Stand: Montag, 01-Mai-2006 21:53

SCHLAGZEILEN
Die wichtigsten Schlagzeilen aus der Radioszene.
Schick Dein Thema einfach an:
jb@radioszene.de


Visual Radio: Wozu braucht Radio Bilder?

„Anpacken, nicht kaputt reden!“ Diese Forderung richtete Kristian Kropp, Programmdirektor und Geschäftsführer des Jugendsenders bigFM, dem bundesweit ersten Anbieter von Visual Radio Formaten, an die Besucher des Radio Day.

Die neue Technologie eröffne dem Hörfunk die Möglichkeit, sich neu zu erfinden und endlich auch einen Platz in der digitalen Welt einzunehmen, betonte Martin Liss, Director Content bei Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD).


Martin Liss (Mobiles Fernsehen Deutschland)

Dass dies längst überfällig ist, zeigt eine Trendstudie, die Kropp in Auftrag gegeben hat: „Wenn mir ein Lied nicht gefällt, dann will ich es einfach wegdrücken und ein anderes aussuchen können“, formuliert da zum Beispiel ein 15-Jähriger seinen Wunsch an das Radio der Zukunft. „ Ich will übers Radio chatten und Musik runterladen“, sagt ein anderer. „Und ich will sehen, wie der DJ aussieht. Am besten wären ein paar Privatfotos zum Downloaden“, findet ein Mädchen im gleichen Alter.

Die Interaktivität des Mediums erhöhen
Interaktivität ist also gefragt – eine Anforderung, der sich das Radio noch nicht genügend stellt, aber dringend stellen muss, betont Kropp. Andernfalls wandern die Zuhörer zu Konkurrenzmedien ab. Schon jetzt bevorzugt jeder zweite Jugendliche den iPOD, wenn er Musik hören will. Auf das Radio setzt nur gut jeder Vierte, wie die aktuelle JIM-Studie zeigt. Was also tun, um die Hörer zu binden und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden?


Kristian Kropp (bigFM)

Visual Radio als Lösung
Kann Visual Radio die Lösung sein? So lautete die zentrale Frage, die Sabine Schlosser, Redakteurin des Broadcast Magazine, zur Diskussion stellte. „Ja, denn Radio braucht das Bild, um Hörern zusätzliche Services wie Programminformationen anzubieten“, so die Meinung von Hans-Dieter Hillmoth, Geschäftsführer von Radio/Tele FFH. Gemeinsam mit Nokia und HP investiert er daher in die Entwicklung eines Angebotes, bei dem das Radiosignal kostenfrei mit dem Mobiltelefon über UKW zu empfangen ist und Bildinformationen gegen eine Gebühr per GPRS oder UMTS dazugeladen werden können. Allerdings sei es nicht ganz einfach, einen Mobilfunkanbieter zu finden, der in das Projekt mit einsteigt. „Ich hoffe, das kommt bald. Denn wenn es kommt, kommt es gut“, da ist er sich sicher.


Hans-Dieter Hillmoth (Radio/Tele FFH)

„Uns ist alles willkommen, was das Radio stark macht“, unterstrich Michael Loeb von der WDR mediagroup. „Wenn Bildinformationen das Medium stärken, dann sind sie uns willkommen!“– eine Meinung, die er mit allen Diskussionsteilnehmern teilte. Was in Sachen Digital Radio jedoch mit Sicherheit die größere Chance darstelle, sei die Zeitsouveränität, die die 2 Technologie den Hörern biete. Mit Digital Radio könnten diese selbst bestimmen, ob sie einen Song jetzt oder lieber später hören wollen. Dies sei nämlich der große Vorteil, den der iPOD gegenüber dem Radio derzeit noch habe, wie die letzte Media Analyse (ma) gezeigt habe.

 

Werbekunden mit intelligentem 1:1-Marketing locken
Ob sich die Investitionen in die neue Technologie lohnten und wie experimentierfreudig die Werbekunden seien, wollte Schlosser abschließend wissen. Olaf Hopp, Geschäftsführer von 89,0 RTL zeigte sich zuversichtlich. Sein Sender setzt auf Joca und kombiniert auf diesem Weg Funkwerbung mit Dialog-Marketing. „Wir müssen gegenüber den Werbekunden unsere Stärken noch besser herausarbeiten. Mit Digital Radio und begleitenden Bildinformationen haben wir dazu die besten Möglichkeiten: Die Reichweite des Radios für Funkspots nutzen und Joca für qualifizierte 1:1-Kontakte, das sei die Devise der Zukunft. Allerdings setzten die Mediaplaner in Sachen Werbung bisher fast ausschließlich auf Quantität, und wenig auf Qualität und neue Formate. „Wir würden uns schon wünschen, dass Marketingverantwortliche nicht nur auf Podien davon reden, neue Wege zu gehen, sondern es auch tatsächlich tun“, lautete sein abschließender Appell ins Publikum.


Olaf Hopp (Geschäftsführer 89.0 RTL)

Zu den Personen
Kristian Kropp führt als Programmdirektor die Geschäfte des Jugendsenders bigFM, Deutschlands erstem Anbieter von Visual Radio-Formaten. Martin Liss ist Director Content bei Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD). Hans-Dieter Hillmoth ist Geschäftsführer und Programmdirektor bei Radio/Tele FFH. Olaf Hopp ist Geschäftsführer bei 89,0 RTL und Michael Loeb ist CEO bei der WDR mediagroup. Moderatorin Sabine Schlosser leitet die Redaktion des Broadcast Magazine, der monatlichen Fachzeitschrift für TV und Radio.


Podiumsdiskussion mit Michael Loeb, Hans-Dieter Hillmoth, Kristian Kropp, Olaf Hopp

Links:
Visual Radio
spodradio

Design © 2003 by U. Köring. All Rights Reserved.
Radioformat- und Produktionsberatung,
Bahnstr. 3b, D-47551 Bedburg-Hau
  E-Mail: jb@radioszene.de
RADIOSZENE Kontakt Links Fotos Airchecks Ticker Jobs Radioforen Werbung JB Insiderszene Archiv Echte Memos Buchtipps Personalities Livestreams Billboards Claims Videos Jingles Termine Features Bitter Lemmer Pressespiegel Schlagzeilen Home