Stand: Dienstag, 20-Jul-2004 2:16

SCHLAGZEILEN
Die wichtigsten Schlagzeilen aus der Radioszene.
Schick Dein Thema einfach an:
jb@radioszene.de


Entenschwemme nach Entenrennen

Zehntausend Plastikenten bei Radio Wien Entenrennen entkommen – Umweltschützer kämpfen in Nationalpark gegen Entenflut.

Wien/Hainburg – Dabei hatte alles so schön angefangen: Das erste Radio Wien Entenrennen, bei traumhaftem Wetter, geschätzte tausend Besucher – nur die Enten haben nicht mitgespielt. 20.000 orangene Plastikenten setzte Radio Wien in den Donaukanal, die schnellste von ihnen konnte ihrem glücklichen Gewinner eine Reise nach Sardinien erschwimmen.

Der Plan von Radio Wien: Die Enten in Heiligenstadt ins Wasser werfen, nach dem Wettschwimmen werden die eigens aus China importierten orangenen Plastikenten unterhalb des Ziels rausgefischt. Die Enten haben offenbar andere Pläne: Die extra eingerichtete Ölsperre ist heillos unterdimensioniert, kaum eine Ente nimmt sie ernst – im Gegenteil: Mehr als 17.000 Plastikenten entweichen in die vermeintliche Freiheit – hin zum Schwarzen Meer.

Öko-Alarm im Nationalpark

Durch spezielle Strömungsverhältnisse werden zigtausend Enten in der Nacht auf Montag im Nationalpark Donauauen angeschwemmt. Die Verwaltung des Nationalparks ist verärgert: "Da erklären wir den Besuchern, dass sie ihren Mist mitnehmen sollen und jetzt ist alles voller Plastik." Speziell das linke Donauufer ist auf einer Strecke von mehreren Kilometern voll von kleinen orangenen Enten.

In mühsamer Kleinarbeit versuchen jetzt freiwillige Helfer des Nationalparks die Auen zu säubern. Mühsam, weil alles von Hand gemacht werden muss – der Einsatz von Maschinen verbietet sich im Naturschutzgebiet.

Endstation Gabcikovo

Der Traum vom schwarzen Meer wird sich für die wenigsten Enten erfüllen, nicht einmal Budapest dürften sie erreichen: In der Slowakei wartet das Kraftwerk Gabcikovo – inklusive einer 16 Meter hohen Schleuse. Sollte die eine oder andere Ente die Schleuse passieren, haben sie wenigstens freie Fahrt bis hinter Budapest, bis zum Eisernen Tor.

Rätselraten um die Genehmigung

Völlig unklar ist, warum das Entenrennen in dieser Form überhaupt genehmigt werden konnte. Spätestens seit den Erfahrungen von 88.6 Der Musiksender vor vier Jahren (damals riss das Netz, 7000 Enten entkamen) wissen die Verantwortlichen im Wiener Rathaus, dass bei einer derartigen Veranstaltung einiges schief gehen kann. Diesmal ist kein Netz gerissen – es gab nämlich erst gar keines. Die Ölsperre war schon vom Prinzip her nicht geeignet, die Entenflut zu stoppen. Insider vermuten, dass die Genehmigung nur erteilt wurde, weil Radio Wien traditionell über beste Kontakte zur Wiener SPÖ – und damit zu den Verantwortlichen im Rathaus verfügt.

ORF schweigt Vorfall tot

Im staatlichen Radio wird die Verschmutzung der Hainburger Au mit keinem Wort erwähnt – weder auf Radio Wien, noch auf Radio Niederösterreich. Beim Hörerservice von Radio Wien heißt es lapidar: "Es haben sich schon viele aufgeregt, wir leiten das an die Zuständigen weiter."

(Vittorio Czernazke)

Design © 2003 by U. Köring. All Rights Reserved.
Radioformat- und Produktionsberatung,
Bahnstr. 3b, D-47551 Bedburg-Hau
  E-Mail: jb@radioszene.de
RADIOSZENE Kontakt Links Fotos Airchecks Ticker Jobs Radioforen Billboards Claims Videos Jingles Impressum JB Insiderszene Echte Memos Personalities Buchtipps Livestreams Features Termine Archiv Bitter Lemmer Schlagzeilen Home