unser Publikum finden und spielen. Deswegen konzentrieren sich unsere Abendsendungen wie  „Matuschke – der etwas andere Abend“ und die „BAYERN 3 Spätschicht, präsentiert von PULS“ auf musikalische Neuentdeckungen, die in eine gute Mischung eingebettet sind.  

RADIOSZENE: Wie hat sich der Stellenwert der Musik im Radio im Laufe der Zeit verändert?  

Robert Morawa: Der Stellenwert hat sich, meiner Meinung nach, gar nicht so sehr verändert. Vor ein paar Jahren dachte man, die Musik würde immer unwichtiger. Selbstverständlich spielen viele unterschiedliche Faktoren beim Erfolg eines Radioprogramms eine wesentliche Rolle. Dazu gehören auch die Auswahl und Präsentation der Inhalte und die richtigen Radiopersönlichkeiten. Aber wenige Themen berühren die Menschen so natürlich und unmittelbar, wie  Musik. Deswegen wird Musik auch immer ein besonders wichtiger Teil des Radios bleiben. 

 

„Wenige Themen berühren die Menschen so natürlich und unmittelbar, wie  Musik“

 

RADIOSZENE: Kritiker werfen ein, dass in Zeiten des Formatradios die Musikredaktion nur noch wenig Einflussmöglichkeiten auf die Musikabläufe hat. Welchen Einfluss hat die Musikredaktion von BAYERN 3?

Robert Morawa: Das würde ja bedeuten, dass die Musikredaktionen im Radio einfach ein fertiges Programm vorfinden würden. Es gibt keinen fertigen „Musikmix“, den man einfach spielt. Im Gegenteil. Es gilt viele Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel muss man grundsätzlich entscheiden, welche Musikmischung für welches Publikum man im Markt anbieten kann und möchte. Hat man mal eine stimmige Mischung erarbeitet, wird Woche für Woche jeder neue Titel diskutiert, bevor er ins Programm aufgenommenen wird.

Das ist mit der Arbeit von journalistischen Redaktionen vergleichbar. Eine der Aufgaben einer Redaktion besteht darin, zu entscheiden welche Meldungen und Informationen wichtig sind. Und genauso arbeiten wir in der Musikredaktion auch. Dabei stehen natürlich immer unsere Hörer/Zielgruppe im Mittelpunkt der Überlegungen. Deswegen führen wir auch regelmäßig Musiktiteltests durch. Die geben dann zwar Auskunft über die Beliebtheit einzelner Titel. Nicht aber über die Musikmischung oder die Auswahl ganz neuer Songs. Hier ist das Gespür, Einfühlungsvermögen und die Erfahrung jedes Redaktionsmitglieds gefragt. Eine wichtige Aufgabe bei der stetig wachsenden Menge an Veröffentlichungen. Und alle Mitarbeitenden bringen mit ihren verschiedenen Hintergründen ihre eigenen Sichtweisen, Beobachtungen und Gefühle für Musik mit an den Redaktionstisch. Immer mit dem Fokus auf unser Publikum.

RADIOSZENE: An welchen weiteren Quellen orientieren Sie sich bei der Musikauswahl?

Robert Morawa: Wir beobachten den Musikmarkt in all seinen Facetten: den Radiomarkt in Deutschland und Bayern, die Charts im In- und Ausland, die Entwicklungen im Streaming-Markt, welche Songs in den verschiedenen Regionen bzw. Ballungszentren in Bayern über Shazam gesucht werden. Dabei gilt es zum Beispiel auch Fragen zu diskutieren, wie repräsentativ die Downloadcharts bei den stark anwachsenden Streamingzahlen noch sein können. Auch die Offiziellen Deutschen Charts schauen wir uns an. Wobei wir hier in Zusammenarbeit mit der GfK vor allem auf die bayerischen Verkaufscharts achten und dabei immer wieder interessante Unterschiede erkennen.

RADIOSZENE: In den Single-Charts finden sich derzeit eine hohe Zahl an deutschen HipHop und Rap Künstlern. Ist diese Musik auch ein Thema für die BAYERN 3 Hörer?

Robert Morawa: Das kommt sehr auf die einzelnen Künstler bzw. Songs an. Im Allgemeinen haben wir die Erfahrung gemacht, dass Deutschrap- bzw. HipHop-Musiksparten mit einer speziellen und eingeschworenen Fangemeinde sind. 

Aber das Spannende an Popmusik ist, dass sie immer wieder Grenzen sprengt und nie ganz vorhersehbar ist. Deswegen gibt es eben auch immer wieder Hits aus diesen Genres die wir unserem Publikum gerne ans Herz legen und vorstellen und die dann auch gut angenommen werden. Das beginnt häufig in unserem Abendprogramm, wo die Hörer noch gezielter einschalten.

 

„Das Spannende an Popmusik ist, dass sie immer wieder Grenzen sprengt und nie ganz vorhersehbar ist“

 

RADIOSZENE: Rock war vor nicht zu langer Zeit ein hörbares Musikelement, inzwischen ist der Anteil für das Genre gesunken. Wollen die Hörer keinen Rock mehr?  

Robert Morawa: Jedes Musikgenre wurde irgendwann mal totgesagt. Unserer Erfahrung nach verschwinden Musiksparten nicht, sondern sie kommen in bestimmten Zyklen immer wieder ins Rampenlicht – wenn auch oft in veränderter Form, weil sie zum Beispiel von anderen Musikrichtungen beeinflusst wurden. Im Moment scheint es allerdings so zu sein, dass die beiden Genres von Dance-Pop und klassischem Rock nicht dieselben Fans ansprechen. Das macht es schwer sie in einem Musikprogramm zu vereinen. 

RADIOSZENE: Wie wichtig sind Newcomer und neue Songs für das Programm von BAYERN 3?

Matthias Matuschik (Bild: BR)

Matthias Matuschik (Bild: BR)

Robert Morawa: Lebenswichtig! Denn wie schon beschrieben, steht BAYERN 3 vor allem für neue Musik und aktuelle Hits. Unsere Hörer und wir brauchen ständig musikalischen Nachschub. Deswegen sind wir auch immer auf der Suche nach den nächsten neuen Hits. Jede Woche in der Musiksitzung und mit unserem Frühaufdreher-Hittipp. In unserer Abendshow finden Matthias Matuschik und BAYERN 3 Musikredakteur Wolfgang Kerber immer interessante Newcomer, die es in der Regel auch weit im Programm und in den Charts bringen. 

RADIOSZENE: Deutsche Musik – vor allem deutschsprachige Singer Songwriter –  spielen in den Charts zuletzt wieder eine wichtigere Rolle. Auch bei BAYERN 3?  

Robert Morawa: Ja, das gilt auch für BAYERN 3. Das Schöne an deutschsprachiger Musik: Wenn eine tolle Melodie auf einen genauso tollen Text trifft, ist das ein Doppelgewinn für Musikfans. Dabei geht es gar nicht so sehr um den Stil Singer-Songwriter. Besonders spannend finde ich es, wenn sich das in modernen Musiksparten abspielt. Deutschsprachige Musik sollte genauso vielfältig daher kommen, wie die verschiedenen Genres im aktuellen Musikmarkt.

RADIOSZENE: Inwieweit kommt auch Musik aus Bayern beziehungsweise dem alpenländischen Raum zu Einsatz? Ihr Sender hat hier ja erfolgreich den Begriff „Heimatsound“ kreiert …

Robert Morawa: Ja, die Kollegen von Bayern 2 und dem BR Fernsehen sind immer wieder auf der Suche nach den Heimatsound-Helden von Morgen. Nachwuchsförderung ist im ganzen BR ein zentrales Thema. So haben wir auch immer wieder talentierte Künstler Newcomer-Bands aus Bayern im Programm von BAYERN 3 wie aktuell Good Weather Forecast, Benoby oder auch Nicole Cross. In der „BAYERN 3 Spätschicht“ widmen wir uns einmal pro Woche mit dem „Bayern Demo“ bayerischen Nachwuchs-Acts ohne Plattenvertrag und bieten ihnen somit eine landesweite Plattform.

 

„Im Moment scheint es allerdings so zu sein, dass die beiden Genres von Dance-Pop und klassischem Rock nicht dieselben Fans ansprechen“

 

RADIOSZENE: Zuletzt hatte man den Eindruck, dass sich in den Single-Charts immer mehr Künstler bewegen, die bis vor kurzem völlig unbekannt waren. Täuscht dieser Eindruck und haben es die „großen Namen“ immer schwerer erfolgreich zu sein?

Robert Morawa: Dass es große Namen generell schwer haben, glaube ich nicht. Eher ist es doch so, dass sich die großen Bands und Acts der 80er, 90er und 00er Jahre mit dem Track-Business schwerer tun. Denn was sicher ist: Das Format „Album“ hat es gerade schwer. Andere große Namen wie Calvin Harris, The Chainsmokers, Macklemore, Justin Timberlake etc. feiern nämlich sehr wohl große Erfolge. In Deutschland sind es dann auch eher die jungen Themen, die hier erfolgreich sind wie zum Beispiel Bausa, Lea, Felix Jaehn. Abseits vom Streaming-Geschäft erreichen große Namen der deutschen Popszene wie Mark Forster, Sarah Connor, Rea Garvey oder Revolverheld aber auch eine große Fangemeinde.

Ansonsten ist es eine sehr schöne Entwicklung, dass auch recht junge und bislang unbekannte Newcomer es weit bringen. Ein gutes Beispiel dafür ist die BAYERN 3 Newcomerin Alice Merton. 

RADIOSZENE: Wo liegen die musikalischen Unterscheidungsmerkmale zu Ihrem privaten Mitbewerber ANTENNE BAYERN? 

Robert Morawa: Als jüngste Massenwelle des BR legen wir Wert auf eine junge Ausrichtung mit vielen aktuellen Titeln und sind hier immer einen Schritt voraus. Hier geht es um das richtige Gespür für unsere Hörer, den Markt und gute Musik im Allgemeinen. Deswegen freuen wir uns über den großen Erfolg unserer Entdeckungen wie Bazzi und „Mine“, Tom Walker  mit „Leave A Light On“ oder  Marshmello und „Silence“.

 

„Wir wissen, dass in BAYERN 3 aktuelle Titel für das Publikum relevanter sind als ältere“

 

RADIOSZENE: Seit geraumer Zeit sind die Songs der 80er Jahre von BAYERN 3 zu BAYERN 1 übersiedelt. Wird dieses Segment nicht von Ihrer Hörerschaft vermisst?

Robert Morawa: Trotzdem laufen bei uns auch gelegentlich Hits aus den 90ern. Und schon dabei müssen wir berücksichtigen, dass für 30-Jährige Titel aus den 90er Jahren schon in die Jahre gekommen sind.

Alles in allem bedeutet unsere Entscheidung die 80er aus dem Programm zu nehmen für unsere Hörerschaft, dass sie weniger Kompromisse eingehen müssen, weil ältere Musikstile fernab unserer Zielgruppe längst einen festen Platz in den anderen Angeboten des BR gefunden haben.

RADIOSZENE: Wie sehr haben sich Radio- und Musiklandschaft über die Jahre verändert?

Robert Morawa: Meiner Meinung nach ist es wichtig, noch crossmedialer zu denken. Das klassische Radio ist schon lange nicht mehr der einzige Ausspielweg für unser Programm. Natürlich denke ich da auch an Musik-Streamingdienste.

Dabei ist noch viel wichtiger, dass wir uns auf unterschiedlichen Plattformen präsentieren, sichtbar sind und unseren Fans überall eine Heimat geben. Dazu gehören Ausspielwege wie unsere App, das Webradio, Social Media Plattformen und sogar das Display auf dem Digitalradio. Es gibt unzählige Möglichkeiten, seine Community und ihre Bedürfnisse kennenzulernen. Und es war noch nie so leicht, schnell und flexibel mit seinen Fans zu kommunizieren. Das ist eine große und vielversprechende Chance.

 

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