

Die ARD-Vorsitzende, Prof. Dr. Karola Wille: „Entscheidend für unseren gesellschaftlichen Wert sind Vielfalt und Qualität des Programms. Die ARD wird ihre föderale Verwurzelung, also ihre regionale Nähe zu den Menschen, behalten und stärken und so zum Zusammenhalt in Deutschland beitragen. Was wir dazu brauchen, sind alle Möglichkeiten, die Menschen dort zu erreichen, wo sie heute kommunizieren – und dazu gehört auch klar das Internet. Die Strukturen hinter dem Programm werden durch unseren tiefgreifenden Reformprozess schlanker und moderner. Bei elf der 20 Strukturprojekte arbeiten wir mit dem ZDF zusammen, bei 15 mit Deutschlandradio.“
ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut: „Die Berichte zeigen, dass wir bereit und in der Lage sind, weitreichende Strukturmaßnahmen anzupacken und mit den anderen öffentlich-rechtlichen Sendern zusammen zu arbeiten. Klar ist aber auch, dass wir weiter eine auftrags- und bedarfsgerechte Finanzierung brauchen, damit wir unsere publizistische Aufgabe in hoher Qualität wahrnehmen können. Dazu gehören auch neue digitale Verbreitungsformen für unsere Bewegtbildangebote.“

Aktuelle Beispiele für bereits beschlossene kostensenkende Kooperationen sind die 2018 beginnende gemeinsame Produktion der Mittagsmagazine von ZDF und ARD in Berlin und eine in diesem Jahr erprobte neue Form der Zusammenarbeit bei internationalen Sportereignissen. Auch bei der Fußball Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Russland wird es ein gemeinsames Sendezentrum von ARD und ZDF in Deutschland geben. Der Einsatz von Technik und Personal im Austragungsland wird dabei erheblich reduziert. Die Erfahrungen beim Confed Cup und der U21 Fußball EM in diesem Jahr waren sehr positiv.
Die Länder hatten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vor einem Jahr gebeten, zu sechs Reformfeldern (Chancen der Digitalisierung, rechtliche Rahmenbedingen, Strukturoptimierung, KEF-Verfahren, Rundfunkbeitrag und Einnahmen, Versorgungslasten) Stellung zu nehmen. Die Vorschläge werden jetzt von der Rundfunkkommission der Länder geprüft.
VPRT: kritisiert den Bericht: „Zu kurz gegriffen


Besonders wettbewerbsrelevant sind für den VPRT die fortschreitenden Programmzahlausweitungen im Radio sowie Online-Aktivitäten mit kommerzieller Relevanz. Hans Demmel: „Synergien bei Administration, Produktion und IT zu schaffen, ist schön und gut. Sie sollten innerhalb eines öffentlich-rechtlichen Verbunds wie bei jedem anderen Unternehmen selbstverständlich sein. Aber allein kosmetische Eingriffe dämmen die uferlose Ausbreitung der beitragsfinanzierten Angebote nicht ein und reichen für eine echte Reform nicht aus.“ Dass die Länder die Reformvorschläge der Rundfunkanstalten in einer ersten Reaktion als Bergetappe bezeichnen, verdeutlicht, dass auch aus ihrer Perspektive noch lang nicht das Ende der Spar-Fahnenstange erreicht ist.
Eine klare Absage erteilt der VPRT der von den beitragsfinanzierten Anstalten geforderten Kooperationsnorm. Demmel: „Das wäre ein kartellrechtlicher Freibrief, auf dessen Basis die ARD-Anstalten und das ZDF nicht nur in sinnvollen Bereichen, sondern auch auf kommerziell relevanten Feldern wie dem Programmrechteerwerb und der Verbreitung zusammenarbeiten dürften. Die Konsequenz wäre eine weiter Verschärfung und keine Entschärfung des Wettbewerbs mit privaten Medienunternehmen.“
Der VPRT fordert zudem klare Weichenstellungen in der von der Politik zurückgestellten Diskussion über eine Werbereduzierung im Radio- und Fernsehbereich bei den Öffentlich-Rechtlichen. Demmel: „Dieses Thema wollte die Politik entscheiden, sobald mehr Klarheit über die Einnahmen von ARD und ZDF in dem neuen Beitragsmodell beseht. Die jetzt aufgezeigten Einsparpotenziale geben die nötigen Spielräume, um diese Entscheidungen zu treffen. Das Ergebnis wäre eine klare Abgrenzung im dualen Rundfunksystem und eine Stärkung der Akzeptanz bei den Beitragszahlern, die frappierend schwindet.“.
Quelle: Pressemitteilungen ARD, ZDF, Deutschlandradio, VPRT









